Heft 
(1.1.2019) 10
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TEXT- TOUR(2)

Friedrich Schiller(1759-1805)

HOFFNUNG(1797)

Es reden und träumen die Menschen viel Von bessern künftigen Tagen,

Nach einem glücklichen goldenen Ziel

Sieht man sie rennen und jagen;

Die Welt wird alt und wird wieder jung

Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,

Sie umflattert den fröhlichen Knaben,

Den Jüngling locket ihr Zauberschein,

Sie wird mit dem Greis nicht begraben;

Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf, Noch am Grabe pflanzt er- die Hoffnung auf.

V.l.n.r.: Sabine(Katleen Gawlich), Thomas (Thomas Jahn), Christiane(Christiane Hagedorn), Frank(Frank Panhans)

Foto: Oloff

Ein Spiel vom Liebhaben, Lusthaben, Kinderma­chen und Kinderkriegen, vom Schämen, und was sonst noch alles vorkommt, für Kinder von fünf Jah­ren an, Autoren: Theater Rote Grütze, Berlin

N ‚allarband Neue

Veranstaltungsreihe

Im Kulturbundhaus"Bernhärd Kellermann beginnt am 23, Mai, 19.30 Uhr eine Veranstaltungsreihe zu Fragen der Bildenden Kunst, Malerei und Graphik. Frau Dr. Wally Poltiniak stellt berühmte Kunstmuseen in Deutschland und Europa vor. Es sollen allen Inter­essierten Einblicke in Kunstsammlungen, repräsen­tative Kunstwerke und Künstlernamen vermittelt werden, Die Referentin wird historische Entwicklun­gen verbunden mit stilistischen und motivischen Aspekten erläutern. Das Wallraf-Richartz-Ludwig­Museum in Köln steht im Mittelpunkt der Veranstal­tung am 23. Mai. In den sich anschließenden Zusammenkünften werden Düsseldorf und Mün­Chen dem Publikum nähergebracht.

Erkenntnis

Früher glaubte man, die Sonne drehte sich um die Erde, später hoffte man, die Erde drehte sich

um die DDR. Doch heute wissen wir, es dreht sich alles nur ums Geld,

Siegfried Schmidt

Darüber spricht man nicht!

Er ist kein leerer schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Toren,

Im Herzen kündet es laut sich an:

Zu was Besserm sind wir geboren,

Und was die innere Stimme spricht, Das täuscht die hoffende Seele nicht.

(Schillers Gedichte. Eine Auswahl,- Herausgegeben von Friedrich Döppe.- Leipzig: Verlag Philipp Re­clam jun., 1952, S. 141f.)

Wie und wann sage ich"Es" meinem Kind? Ein Problem, dem sich jeder, der Kinder hat, stellen Muß, Das kann einem dann ganz schön zu schaffen machen, denn so einfach ist"Es" nun mal nicht. Auch beim besten Willen ist eine gewisse Peinlich­keit eben da. Und Unsicherheit, man hört so viel, von Frühreife und sexuellem Mißbrauch und will das eigene Kind schließlich vor schlimmen Erfahrungen bewahren. Als die inzwischen legendäre Theater­gruppe Rote Grütze vor 15 Jahren auf die Idee kam, ein Aufklärungsstück für kleine Kinder zu machen, ging sie der eigenen Verklemmung nach. Die Schauspieler erinnerten sich an ihre ersten kindli­chen Entdeckungsfahrten- die Doktorspiele, aber auch an die erlebten Verbote, Tabus, moralischen Bedenken, Strafen und Ängste. Sie wußten um den Wert des Eingestehens dieser Ängste und Hemmun­gen und daß sie, wenn sie den Kinder helfen wollten, bei sich selber anfangen mußten.

Es existiert eine Textvorlage, geschrieben von den zwei Berliner Autoren Thomas Gostischa und Elke Kummer. Sie wiederum hatten für ihren Text das schwedische Kinderstück"Du der Samen- ich das Ei genutzt, das sich allerdings ausschließlich mit den biologischen Vorgängen befaßt hatte. Nach zahlreichen Spielstunden mit Kindern, Arbeitsge­sprächen mit Eltern, Lehrern und Kindergärtnerin­nen entstand das in seiner spielerischen Direktheit, Warmherzigkeit und in seinem Spielspaß nach wie vor einmalige Stück, worüber die Westdeutsche Allgemeine Zeitung damals schrieb:"... die Kinder wurden behutsam an ein mit Befangenheit bela­stetes Thema herangeführt. Beim Mitspielen und Mitsingen wurden ihnen eigene Gefühle zuerkannt und ihre kindlich sexuelle Wertigkeit akzeptiert, Die­se Sensibilisierung im Gefühlsbereich ergriff nicht nur die Kinder, sondern auch Erwachsene und so­gar Jugendliche: auch sie wurden von der Fröhlich­keit der Kinder angesteckt...(Waschzettel) Aufführungstermine sind: 23.5., 28.5., 30.5.

FRAUENLITERATUR

In der Woche vom 6. bis 12. Mai 1991 führte das Frauenministerium und die Landarbeitsge­meinschaft der kommunalen Gleichstellungsstellen im Land Brandenburg eine BRANDENBURGISCHE FRAUENWOCHE durch.

Die WAB unterstützte dieses Anliegen mit Li­teraturempfehlungen. Wir bringen einen Auszug. Adam Hermann: Soziale Sicherung! Hermann Adam; Helmut Keim; Heinz Vierengel.­

1. Aufl,- Bonn: Bundeszentrale für Bildung, 1988.-168 S.(Reihe Kontrovers)

Standort: D 417

Frauen-Bilder-Lesebuch

Hrsg. von Elefanten Press, Anna Tühne u. Rina Olfe­Schlothauer,­

Reinbek bei Rowohlt, 1982.- 563 S.: Ill.­

Standort: D 413

Frauen in die Offensive: Texte und Arbeitspapiere.­Berlin: Dietz Verl., 1990.- 1115,

Standort: D 414

Frauenreport 90/ Hrsg. von Gunnar Winkler.­

Berlin: Die Wirtschaft., 1990.- 250 S.

Standort: D 414

Politik für Frauen/ Hrsg. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.- 6. Aufl.- Bonn, 1989.-144 S, (Ratschläge u. Hinweise)

Standort: D 414

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Personalausstellung des Kunsterziehers Dr.W. Größel

Das Haus der Lehrer lädt zu seiner 186. Kabinett­ausstellung ein. Der Kunsterzieher Dr. Wilfrid Größel stellt sich in seiner 2. Personalausstellung in dieser traditionsreichen Galerie vor, die nun schon seit 23 Jahren für Kunsterzieher und Künstler eine gute Adresse ist, Dr. Größel ist Kunsterzieher aus Berufung. Als Lehrer am ehemaligen Institut für Lehrerbildung vermittelt er im Fachbereich Primarstufe der BLH zukünftigen Kunstpädagogen Liebe zum Beruf und zur eigenen künstlerischen Arbeit. Was sich dem Rezensenten auf dem ersten Blick aufdrängt: Die ausgestellten Aquarelle, Tusch­zeichnungen, Mischtechniken und Ölbilder in den unterschiedlichsten kleineren bis größeren Forma­ten sind gekonnt und mit fanatischer Freude ge­malt, Farben werden lavierend oder pastos, mit heftigen Pinselhieben oder behutsam aufgetra­gen, gekratzt, übermalt oder verrieben, Werkspu­ren schaffen oft reliefartige lebendige Oberflä­chen. Der Künstler verzichtet auf erklärende Ti­tel,‚und es bedarf dieses Gestaltungsmittels auch Nicht unbedingt. Denn Gegenständliches bleibt ablesbar oder nachempfindbar. Überwiegend jedoch muß man sich Wilfrid Größels Bilder mit Unvoreingenommenheit erschließen. Sie verraten den kunstgeschichtlich Geschulten, ge­wiß ist die intensive und langjährige Auseinander­setzung mit der künstlerischen Moderne eine wich­tige Quelle seiner Bilderfindungen und Bildfin­dungen. Die Handschrift aber ist eine eigenstän­dige. So z.B. gleich zum Auftakt ein Bild, auf dem geordnete, runde Bildelemente durch gleichsam aufgeworfene Farbfetzen in ihrer Hamonie gestört werden- Zerfall eines Systems. Zu den jüngsten, aktuellen Arbeiten zählen auch großformatige, in farbigem Grau gehaltene Bilder. Gestürzte Drei­ecksformen gehen mit Wucht auf die untere Bildzo­ne zu, zerstückeln organisch wirkende Wuchsfor­men. Wahrscheinlich sind diese Arbeiten nur mög­lich geworden, weil die jüngsten gesellschaftlichen Umbrüche Verunsicherungen und zwiespältige Be­findlichkeiten hervorbringen, die der Künstler nur so künstlerisch-Asthetisch umsetzen kann. Ahnliches assoziieren auch andere Arbeiten: Wachsen und Zerstören, eruptives Aufbrechen und Besänftigen. Diese Metaphern sind ambivalent, darin liegt der Genuß des Schauens. Und immer wieder die Landschaft, Dieses Genre ist für Wilfrid Größel nicht in erster Linie als Abbild einer konkret gesehenen Landschaft bedeutsam, eher sinnhafti­ge Erlebnislandschaft, Bäume und Hügel ver­schmelzen mit menschlichen Leibern, in den Olbil­dern dominiert eine erdige, spröde Farbigkeit, Rei­ne und gebrochene Farben in Gelb, Ocker bis zu verhaltenem Englisch-Rot beruhigen. Auch die Aquarelle sind zurückhaltend in der Wirkung, wie 2.B. die polnischen Landschaften- Ergebnis von Studentenpleinairs. Expressive Klänge lösen die be­sinnlichen ab. Die Ausstellungskonzeption will es so und trägt somit zu einem guten Gesamteindruck der Personalausstellung bei. Gelegentlich greift Wil­frid Größel zur Gitarre und erfreut seine Zuhörer. In seinen Bildthemen zur Rockmusik versteht er es, Musikalisches adäquat visuell umzusetzen. Die Bil­der zum Thema Mensch sind insgesamt leicht er­schließbar, wobei die Studien nicht jene Tiefe errei­chen. Das Thema"Eruption" hat Wilfrid Größel vielfältig variiert, Diagonale Bildbewegungen sprengen von innen nach außen die Formate, spiralförmig oder explosionsartig. Krasse Kontraste von reinem Schwarz-Weiß bilden eine Einheit mit zartem Rosa oder Violett, Bei aller Heftigkeit des Malvortrages bleibt der Auftrag sensibel, Wilfrid Größels nunmehr 5, Personalausstellung zeigt gewachsene künstlerische Reife. Man kann auf sei­ne weitere künstlerische Entwicklung gespannt sein.

Harald Herzei

FB Primarstufe

Nr. 10/91