Heft 
(1.1.2019) 09
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Nr. 9/92 Seite 12

KULTUR

Ich werde bewertet nach dem, was ich ausstelle

GalerieTRAPEZ in der Charlottenstraße mit eigenem Profil

Im März 1990rannte man ihm den Boden ein. Damals eröffnete Mike Geßner in der heutigen Charlottenstraße 27 die erste Pri­vatgalerie Potsdams. Er gab ihr den NamenTRAPEZ, zu den­ken ist dabei an Zirkus oder aber auch an die geometrische Form der Ausstellungsräume auf dem Dachboden. Bis heute hat sich in unserer Gegend eine breite Gale­rienlandschaft entwickelt. Das findet Geßner gut und. wichtig. Man transportiert mit den Künst­lern eigene Formen. Jede Galerie hat eigene Maßstäbe, ein eigenes Profil. Deshalb bedauert er das Absterben kultureller kommuna­ler Einrichtungen.

Mike Geßner beschreibt sein An­liegen so:Die Galerie TRAPEZ versucht aufmerksam und sensi­bel künstlerische Prozesse zu

bemerken und Kunsttendenzen auszuloten. Der Reiz der galeristi­schen Arbeit besteht darin, Ent­deckungen zu machen und Unbe­kanntem zu begegnen.

Der gebürtige Leipziger ist ge­lernter Buchbinder, arbeitete drei Jahre in derGalerie am Tor(heute Galerie Samtleben), bevor er eigene Wege ging. Nur Bildver­käufer zu sein, genügte ihm nicht. Sein Hauptaugenmerk gilt den im Land Brandenburg beheimateten jungen Künstlern. Vertreten wer­den Stefan Eisermann, Bernd Krenkel, Jörg Schlinke und Olga Maslo aus Potsdam sowie dem Cottbusser Matthias Körner. In mindestens einer Ausstellung konnten sie bisher ihre verschie­denen Ausdrucksformen bilden­der Kunst präsentieren.

Auf TRAPEZ-Vernissagen wird

Das Stück von Roberto M. Cossa wird auf der Probebühne des Hans­Otto-Theaters am 20. und 26. Mai, 19.30 Uhr gezeigt.

Als Oma agiert Eva Brunner(a. G.).

Es erwartet Sie ein komödianti­sches Feuerwerk um die vier Ge­nerationen einer Großfamilie im italienischen Viertel in Buenos Aires. Es ist eine schwarze Komö­die, eine Komödie mit tödlichem Ausgang inHamletscher Ma­nier.

In Figurenprofilen und Rhythmus im besten Sinne dem lateinameri­

Foto: Oloff

kanischen Theater verbunden, bietet das 1977 in Argentinien herausgekommene Stück breite Assoziationen. Die Skurrilität, die sich im Titel andeutet, verbindet sich auf den zweiten Blick mit politischen Problemstellungen, im besonderen mit denen Lateiname­rikas, im allgemeinen mit jegli­cher Tyrannei.

Mike Geßner auf der Kunstmesse in Frankfurt in seiner Ausstel­lungskoje. Weiteres in der GalerieTRAPEZ: Bis 24. Mai Olga Maslo und vom 5. Juni bis 5. Juli Abraham Lubelski aus New York.

Foto: Körner

Universität veranstalteten Uni­Filmtage erfreuen sich bei Stu­

Beliebtheit. Die verkauften Kar­ten beweisen es. Einer der Grün­

de liegt sicherlich in der sorg­samen Auswahl der Filme.

eingeladen.

amerikanische Präsident John F.

Die vom Bereich KULTUR der

denten und Mitarbeitern großer

Kürzlich wurde im Filmmuseum zuJohn F. Kennedy Tatort Dallas(im OriginalJ. F. K.)

Am 22. November 1963 um 12.30 Uhr fiel der 46jährige

Kennedy einem Mordanschlag

Besonderes geboten. Veranstaltun­

gen begleiten thematisch die Aus­

stellungen. Akzente setzen die Werke ausländischer Künstler z. B. aus Südafrika oder New York. Ein internationaler Künstleraus­tausch für Potsdamer KünstlerIn­nen ist in Vorbereitung. Kontakte bestehen bereits mit Künstlergrup­pen in London, Enschede und New York.

Als einzige Galerie des Landes Brandenburg beteiligte sich TRAPEZ an der KunstmesseArt Frankfurt, die Ende März statt­fand. 149 Aussteller aus 18 Na­tionen nahmen teil. Es habe sich finanziell und künstlerisch gelohnt, ein Schritt auf einer anderen Ebe­ne sei er damit gegangen, betont Geßner.

Dr. Barbara Eckardt

zum Opfer. Ein geschichtsträch­tiges Datum. Es folgten Viet­nam, Rassenkonflikte, Water­gate, Ölkrise, Iran... Der Regisseur Oliver Stone nimmt das Attentat zum Ausgangspunkt der Handlung. Staatsanwalt Jim Garrison(Kevin Costner) in New Orleans glaubt nicht, daß der ver­haftete Lee Harvey Oswald der Attentäter sein soll. Er dringt somit ein indie Verflechtung von CIA, FBI, Rüstungsmafia... Die historische Wahrheit ist wohl erst dann zu erfahren, wenn im Jahre 2029(es werden auch schon frühere Termine genannt) die Archive zugänglich sein werden. B.E.

Amerikanische Autoren lesen und diskutieren im Amerika Haus Berlin

Montag, 25. Mai 1992, 20.00 Uhr Meet the Author: JAYNE ANNE PHILLIPS short story writer, novelist

Dienstag, 26. Mai 1992, 20.00 Uhr Meet the Author: ISHMAEL REED novelist, poet, essayist, critic, editor

Eintritt frei