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Polsdamer Straßennamen(20)
Heute: Mangerstraße
Die Berliner Vorstadt erstreckt sich vom ehemaligen Berliner Tor(Kreuzung der Berliner mit der Türkstraße) in nordöstlicher Richtung zwischen Heiligem See und Tiefem See bis an den Jungfernsee. Im 18. Jahrhundert bestand die Berliner Vorstadt im wesentlichen aus Ackern und Gärten, von denen der Garten des Baudirektors Manger(in der heutigen Mangerstraße) als der schönste genannt wird. In der Mangerstraße befindet sich u.a. das Kulturbundhaus“Bernhard Kellermann”(Nummer 34 bis 36).
Heinrich Ludewig Manger hat die für die Forschung noch immer unentbehrliche dreibändige"Baugeschichte von Potsdam”(1789/90) geschrieben. Es handelt sich um eine umfangreiche und detaillierte Darstellung, die über das baukünstlerische Schaffen in der preußischen Residenzstadt im 18. Jahrhundert Auskunft gibt,
Der seit 1753 in Potsdam tätige Baumeister Manger wurde am 31. Juli 1728 als ältestes von acht Kindern eines Kunstgärtners in einem kleinen Ort bei Leipzig geboren. Nach dem Zeichenunterricht bei seinem Vater und anderem Privatunterricht studierte er ab 1748 Mathematik und Physik an der Universität Leipzig. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit als Konstrukteur erlernte er das Maurer- und Zimmerergewerbe.
Zusammen mit Gontard und Unger war er 1775 Baudirektor bei den königlichen Bauten in Potsdam, von 1781 bis 1786 führte er diese Aufgabe allein aus. An der Planungsphase des Neuen Palais nach 1756 und dessen Bauausführung nach 1763 war Manger beteiligt. Friedrich Wilhelm II, ernannte ihn 1787 zum Oberhofbaurat und beauftragte Ihn mit der Leitung der neu gebildeten Gartenbaudirektion.*
Manger starb am 30.4.1790 und wurde auf dem Bornstedter Friedhof beigesetzt.
Dr. Barbara Eckardt
Torsten Bauer(I.) als Ben und Bernhard Geffke als Gus, Regie Gert Jurgons, Ausstattung Hendrik Kürsten.
Foto: Jutta Oloff
Einakter auf der Probebühne des Hans-Otto-Theaters. Ben und Gus heißen die beiden Männer, die im Dienste einer dubiosen*Organisation” in einem heruntergekommenen Raum auf ihren nächsten Mordbefehl warten. Mit der Außenwelt stehen sie nur durch einen*Stummen Diener”, einem knarrenden Küchenaufzug, In Verbindung. Wann wird er den Befehl bringen- und wer wird das Opfer sein? Das ist die quälende Frage, die die Spannung bis ins Unerträgliche treibt und auch Ben und Gus vor eine harte Zerreißprobe stellt... Mit Printers”Stummem Diener”(geschrieben 1957) hält ein Klassiker der internationalen, experimentellen Dramatik Einzug in die Reihe MONTAGABEND.
Mit Graf im Gespräch
Ich gebe es zu, ich war angenehm überrascht und zugleich erfreut, daß der Große Saal in Golm voll besetzt war, als die Mitarbeiter des Bereiches KULTUR unserer Einrichtung zum Hochschulfiimtag am 10. April einluden.
Schön, daß es noch Zuschauer gibt, die auch DEFA-Filme sehen wollen. An diesem Abend war nicht
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Diese in der Mangerstraße befindliche Villa stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Foto: Eckardt
nur das Filmanschauen, sondern auch die Diskussion mit dem Regisseur des Films"Der Tangospieler”, Roland Gräf, angesagt. Wer kennt nicht das gleichnamiges Buch von Christoph Hein? Schon vor der Wende begann R. Gräf mit der Verfilmung der Erzählung. Obwohl mit dem Inhalt vertraut, deprimierte es mich dennoch am Ende des Filmes, zu erfahren, daß der“Held”, Dr. Dallow(Michael Gwisdek), nach seinen schrecklichen Erlebnissen von 21 Monaten ungerechtfertigter Haft(Er spielte im Studentenkabarett der Leipziger Uni aushilfsweise bei der Premiere einen Tango mit*staatsfeindlichem” Text) wieder an sein altes Institut zurückkehrt. Schon vor dieser Entscheidung äußerte eine Kollegin gegenüber Dr. Dallow:*Du wirst es tun, auch wenn Du Dich dafür verachtest.” Ist es gerechtfertigt, von vollständiger Anpassung, von Aufgabe der Persönlichkeit, von Opportunismus zu sprechen? Wer will darüber richten? Der Regisseur betonte ausdrücklich, daß sein Werk sowohl ein Film über die DDR-Geschichte als auch über die bundesrepublikanische Gegenwart ist, “Ich würde richtig darum bitten, daß man das sagt, Sehen Sie, das Buch von Christoph Hein ist im Frühjahr‘89 erschienen. Im Mai habe ich die DEFA-Direktion vom Vorhaben überzeugt(was übrigens nicht schwer war), im Sommer das Szenarium geschrieben, und da war klar, daß wir im Frühjahr 90 drehen. Der Herbst lag dazwischen, und ich bekam Zweifel: Früher war das ein Stoff, in dem es von Tabus wimmelte- Stasi, der Prager Frühling, der Dallow selber... All das war kein Tabu mehr, stand plötzlich in der öffentlichen Diskussion. Aber als ich dann drehte, merkte ich, wie sich um mich herum die Leute auf eine so enorme Weise neu anpaßten, daß ich mir sicher war: Wenn es gelingt, dieses historische Sujet auf eine menschliche Grundsituation zu bringen- eben auf die der Verbeugung und Anpassung- dann ist das ein Gegenwartsfilm, Um mich herum waren ja nur noch Widerstandskämpfer.”(16./17.2.91, Junge Welt) Wohltuend wirkte auf mich die Haltung des Regisseurs, der nie versuchte, seine Positionen anderen aufzudrängen, im Gegenteil dazu zu ermuntern, “mit eigenen Augen” zu sehen und persönliche Sichtweisen zu entwickeln, die"dann auch richtig sind”,
Dr. Barbara Eckardt
ICHAT NUr FrauUueNSACHNE
Am 2. Mai 1991 wird um 19.15 Uhr im Raum S 415 eine Diskussionsrunde zum Thema FRAUENPROBLEME gleich Probleme von und für Frauen? Frauen zwischen Lebensanspruch und Lebenswirklichkeit durchgeführt.
Es sollten keine damit in Zusammenhang stehenden Fragen ausgeklammert werden. Die ganze Breite der Problematik ist erlaubt und erwünscht. Im Raum stehen derzeit beispielsweise solche Diskussionsangebote wie:
Frauen gleichberechtigt in der DDR- Gesetze und Realitäten
Probleme neuer Art für Frauen in der Gesellschaft heute
A wie Abbruch der Schwangerschaft
Q wie Quotierung
Z wie Zeit für Beruf, Familie, Haushalt und... und für sich? Eingeladen zu diesem Forum sind ebenfalls Gäste vom Demokratischen Frauenbund e. V. sowie die Gleichstellungsbeauftragte des Neuen Forum, E. Reich,
(aus: April- Programm Demokratischer Frauenbund e.V.)
Nr.09/91