Heft 
(1.1.2019) 07
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Nr. 7/92 Seite 12

KULTUR

Rosi Steinbach-Aquarelle

Reiseeindrücke aus Kalifornien und Nevada

Fünf Jahre nun schon besteht die Kleine Galerie im Primarstu­fen-Lehrgebäude in der Friedrich­Ebert-Straße und ist gerade dabei, eine eigene Tradition zu begrün­den, da müssen ihre Betreiber die wahrscheinlich letzte Ausstellung eröffnen. Als Kleine Galerie das Kulturbundes gegründet, boten ihre lichtdurchfluteten Räumlichkeiten bildenden Künstlern, Studenten, Kunsterziehern und Kindern Ge­legenheit, sich einem breiten Pu­blikum vorzustellen. Bis zu einem endgültigen Aus oder einer neuen Möglichkeit ihrer Weiterführung wird improvisiert. Die Austellungs­fläche ist kleiner geworden und hat keine guten Lichtverhältnisse, bildet aber in der gemütlich gestal­teten Sitzecke einen reizvollen optischen Akzent. Unmittelbar in Nachbarschaft befindet sich die durch Kunststudenten unter Lei­tung von Ev Joppien im Fach­praktikum eingerichtete Galerie W(H)under(t)kinder*, welche in diesem Semester Kinder zum Malen und Kunstmalen einlädt. Nachdem sich die Lehrer der künstlerischen Fächer Dr. W. Größel und H. Herzel bereits mit einer Personalaustellung in der Galerie vorstellen konnten, zeigt nun Frau Rosemarie Steinbach Aquarelle zum ThemaReise nach Kalifornien und Nevada. Insgesamt vermittelt die Ausstel­

Dargeboten werden künstle­rische Versuche aller Art von Solisten oder Gruppen. Jeder kann auftreten, ausstel­len, publizieren!

Wenn Sie irgend etwas schreiben zeichnen, malen spielen inszenieren

filmen

musizieren fotographieren

lung von ca. 20 Bildern einen angenehmen Eindruck.

R. Steinbachs Aquarelle sind künstlerische Reisenotizen. Es ist das erste Mal, daß die langjährige

Kunsterzieherin sich in der wei­ten Welt umsehen kann, und sie genießt es und kostet es aus. Man spürt die starke Faszination von Land und Leuten. Die visuellen Reize der kalifornischen Sommer­landschaft mit ihren unermeßli­chen Weiten und exotischen Pflan­zen haben sicherlich auch einen künstlerischen Impuls ausgelöst. Bildnerisches Erleben als psycho­logisches Phänomen enthält im­mer eine gesteigerte Gemüts- und Gefühlsbewegung und als ästhe­tisches Phänomen eine Vorstel­lung von etwaiger künstlerisch­formaler Umsetzung, die gerade­

zu zum Malen drängen. In sol­chem Spannungsfeld vollzieht sich der künstlerische Schaffensprozeß. Impulse sind auch für die Beherr­schung des Handwerklichen aus­

Foto: Eckardt

gegangen: Eigentlich erst am Beginn künstlerischer Tätigkeit stehend, erzielt R. Steinbach in der schwierigsten Maltechnik überhaupt, dem Aquarellieren, ei­nen Durchbruch. Naß-in-Naß­Technik, lavierender Farbauftrag auf trockenem oder nassem Mal­grund und gehöhtes Weiß neh­men Besitz von der Fläche des Papiers, lassen seine Transparenz spannungsvoll zur Wirkung kom­men.

Bis auf einige Blätter, die aus der Sicht des Rezensenten nicht jene überzeugende Dichtheit und Aus­druck erreichen, überzeugen die

PODIUM"92 ANGEBOTE

dokumentieren usw.

Von Studenten für Studenten 19. und 20. Mai 19.00 Uhr Obere Mensa

Arbeiten durch ihre Komposition, die Bildspannung und die zu gro­ßen Formen zusammengefaßten gegenständlichen Elemente.

Die Landschaften können m. E. in drei thematische Bereiche unter­teilt werden: das Meer, Häuser und Bäume, die Exotik der Blu­men und Pflanzen. Besonders stark ist die Faszination des Atmosphä­rischen in den Meereslandschaf­ten spürbar.

Der Bildraum muß nicht in die

| Tiefe gestaffelt werden, Waage­

rechte dominieren, Rot und Gelb als Farben der Wärme und Nähe drängen von hinten in den Vorder­grund, verflächigen die Komposi­tion. R. Steinbach verläßt sich ganz auf die Kraft des Sensuellen, indem sie die visuellen Lichtreize ausko­stet und auf der weißen Bildfläche die Wirkungen und Spiegelungen des Lichts auf den Dingen farbig zum Klingen bringt. Hierin liegt der Zugewinn ihres künstlerischen Vermögens. Dort, wo R. Stein­bach das Detail der Dinge zurück­drängt, den Bildaufbau der Emo­tion des Augenblicks überläßt, gelingen ihr Arbeiten, die auch den Betrachter ansprechen kön­nen. Der Gesamteindruck verkraf­tet die schwächeren Bilder, aber das ist normal. Harald Herzel FG-Sprecher der FG Kunst

kurzum: gestalten wollen(in welcher Art und durch wel­ches Medium auch immer), dann beteiligen Sie sich bit­te!

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