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KULTUR
„Ich werde bewertet nach dem, was ich ausstelle“
Galerie„TRAPEZ“ in der Charlottenstraße mit eigenem Profil
Im März 1990„rannte man ihm den Boden ein‘. Damals eröffnete Mike Geßner in der heutigen Charlottenstraße 27 die erste Privatgalerie Potsdams. Er gab ihr den Namen„TRAPEZ“, zu denken ist dabei an Zirkus oder aber auch an die geometrische Form der Ausstellungsräume auf dem Dachboden. Bis heute hat sich in unserer Gegend eine breite Galerienlandschaft entwickelt. Das findet Geßner gut und. wichtig. „Man transportiert mit den Künstlern eigene Formen. Jede Galerie hat eigene Maßstäbe, ein eigenes Profil.“ Deshalb bedauert er das Absterben kultureller kommunaler Einrichtungen.
Mike Geßner beschreibt sein Anliegen so:„Die Galerie TRAPEZ versucht aufmerksam und sensibel künstlerische Prozesse zu
bemerken und Kunsttendenzen auszuloten. Der Reiz der galeristischen Arbeit besteht darin, Entdeckungen zu machen und Unbekanntem zu begegnen.“
Der gebürtige Leipziger ist gelernter Buchbinder, arbeitete drei Jahre in der„Galerie am Tor‘(heute „Galerie Samtleben‘‘), bevor er eigene Wege ging. Nur Bildverkäufer zu sein, genügte ihm nicht. Sein Hauptaugenmerk gilt den im Land Brandenburg beheimateten jungen Künstlern. Vertreten werden Stefan Eisermann, Bernd Krenkel, Jörg Schlinke und Olga Maslo aus Potsdam sowie dem Cottbusser Matthias Körner. In mindestens einer Ausstellung konnten sie bisher ihre verschiedenen Ausdrucksformen bildender Kunst präsentieren.
Auf TRAPEZ-Vernissagen wird
Das Stück von Roberto M. Cossa wird auf der Probebühne des HansOtto-Theaters am 20. und 26. Mai, 19.30 Uhr gezeigt.
Als Oma agiert Eva Brunner(a. G.).
Es erwartet Sie ein komödiantisches Feuerwerk um die vier Generationen einer Großfamilie im italienischen Viertel in Buenos Aires. Es ist eine schwarze Komödie, eine Komödie mit tödlichem Ausgang in„Hamletscher“ Manier.
In Figurenprofilen und Rhythmus im besten Sinne dem lateinameri
Foto: Oloff
kanischen Theater verbunden, bietet das 1977 in Argentinien herausgekommene Stück breite Assoziationen. Die Skurrilität, die sich im Titel andeutet, verbindet sich auf den zweiten Blick mit politischen Problemstellungen, im besonderen mit denen Lateinamerikas, im allgemeinen mit jeglicher Tyrannei.
Mike Geßner auf der Kunstmesse in Frankfurt in seiner Ausstellungskoje. Weiteres in der Galerie„TRAPEZ“: Bis 24. Mai Olga Maslo und vom 5. Juni bis 5. Juli Abraham Lubelski aus New York.
Foto: Körner
Universität veranstalteten UniFilmtage erfreuen sich bei Stu
Beliebtheit. Die verkauften Karten beweisen es. Einer der Grün
de liegt sicherlich in der sorgsamen Auswahl der Filme.
eingeladen.
amerikanische Präsident John F.
Die vom Bereich KULTUR der
denten und Mitarbeitern großer
Kürzlich wurde im Filmmuseum zu„John F. Kennedy— Tatort Dallas‘(im Original„J. F. K.‘“)
Am 22. November 1963 um 12.30 Uhr fiel der 46jährige
Kennedy einem Mordanschlag
Besonderes geboten. Veranstaltun
gen begleiten thematisch die Aus
stellungen. Akzente setzen die Werke ausländischer Künstler z. B. aus Südafrika oder New York. Ein internationaler Künstleraustausch für Potsdamer KünstlerInnen ist in Vorbereitung. Kontakte bestehen bereits mit Künstlergruppen in London, Enschede und New York.
Als einzige Galerie des Landes Brandenburg beteiligte sich „TRAPEZ‘ an der Kunstmesse„Art Frankfurt“, die Ende März stattfand. 149 Aussteller aus 18 Nationen nahmen teil. Es habe sich finanziell und künstlerisch gelohnt, ein Schritt auf einer anderen Ebene sei er damit gegangen, betont Geßner.
Dr. Barbara Eckardt
zum Opfer. Ein geschichtsträchtiges Datum. Es folgten Vietnam, Rassenkonflikte, Watergate, Ölkrise, Iran... Der Regisseur Oliver Stone nimmt das Attentat zum Ausgangspunkt der Handlung. Staatsanwalt Jim Garrison(Kevin Costner) in New Orleans glaubt nicht, daß der verhaftete Lee Harvey Oswald der Attentäter sein soll. Er dringt somit ein indie Verflechtung von CIA, FBI, Rüstungsmafia... Die historische Wahrheit ist wohl erst dann zu erfahren, wenn im Jahre 2029(es werden auch schon frühere Termine genannt) die Archive zugänglich sein werden. B.E.
Amerikanische Autoren lesen und diskutieren im Amerika Haus Berlin
Montag, 25. Mai 1992, 20.00 Uhr Meet the Author: JAYNE ANNE PHILLIPS short story writer, novelist
Dienstag, 26. Mai 1992, 20.00 Uhr Meet the Author: ISHMAEL REED novelist, poet, essayist, critic, editor
Eintritt frei