vs zz Posifionen zum geplanten Unferrichtsfach
“Lebensgestaltung- Ethik- Religionskunde”
Die Diskussion um das Thema*LebensgestaltungEthik- Religionskunde” aufgreifend, haben wir uns mit der Bitte um die Darstellung Ihrer Positionen an die großen Parteien und die Bürgerbewegung
Der Schritt vom Einheitsschulsystem zu einem begabungsgerechten, differenzierten verlangt nach einer Vielfalt im Bildungsangebot. Gilt es doch, die dem Wissen jahrzehntelang künstlich angelegten Fesseln zu sprengen. Lebenskundlich-ethische und religionskundliche Bildung und Erziehung ist daher aus unserer Sicht mehr, als jungen Menschen bloße Tips zur praktischen Lebensbewältigung zu geben, 14/15jährigen zu sagen, wie sie sich vor Drogen und Aids schützen können. Nein, Kopf und Herz müssen gleichermaßen angesprochen werden. So gesehen geht es Insbesondere um die Erziehung zur Liebe, zum Glück und zur Leidenschaft und zum Umgang mit dem menschlichen Leid. Aber auch Fragen wie Krieg und Frieden, soziale Gerechtigkeit, Engagement für die dritte Welt, Umweltethik, Chancen und Gefahren der Gentechnik sollten völlig neu zur Diskussion gestellt werden. Die europäischen Kunst- und Kulturentwicklungen, Rechtsund Moralvorstellungen sind bis ins Heute hinein von Christlicher Tradition, von Motiven, Themen und Fabein biblischer Mythen geprägt. Wissen darüber zu vermitteln, auch das ist ein Anspruch, der sich stellt, wenn junge Menschen ihrer Verantwortung für die Kultur der Menschheit gerecht werden wollen.
Bündnis 90 des Landes Brandenburg gewandt. Wir erhielten bisher die Stellungnahmen der F.D.P. und der PDS, die wir an dieser Stelle abdrucken.
DIE REDAKTION
Darum plädieren wir dafür, in dem geplanten Unterrichtstach Religionskunde zulehren. Der Vorschlag der Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, das Fach Lebensgestaltung-Ethik-Religionsk un de zunächst als Schulversuch an ausgewählten Schulen zu führen, findet die Zustimmung der F.D.P. Solch eine Probezeit” ist aufgrund mangelnder Erfahrungen angebracht und wichtig für die Entscheidungsfindung, u.a. für die Auswahl der Lehrinhalte und für die Ausbildung kompetenter Lehrer, Nach liberalem Selbstverständnis ist eine Grundbedingung für die Vermittlung moralischer Werte und Normen die Anerkennung der Freiheit des einzelnen. Zusätzlich zu dem geplanten Pflichtfach sprechen sich die Liberalen im Land Brandenburg deshalb dafür aus, daß alle Kinder, deren Eltern es wünschen, konfessionsgebundenen Reiigionsunterricht erhalten. Die F.D.P. betont nachdrücklich, daß das geplante Pflichtfach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde und der Religionsunterricht als gleichwertige Unterrichtsfächer den Schülern angeboten werden. Die notwendigen verfassungsrechtlichen und schulgesetzlichen Regelungen sollten öffentlich diskutiert werden.
F.D.P.- Fraktion
POS ART NA nd a0 AED E IDEEN ANNETTE
Die Diskussion um die Landesschulgesetzgebung ist gegenwärtig In vollem Gange, und mit ihr die um die Frage des Religionsunterrichtes. Die Landesregierung will verbindliche Aussagen erst in einem “richtigen” Schulreformgesetz, die Fraktion der CDU hat bereits sehr klare Vorstellungen In Ihrem eigenen Gesetzentwurf formuliert. Die Fraktion PDSLinke Liste im Landtag Brandenburg vertritt in dieser Frage die Position, daß Religionsunterricht kein*ordentliches Lehrfach” an den Brandenburger Schulen sein sollte. Wir befinden uns damit nicht nur in Übereinstimmung mit der sogenannten"Bremer Klausel” des Grundgesetzes, sondern auch mit den in diesem Falle relevanten Aussagen der Brandenburgischen Schulgesetzgebung aus dem Jahre 1946. Allerdings sind wir uns durchaus der Defizite der vergangenen Jahre bewußt, was beispielswelse Kenntnisse über religionskundliche Fragen betrifft, Das kann aber aus unserer Sicht nur ein Aspekt künftiger neuer Unterrichtsinhalte sein. Aus diesem Grund unterstützen wir die gegenwärtigen Bemühungen zahlreicher Lehrerinnen, Erziehungswissenschaftlierinnen, Eltern und Interessentinnen um alternative Überlegungen und Konzepte In dieser Richtung. Wie die Angelegenheit im Endeffekt heißen soll, spielt für uns dabei zunächst nur eine sekundäre Rolle, Wichtig wäre nach unserer Auffassung ein Ansatz, der ein Interdisziplinäres Zusammenwirken von Religionskunde und Ethik als eigenes Fach mit allen Unterrichtsfächern, besonders den geisteswissenschaftlichen und musischen, ermöglicht und dabei gleichzeitig die her
Minister gab Auskunfl
Eingeladen von Rektor und Hochschullehrerverband, nahm Minister Enderlein am 17. April die Gelegenheit wahr, seine Vorstellungen über eine eigenständige Hochschulpolitik des Landes Brandenburg darzulegen. An diesem Abend wurde ein breiter Themenkatalog angesprochen, sehr informativ aufgebaut und überzeugend vom Gast vorgetragen. Daß h noch wesentliche Punkte einer Klärung bedürfen, zeigte u.a. eine Frage aus dem Zuhörerkreis. Erkundigt wurde sich nach der Verfahrensweise der Überführung unseres Personals In die zukünftige Universität. Hier konnte noch keine eindeutige Aussage getroffen werden. Zu grundsätzlichen Regelungen ist eine Abstimmung zwischen allen neuen Bundesländern vorgesehen. Fest steht, daß der Anteil von Zeitverträgen erheblich sein wird. Nach der genannten Abstimmung erfolgt die nachträgliche Aufnahme dieses Abschnittes in das Hochschulgesetz. Die Verabschiedung des Landeshochschulgesetzes ist dann Aufgabe des Landtages. P.GÖörlich
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anwachsenden Kinder und Jugendlichen dazu erzieht, ihren Platz in den neuen gesellschaftlichen Strukturen zu finden. Dabei sind uns Fragen wie Solidarverhalten und Leistungsbewußtsein, Konfliktfähigkeit und Verantwortung ebenso wichtig wie das Erleben eigener Stärken und Schwächen sowie von Möglichkeiten und Konsequenzen persönlichen Entscheidens durch die Kinder und Jugendlichen. Gerade in Anbetracht zunehmender Gewalt in der Öffentlichkeit sowie einem Trend zur Entsolidarisierung der Menschen, die ihren Ausdruck beispielsweise in der Neigung zur Ausgrenzung von Menschengruppen findet, halten wir es für ein zwingendes Gebot, dazu schnellstmöglich neue, vernünftige Überlegungen und daraus resultierende Formen auf den Weg zu bringen. Hierbei werden insbesondere Erziehungswissenschaften einen wichtigen Beitrag leisten müssen. Gleichzeitig sollten in Unterrichtstachversuchen mögliche Varianten erprobt werden, die gesicherte Aussagen zu den oben genannten neuen Unterrichtsinhalten zulassen. Die Landtagsfraktion PDS-Linke Liste betrachtet daher die Überlegungen und Bemühungen der Arbeitsgemeinschaft Bildung und Lebensgestaltung e.V. als sehr nützlich und wird weiter darum bemüht sein, das kritisch-sachliche Gespräch zu diesen Fragen zu suchen- gemeinsam mit anderen zum Wohle der Kinder und Jugendlichen Brandenburgs.
Harald Petzold, MdL
Bildungspolitischer Sprecher der Fraktion PDS-Link® Liste im Landtag Brandenburg
Lesermeinung
Ich möchte der Leitung der BLH danken für das sehr informative Forum mit Herrn Enderlein, dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Herr Enderlein braucht einen Vergleich mit Persönlichkeiten vorangegangener Foren nicht zu scheuen, im Gegenteil, Es zeigt sich auf solchen Veranstaltungen immer wieder, daß das Informationsbedürfnis vieler Mitarbeiter unserer Hochschule deutlich gewachsen ist, wenn auch noch nicht alle angebotenen Informationsquellen voll genutzt werden. Ich möchte in diesem Zusammenhang fragen: Warum wird in den*Hochschulnachrichten” nicht mehr über Senatssitzungen berichtet? Dies war in der Nummer 2/91 der Zeitung angekündigt. Da das Senatsgremium über Fragen entscheidet, die im eigentlichen Sinne des Wortes vital sind, wäre eine öffentliche Berichterstattung sehr wünschenswert. Der Begriff der Transpar enz sollte ein Kriterium sein, das unsere Zeit deutlich von der vergangenen unterscheidet, H. Wedde
Ein Hochschulerneue
rungsgesetz von der Opposition und was es (nicht) brachte
Wir sprachen mit Harald Petzold, Mitglied des Landtages und des Senates unserer Hochschule, über den Fntwurf des Brandenburgischen Hochschulerneuerungsgesetzes seiner Fraktion.
HSN: Welches Ziel verfolgten Sie mit dem Einbringen dieses Entwurfes in den Landtag?
H.P.: Das Bedürfnis nach gesetzlichen Regelungen für die Hochschullandschaft Brandenburgs ist groß und unbestritten. Diesem Bedarf und der schleppenden Arbeitsweise der Regierung- von 14 für März angekündigten Gesetzesinitiativen erfolgte nicht eine- Rechnung tragend, brachte die Landtagsfraktion PDS-Linke Liste einen eigenen Entwurf für ein Brandenburgisches Hochschulrahmengesetz in den Landtag ein. Es dürfte zu den nicht wiederkehrenden Besonderheiten der gegenwärtigen Situation gehören, daß ein solches Gesetz von einem Studierenden begründet wurde.
Ziel dieses Gesetzesentwurfes war es, in Brandenburg die Herausbildung einer modernen, zukunftsorientierten Hochschullandschaft zu befördern. Unserer Überzeugung nach würde das bloße Kopieren westdeutscher Strukturen unverhältnismäßig viel Kraft kosten, den Blick für moderne Anforderungen verstellen und kaum den Anschluß an die europäische Hochschullandschaft herstellen. Ein auf altbundesdeutsche Strukturen gerichteter Fetischismus schafft zwar einerseits relativen Fortschritt, reproduziert zugleich jedoch relativen Rückstand. Es darf nicht übersehen werden, daß auch die Hochschulen der Altbundesländer vor Erneuerungsproblemen stehen,
Zukunftsweisende Tendenzen, Auffassungen der ehemaligen WRK(Westdeutsche Rektorenkonferenz) sowie der GEW aufgreifend, versucht dieser Entwurf die demokratische Mitbestimmung aller Mitgliedergruppen an den Hochschulen sowie die Mitsprache der Hochschulen in der Hochschulpolitik zu fördern.
HSN: Welche konkreten Vorschläge unterbreiteten Sie?
H.P.: Beispielsweise würde ein mit großen Rechten ausgestatteter Hochschultag, dem neben dem zuständigen Landesminister je ein Vertreter der Mitgliedergruppen jeder Hochschule und die Rektoren angehören könnten, die Mitwirkung kompetenter Betroffener an der Hochschulpolitik sichern. Ob ein Hochschultag so weitreichende Rechte, wie in diesem Entwurf vorgesehen, haben muß, ist sicher diskussionsfähig. Wichtig erscheinen aus unserer Sicht weiterhin die Festschreibung paritätischer Quotierungen in den Hochschulgremien, von zulässigen Gründen für eine Befristung von Arbeitsverhältnissen, die Beibehaltung bestehender unbefristeter Arbeitsverhältnisse, eindeutige Regelungen für die"Begutachtung” der Hochschulangehörigen, die verfaßte Studentenschaft sowie die Möglichkeit zum Forschungsstudium, HSN: Der Entwurf wurde abgelehnt. Wie geht es nun weiter?
H.P.: Politische Ehrlichkeit erfordert es, einzugestehen, daß unser Entwurf eine Reihe von Mängeln besitzt, auf die andere Fraktionen zu Recht hinwiesen. Da von diesen zugleich viele Ansätze als positiv akzeptiert wurden, ist es uns unverständlich, daß der Entwurf nicht einmal in die Ausschüsse zur Diskussion überwiesen wurde. Ein Vorschaltgesetz hätte gegenüber dem von der Regierung geplanten“richtigen” Gesetz mehr Möglichkeiten zu auBerparlamentarischer demokratischer Mitwirkung geboten, ein Argument, das die Regierung für ihr Vorschaltgesetz zum Schulgesetz selbst gebrauchte. Es hat den Anschein, daß in diesem Fall die Parteipolitik über die regierungseigene Argumentation gesiegt hat. Es erhebt sich gleichzeitig die Frage, wie ernst eigentlich das Angebot von Ministerpräsident Dr. Stolpe zur konstruktiven Mitwirkung der Opposition gemeint ist?(Auch die CDU-Fraktion erfreut sich prinzipieller Ablehnung bei Gesetzesinitiativen.) Ungeachtet der Ablehnung unseres Gesetzesentwurfes bin ich sehr an vielfältigen Meinungen zur künftigen brandenburgischen Hochschulpolitik interessiert. Meiner Auffassung nach sollte nach den Erfahrungen der Vergangenheit Mitwirkung*von unten” bei der Gesetzgebung zur Selbstverständlichkeit werden. Unseren Entwurf habe ich als Diskussionsgrundlage an den Rektor, an den Personalrat sowie an den Studentinnenrat gegeben, er kann dort sicher eingesehen werden,
Nr.09/91