"EEE Eine längst überfällige Gründung Die Fontane Gesellschaft und der Fachbereich Ger
Zum Abschluß der psychodiagnostischen Ausbildung
Nach dreißig Stunden Lehrveranstaltungen in der psychologischen Disziplin"Diagnostik der Schülerpersönlichkeit” und vor dem dazugehörigen Praktikum erscheinen uns Reflektionen zu diesem Ausbildungsabschnitt für angebracht. Geht man vom Ablauf der Lehrveranstaltungen aus, dann ist an Vorlesungen, Seminare und Übungen zu erinnern, deren inhaltliche Gestaltung darauf gerichtet war, Einsichten für die Notwendigkeit dieser Ausbildung innerhalb eines erziehungswissenschaftlichen Studiums zu erzeugen sowie Möglichkeiten der GewinNung psychodiagnostischen Materials darzustellen. Neben diesen zentralen Absichten ist noch zu erwähnen, daß die inhaltliche Gestaltung auch darauf abzielte, die Psychodiagnostik nicht als*Ausbildungsabschnitt zum Selbstzweck” zu verstehen, vielmehr als eine Disziplin, die ihre Aufgaben in der Lösung menschlicher Problemkreise findet.
So gesehen kann eine diesbezügliche Qualifizierung dazu beitragen, daß Lehrer besser ihre humanistischen Aufgaben erfüllen; aber auch, daß sie sich verstärkt selbst reflektieren, um im Ergebnis in sozialer Interaktion effektiver zu sein. Neben diesen spezifischen Bedeutungen, die man mit Sicherheit ausführlichst referiert in entsprechender Literatur wiederfindet, sei noch erwähnt, daß psychologische Informationen generell als Bildungsgut einer akademischen Ausbildung— speziell Lehrerausbildung— angesehen werden sollten.
Natürlich kann man sich zu diesem Gedanken positionieren. Es ist möglich, die Diagnostik bezogen auf die einzelnen Lehrveranstaltungen abzuarbeiten, sie als bleibendes Übel bis zu den unumgänglichen Hauptprüfungen wegzuschieben. Man kann aber auch solche Beziehungen aufbauen, die dazu veranlassen, sich intensiv mit psychologischen Problem— und Fragestellungen auseinanderzusetzen. Und dafür gab es in den Lehrveranstaltungen ausreichende Möglichkeiten, zumal man aus studentischer Sicht genügend Freiräume hatte, um psychodiagnostische Probleme in die Lehrveranstaltungen einzubringen. Problemsicht allerdings ist das Ergebnis aktiver Auseinandersetzung mit der Sache, setzt also Substanz voraus! Demzufolge gehen qualifizierte Diskussionen zu psyChologischen Fragen ans Eingemachte.
Bestimmt existieren vielfältige private Gründe, die das Aufwandbudget für die Psychodiagnostik minimieren. Das ist aber teilweise schade, da heute umfassend Fachliteratur zur Verfügung steht, die auch Interesse für die Psychologie erzeugen kann und somit den Blick für andere Menschen, auch für sich selbst, schärft..}
Betrachten wir diese Überlegungen als Anregung, die eigenen Positionen gegenüber der Psychodiagnostik zu prüfen— damit verbunden das bevorstehende Praktikum.
Wir sehen dieses Praktikum als eine Bereicherung der psychodiagnostischen Ausbildung an, weil Theorie und Praxis zusammenlaufen. Grenzen sowie Möglichkeiten der Psychodiagnostik in der Schule werden sich verdeutlichen. Erwartungen, die darauf gerichtet sind, dialektische Beziehungen zwischen Theorie und Praxis in der Schule wiederzufinden, werden mit Sicherheit bestätigt, allerdings auch Erwartungen, die sich auf Kontroversen zwischen Ausbildungsinhalten und Schule beziehen. Generell sollte man sich in diesem Praktikum mit Vor-, Nachteilen und den Anwendungsmöglichkeiten diagnostischer Methoden, Verfahren kritisch auseinandersetzen, um im Ergebnis zuverlässige sowie weitestgehend objektive Aussagen zum Leistungs— und Sozialverhalten ausgewählter Schüler Machen zu können.
Und wird erreicht, daß man durch Bewältigung dieses Praktikums die Schülerindividualität besser erkennt, ihr Verhalten besser erklären kann, prinzipiell mehr“feeling” gegenüber dem einzelnen Schüler entwickelt, dann sind wesentliche Zielstellungen realisiert, Letztendlich ist Immer eine gewisse Ppsychodiagnostische Kompetenz erforderlich, um die Aufgaben, die mit diesem Praktikum verbunden sind, effektiv im oben genannten Sinne abzuarbeiten. Kompetenzen erwirbt man sich selbst, deshalb wird an dieser Stelle für eine entsprechende Vorbereitung auf dieses Praktikum plädiert, Als Vorbereitung kann man die inhaltliche Aufarbeitung vergangener Lehrveranstaltungen ansehen sowie eine Erweiterung des privaten KenntnisNiveaus durch das Studium von Fachliteratur...
Dr. J. Herboth, FB Psychologie
manistik der BLH
Am 15. Dezember 1990 wurde im Eduard—Claudius— Club in Potsdam die Fontane Gesellschaft e. V. von 52 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Damit erfüllte sich ein langjähriger Wunsch vieler Fontane—Liebhaber im In— und Ausland, der bisher u. a. auch an der kulturellen Obstruktionspolitik in der ehemaligen DDR gescheitert war. Diese Barrieren sind weggefallen, jedoch ergaben sich im Vorfeld der Gründungsversammlung noch genügend andere Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt. Vieles hing mit dem bis heute nicht endgültig geklärten Standort des Theodor—FontaneArchivs zusammen, welches auch für die Gesellschaft das sozusagen organisatorische Zentrum bilden sollte,
ES v SB Asa bareeneeih
Auf jeden Fall ist in der Satzung der Fontane Gesellschaft e. V. die Stadt Potsdam als Sitz der Vereinigung festgelegt worden. Festzuhalten bleibt jedoch: die Gesellschaft bedarf des literarischen und wissenschaftlichen Kommunikationsortes Fontane— Archiv, um eine effektive Arbeit leisten zu können!
In diesem Zusammenhang ist anzumerken, daß sich die Brandenburgische Landeshochschule bisher
Moderne Musik?
Am 16. Januar hatten wir die Gelegenheit, eine Vorlesung etwas ungewöhnlicher Art zu besuchen. Geladen hatte die Musiksektion, Gastreferent war Prof. Jolyon Brettingham— Smith, Komponist und Dozent an der HaK(W— Berlin).
Allgemeines Interesse war unter uns Studenten schon vorhanden, da Gastvorlesungen leider bisher zu den Seltenheiten an unserer HS gehörten. „„ 8S war nicht einzuschätzen, wie dieser Abend auf uns wirken würde, Doch ich glaube, jeder Zuhörer, ob Lehrkraft oder Student, war sehr angenehm überrascht.
Auf charmante, humorvolle Art und Weise machte er uns mit seiner Entwicklung vom*er soll doch etwas anständiges studieren”— Traumbild der Eltern— bis zur Hinwendung zur Musik bekannt. Dabei war es sein Wunsch, in seinen Kompositionen*die Welt der europäischen Musik, der traditionellen Akkordtypen”, mit der"der geistigen und musikalischen Welt anderer, vorwiegend asiatischer Kulturkreise”( 1987) zu verbinden.
Dadurch entsteht eine dem harmoniegewöhnten Zuhörer ungewohnte Musik, und.die Frage einer Studentin ist schon verständlich: Wie wirkt Ihre Musik auf andere Zuhörer?”
Der Schein des Zusammenhanglosen wirkt noch in erster Linie auf uns. Jedoch kann dieses Bild nicht kange halten. Uns wird die Denkweise asiatischer Musik, sicher nur in Ansätzen, bekannt gemacht. Dadurch erst versteht man, an welchem Punkt die traditionell harmonische Musik stehengeblieben ist und wo andere Kompositionsweisen, hier die asiatische, ansetzen können. Schon geben wir uns mehr und mehr der Musik hin. Es werden Komposi
sehr engagiert für den Verbleib des Archives In Potsdam eingesetzt hat. Die Ursache ist auch darin zu suchen, daß mit dem Verbleib des Archivs in Potsdam und der in dieser Stadt ansässigen Gesellschaft sich vielfältige Möglichkeiten eröffnen, die literar— historische Forschung und Lehre in ihrer gesamten Komplexität mit Blick auf das 19. Jahrhundert umfassend zu profilieren. Hier besteht für den Fachbereich Germanistik der BLH die große Chance, sich relativ harmonisch in eine schon ausgeformte internationale Forschungslandschaft zu integrieren und gerade ihren— auch aus der exponierten geographischen Lage betreffs Fontane resultierenden— Beitrag zu leisten.
Die mögliche Resonanz und Breite ist der gegründeten Fontane Gesellschaft ja bereits inh&rent. Zum Präsidenten wurde Prof, Dr. habil. Helmut Nürnberger aus Hamburg/Flensburg gewählt. In den Vorstand wurden so profilierte Fontane—Editoren wie Dr. Gotthard Erler und Dr. Otfried Keiler gewählt,
Vor allem versteht sich die Fontane Gesellschaft aber als internationale Vereinigung der Fontane— Freunde, Die”Fontane—Blätter” als PublikationsOrgan der Fontane— Gemeinschaft seit 1965 haben in dieser Hinsicht eine unschätzbare Vorarbeit geleistet, Davon zeugen Autoren aus 35 Ländern, u. a. auch aus Australien, Neuseeland, Canada, den USA, Japan, Irland und anderen Staaten der Erde. Hier gilt es sofort anzuknüpfen! Der*Fontane—Boom” der letzten Jahre, der sich offenbar noch verstärkt, darf vom Fachbereich Germanistik nicht verschlafen werden!
Gute Ansätze gibt es bereits in der nun schon zwei Jahre praktisch sehr wirksamen und auch in einem Vertrag manifestierten Zusammenarbeit zwischen dem Fontane— Archiv und der ehemaligen Sektion Germanistik,
Eine weitere Öffnung ist auf vielfältige Art und Weise möglich, so u. a. im gemeinsamen Organisieren von wissenschaftlichen Konferenzen zwischen der BLH, dem Fontane-— Archiv, der HumboldtUniversität zu Berlin und der Fontane Gesellschaft. Das wäre die Grundlage eines künftigen*FontaneJahrbuches”,
Die Gründung der Fontane Gesellschaft war ein erster Schritt. Folgen müssen vielfältige Initiativen, wobei die Brandenburgische Landeshochschule und ihr Fachbereich Germanistik eine deutlich tragende Rolle beanspruchen sollten.
Dr. sc. Peter Görlich FB Germanistik
tionen vorgestellt wie:"Im aonal seal”( bei mir selbst) und* Ode— the western wynde”.
Die Stimmungen dieser Stücke( Traurigkeit und Einsamkeit in"Im aonal seal” oder Lebhaftigkeit in 7Ode- the western wynde”) werden durch Ausnutzung Charakteristischer Eigenschaften von Instrumenten, etwa bei der Flöte mit dem Blasen einerseits: gehaltener Ton, und dem Greifen andererseits: Tonveränderungen, Klappenschlagen= kurzer Ton, a rückt, Dabei baut B.— S. seine Stücke in traditioneller Form auf, gibt ihnen jedoch durch Verwendung anderer Tontechniken neue musikalische Dimension.
Der Applaus seitens der Zuhörer bleibt da nicht aus. Ich glaube, das Klischeebild: Abneigung gegenüber"moderner neuer Musik” ist für kommende und gegenwärtige Musik nicht mehr haltbar.
Sybille Minnich, MD 87.1
URANIA—BILDUNGSREISEN 1. Halbjahr 1991
URANIA Potsdam
Brandenburger Str. 38
1560 Potsdam
8. bis 10. Februar Reiseziele sind Köln, Bonn und Effelsberg in der Eifel, Teilnehmerpreis: 256,- DM 14. bis 16. März Schleswig— Holstein Gemeinschaftsveranstaltung mit der Heimvolkshochschule in Rendsburg/Schleswig— Holstein, Teilnehmerpreis: 260,- DM
20. April(Tagestour)
Klassische Bauten im Oderland
Preis ab Potsdam 59,- DM, 6.00 bis 21.00 Uhr
Nr.03/91