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(1.1.2019) 03
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Auf praktische Kreativitat orientieren

Wie bereits angekündigt, veröffentlichen wir heute einen Auszug aus dem von Dr. Mette gehaltenen Referat auf der 2. Mitgliederkonferenz des Landes­fachverbandes Polytechnik/Arbeitslehre(e.V.) Brandenburg. In diesem Teil seiner Ausführungen bezieht sich der Autor insbesondere auf das Ver­ständnis vonAllgemeinbildung.

Meine Damen und Herren!

... Was die angemessene Vorbereitung unserer Ju­gendlichen auf Europa anbelangt, so wissen wir, daß neben einer Erweiterung des Sprach­angebotes an unseren Schulen natürlich der Be­reich der technisch ökonomischen Allgemein­bildung eine besondere, herausragende Bedeu­tung einnimmt.

punkt wählt, tritt das Merkmal der Einseitigkeit auf. Die Komplexität des Technikbegriffes hat in seinen Dimensionen die Bereiche Arbeit/Wirtschaft/Be­ruf/Haushalt/Freizeit/ Öffentlichkeit natürlich mit zu erfassen. Das ist unser erklärtes Ziel,

Wir lassen aber nicht zu, daß bei der notwendigen und anstehenden systemgenetischen Analyse der bisherigen PBE in der DDR die Polytechnik z. B. auf die produktive Arbeit reduziert wird und hier nur die Kindermassenarbeit als Zulieferproduktion für die Betriebe betont wird. Einige Autoren können offen­bar von dem eigentlichen Ansatz der PBE und der tatsächlichen Wirklichkeit(was der einzelne jetzt daraus gemacht hat) nicht unterscheiden. Und ich möchte hier einschieben, daß Betriebsexkursionen,

Leider wurde in der Regierungserklärung nur auf das*europäische Aushängeschild der Berufsaus­bildung der ehemaligen BRD eingegangen. Auch das ist für unser Land Brandenburg wichtig keine Frage umso mehr müssen wir für unseren Verant­wortungsbereich unverzüglich Standpunkte ein­bringen, so daß unsere Menschen sich tatsächlich in einer rasch wandelnden technischen Welt be­haupten können, um mit den Worten des Branden­burgischen Ministerpräsidenten zu sprechen. Na­türlich ist es schwierig, Allgemeinbildung zu bestim­men. In der Tat, Allgemeinbildung ist eine Möglich­keit und ein Anrecht aller Menschen. Hier hinter steht das Streben nach Chancengleichheit im Le­ben und im Beruf das auf einen aktiven, produk­tiven, kritischen und aufgeschlossenen Umgang mit Technik orientiert. Allgemeinbildung dient der Kulti­vierung aller Anlagen und Fähigkeiten im Men­schen und zielt auf Allseitigkeit und Vielseitigkeit, Der Gegenstand Technik im weitesten Sinne ist da­für besonders prädestiniert, da er die Gefühle, den Kopf, die Sinne und die Hände zu seiner Bewälti­gung gleichsam anspricht.

Allgemeinbildung kennzeichnet das Allgemeine in den Kulturschöpfungen der Menschheit, Der zu leicht gemachte und z. T. berechtigte Vorwurf des Technizismus bedarf einer prinzipiellen Ausklärung. Immer, wenn man nicht mehr die Beziehungen MenschTechnik als ganzheitlichen Ausgangs­

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Das deutsche Bundesrecht: systematische Samm­lung d. Gesetze und Verordnungen mit Erläuterun­gen- Baden Baden: Nomos.. Loseblattsamm­lung. In 26 Ordnern

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Nr.03/91

Foto: Rüffert

erkundungen, Betriebspraktika auch nicht ver­gleichbar sind mit der produktiven Arbeit, Das sind Methoden, die auch nicht allein existieren können.

Der letzte Volksbildungsminister Prof, Meyer forder­te in der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft in Leipzig sinngemäß zu Recht: Wir brauchen praktische Kreativität, weg mit den theoretischen UÜberlastungen in der Schule... und die rationellen Kerne der PBE sollen erhalten blei­ben.

Wir meinen, die Polytechnischen Zentren sind ge­nau dafür geschaffen, sie müssen bleiben. Wir wis­sen, daß wir uns jetzt im nunmehr bekannten Rah­men der BRD bewegen wollen und müssen. Den­noch ist kein Kopieren angesagt. Und eine Haltung, so Prof. Meyer, nach dem Motto"Rette sich wer kann, ist kurzfristig und nicht gut.

Wir sind uns einig, daß Besonnenheit, Eigeninitiative, eine genaue Bilanz, Mitarbeit von Eltern, Schülern, Lehrern, Studenten... bei der Ausarbeitung von Rahmenempfehlungen gefragt sind. Den Blick für Konfliktstellen im ehemaligen DDRKonzept in un­serem Bildungsbereich, glaube ich, haben wir ge­schärft eine Gesamtanalyse wie gesagt steht noch aus...

Dr. sc. D. Mette FB Technische Bildung

durch ein Stichwortregister erschlossen. Beckscher Ratgeber Recht, 3., überarb. Aufl.­München: Beck, 1990. XVI, 415 S.

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Sensortechnik aus

Sachsen Sonderpreis für Innova­tion

Der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Forschung und Technologie und wurde vom Wirt­schaftsclub RheinMain e.V. Frankfurt und der Düs­seldorfer Wirtschaftswoche in Kooperation mit dem Münchener Magazin highTech zum elften Mal ver­liehen.*

Den Preis erhielt diesmal die Kölner KHD Humboldt Wedag AG für den SupraleitungsMagnetschnei­der"Descos. Weltweit wurde erstmals eine Proto­typanlage mit einer integrierten supraleitenden Spule zur Aufbereitung von primären und sekun­dären Rohstoffen, insbesondere von Erzen, ent­wickelt, die sich nicht nur in Labors, sondern auch im rauhen Industriealitag bewährt hat. Bundesfor­schungsminister Dr. Riesenhuber hatte angeregt, für 1990 einen*Sonderpreis DDR zu vergeben. Zu jener Zeit, als dieser Gedanke geäußert wurde, war die Wende gerade erst zehn Wochen alt. Unter dem Eindruck der fallenden Mauer entschlossen sich die Initiatoren des Preises, diese Idee zu reali­sieren, Sie wurden von den Ereignissen überholt, denn aus der ehemaligen DDR entstanden inzwi­schen neue Bundesländer,

Erstmals wurde daher in diesem Jahr im Rahmen des Innovationspreises ein"Sonderpreis für die neu­en Bundesländer vergeben. Er ging an das For­schungsinstitut"Kurt Schwabe Meinsberg im säch­sischen Waldheim, einem Mekka der Sensortech­nik. Die Institute unserer Fachbereiche Chemie und Biologie sind seit langem zufriedene Kunden dieser Einrichtung und setzen dort produzierte Geräte mit Erfolg in den chemischen Kurspraktika, in den öko­logischen Geländepraktika und in der Forschung ein.

Das 1945 gegründete Forschungsinstitut war als selbständig arbeitende Einrichtung den damaligen Ministerium für Wissenschaften und Technik unter­stellt. Seine Besonderheit lag darin, daß die For­schungsarbeit auf dem Gebiet der Elektrochemie mit der Fertigung von Kleinserien elektrotechni­scher Sensoren und Labormeßgeräten sowie von Meß-, Steuer und Regelanlagen verknüpft wur­de. Da das Institut die für die Forschung benötigten Mittel selbst erwirtschaftet und keine staatlichen Zuschüsse erhalten hat, konnte es die Freiheit bei der Wahl der wissenschaftlichen Themenstellung bewahren. Das Meinsberger Institut entwickelte ein weltweit einmaliges Sensor System auf Mikroelek­tronikbasis, das auch in den alten Bundesländern Ohne Konkurrenz ist. Der Sensor beruht auf einem lonensensitiven Feldeffektiransistor. An einer sehr dünnen, chemisch sensitiven Membran entsteht beim Kontakt mit dem zu untersuchenden Medium eine elektrische Spannung, die über die zu messen­de Stoffkonzentration Auskunft gibt. Allgemein läßt sich dieser Sensor, mit dem die Meinsberger For­scher der Konkurrenz in aller Welt einen entschei­denden Schritt voraus sind, zur Konzentrationsbe­stimmung chemischer Bestandteile von Flüssigkei­ten und Gasen einsetzen. Speziell ist bisher die Be­stimmung des Säuregehaltes(pHWert) in klein­sten Flüssigkeitsmengen bis zur Marktreife entwik­keit worden. Der nur 8 mm große Sensor erlaubt die direkte pDH Messung eines Tropfens eines Pflanzen­saftes, während mit herkömmlichen Sensoren das zehn oder gar hundertfache Volumen erforder­lich wäre, Arzten wird mit dem System ein neues Diagnoseinstrument in die Hand gegeben, denn damit I&ßt sich der Säuregrad im Magen, den des Schweißes auf der Haut oder gar den der Flüssigkeit unter dem Augenlid, bedeutsam als Entschei­dungshilfe für die Anpassung von Kontaktlinsen, ermitteln. Große Zukunftschancen für ihr System sehen die Preisträger auch im Umweltschutz, in der Land und Wasserwirtschaft, in der Medizin und Korrosionsmeßtechnik, in der Biotechnologie und in der Lebensmittelindustrie. Demnächst werden sich die Meinsberger auf das Gebiet der Entwicklung von Biosensoren vorwagen, mit dem die Qualität von Lebensmitteln, aber auch Krankheitserreger im menschlichen Körper bestimmt werden können. Der Forschungsminister selbst hat den Preis, der nicht mit einer Geldzuweisung verbunden ist hier zählt allein die Ehre und der Imagegewinn am 19.1.1991 in der Alten Oper zu Frankfurt/M. verlie­hen.

Dr. Rammelt