RÜCKBLICK
Jann, Werner(M) Balderjahn, Ingo(M) Gloede, Klaus(M) Strohe, Hans-Gerhard(1.8) Richter, Martin(2.5)
Wissenschaftliche Mitarbeiter
Betzin, Jörg(M) Muszynski, Bernhard(M) Mennicken, Claudia(4:5) Döhler, Marian(2.5) Studierende
Liste 1(-) Liste 2
Kaina, Viktoria(M) Wicke, Markus(M) Hülsemeyer, Axel(S) Sonstige Mitarbeiter
Eichler, Sabine(M) Garz, Ingeborg(S)
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Professoren
Kaiser, Hans(M) Vogel, Hans-Jürgen(M) Mikelskis, Helmut(M) Kempter, Gerhard(M) Barthel, Helmut(M) Brehmer, Ludwig(58) Baumann, Guido(2.5) Pötsch, Joachim@G-5S) Viehrig, Hans(4. 5) Horn, Erika(5. S)* Erzinger, Jörg(6.5)
Wissenschaftliche Mitarbeiter
Schachtzabel, Helmut(M) Fritzsche, Marlen(M) Neumann, Werner(4:3) Blumenstein, Oswald(25) Tiebel, Reinhard(SS) Baumann, Ingrid(4. S) Studierende
Dahms, Rene(M) Kosching, Petra(M) Vierich, Katrin(1.5)* Jeserigk, Holger(2.3)? Stömmer, Ralph 6,5) Nebeslav, Dirk(4. 5) Sonstige Mitarbeiter Kleinschmidt, Stephan(M) Adams, Rolf(S)
*= Reihenfolge durch Losentscheid
M= Mitglied S= Stellvertreter
Forschungseinrichtungen
Nr. 19/93— Seite 3
Gedanken zum Jahresende
Liebe Mitarbeiter
und Studenten,
das Jahr neigt sich dem Ende zu, viele von Ihnen nutzen die kommenden Tage zur Entspannung und zum Kräftesammeln für das neue Jahr. Die Zeit ist geeignet zum Rückblick. Für die Universität Potsdam war 1993 ein kräftezehrendes, interessantes und viele Dinge klärendes Jahr. Der Gründungssenat, seit 1991 mit umfangreichen konzeptionellen Arbeiten für die neu zu gründende Universität in der brandenburgischen_Landeshauptstadt befaßt, hat seine Tätigkeit erfolgreich beendet. Unter großem Einsatz seiner Mitglieder aus alten und neuen Ländern ist ein Konzept entstanden, daß die Grundlagen für eine kleine Bildungsstätte mit unverwechselbarem Profil in Deutschland bietet. Ob es sich um ein bundesweit neues Modell der Lehrerbildung, den schnellen und auch die Belange Brandenburgs berücksichtigenden Aufbau einer Juristischen Fakultät, das für... Deutschland. neue Programm einer kognitiven Sprachwissenschaft, die außergewöhnlich starke Zusammenarbeit mit außeruniversitären im Bereich der Naturwissenschaften oder eine u. a. dem Standort verpflichtete Geschichtswissenschaft handelt—-, die Weichen für eine gute Entwicklung der Universität Potsdam sind gestellt.
In oft mühevoller Kleinarbeit, auch über kontrovers verlaufende Diskussionen waren die Gründungssenatoren bemüht, Bewährtes aus den alten und neuen Bundesländern und kreative Zukunftsvorstellungen in eine machbare Form zu bringen..Hilfreich bei diesen Bemühungen war auch der vom Land Brandenburg und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur vorgegebene Rahmen. Es liegt jetzt an uns allen,«die Konzepte zum Nutzen der Studenten schnell
und möglichst kompromißlos umzusetzen.
Diese inhaltliche Erneuerung ist ein Gemeinschaftswerk. Es wäre nicht möglich gewesen ohne die häufig unspektakuläre Vorarbeit und Mitarbeit vieler hiesiger Universitätsangehöriger aus Wissenschaft und Verwaltung. Ihnen allen gilt mein Dank für die andauernde Leistungsbereitschaft, für Geduld und das oftmalige Zurücknehmen der eigenen Person, was über lange Strecken auch mit der Unsicherheit des Arbeitsplatzes und von vielen als Demütigung empfundenen Evalujerungsprozessen einherging. Meinen Dank möchte ich aber auch den aus den alten Bundesländern nach Potsdam gekommenen Wissenschaftlern aussprechen, die sich häufig ebenfalls auf Unsicherheiten und Unwägbarkeiten einließen. Ihre Ideen, Ihr Wissen, Ihre Kontakte und Verbindungen brauchen wir ebenso wie Ihre produktive Ungeduld. Im beharrlichen und toleranten Aufeinanderzugehen bei den nur gemeinsam zu 1ösenden Aufgaben liegt ein Weg des Zusammenfindens.
Zu Recht erwartet die Öffentlichkeit von der Universität auch Erkenntnisse und Ideen, wie man diese und ähnliche Prozesse im nationalen und internationalen Rahmen bewältigen kann. Eine ganze Reihe von Konferenzen an unserer Universität im zu Ende gehenden Jahr hat aktuelle Fragen reflektiert und Lösungsansätze diskutiert oder erarbeitet. Die Forschung an der Universität wird u. a. in dieser Richtung betrieben werden.
Der vorrangige Adressatenkreis all unserer Arbeit sind die derzeitigen und in der Zukunft an die Universität Potsdam kommenden Studenten. Sie haben manche Schwierigkeit eines Neuanfangs geduldig mitgetragen, aber auch Defizite benannt. Im Interesse schneller Verbesserungen möchte ich Sie ermun
tern, Wünsche, Vorstellungen und Kritiken weiterhin deutlich zu artikulieren. Ich verbinde diese Aufforderung mit dem Wunsch, daß sie alle Möglichkeiten demokratischer Teilhabe nutzen. Stärker als bisher werden wir 1994 die Öffentlichkeit an unserer Entwicklung teilnehmen lassen, werden wir mit der Stadt, mit der Industrie und Berliner Wissenschaftseinrichtungen zusammenarbeiten. Eine Hilfe in diesem Prozeß wird uns die ebenfalls junge Universitätsgesellschaft‘ sein.. Hier steht die Zusammenarbeit erst am Anfang. Auf beiden Seiten gibt es große Reserven, die abgefordert werden müssen und zu gegenseitiger Bereicherung führen können. Meine Zuversicht für ein gutes neues Jahr der Universität Potsdam gründet sich auch auf einen gewissen Abschluß der Personalangelegenheiten. Für 33 Professoren der ehemaligen DDR konnten nach mehrfacher Evaluierung Entscheidungen für einen Verbleib an der Universität von seiten des Landes bestätigt werden, einige wenige Gutach-; ten stehen noch aus. Empfehlungen gibt es auch für Hunderte Angehörige des Mittelbaus. Hier gab es lange Strecken der. Verunsicherung bei gleichzeitiger Forderung nach hochwertiger Lehrarbeit. Viele Mitarbeiter haben ein vielfältiges und nicht nachlassendes Engagement gezeigt, für das ich Ihnen allen herzlich danken möchte. Die gerade abgeschlossenen erstmaligen Wahlen zu Fakultätsräten, Konzil und Senat und die bevorstehende Rektorwahl sind die letzten Schritte in Richtung Hochschulautonomie. Jetzt liegt es an uns, die Möglichkeiten der Teilnahme an der Gestaltung unserer Universität maximal zu nutzen. Dazu wünsche ich uns allen Kraft und Mut.
Prof. Dr. Rolf Mitzner
Gründungsrektor