AUFGABEN
Nr. 8/94-Seite 15
Verkehrsanbindung der Universität Potsdam auch in Zukunft unbefriedigend?
Viele Jahre würden noch ins Land gehen, bis die S-Bahn alle Universitätsstandorte miteinander verbindet, also über Potsdam-Babelsberg hinaus nach Wildpark und Golm verkehrt, war kürzlich der lokalen Presse zu entnehmen.
Die mehr als unzureichende Verkehrsanbindung der Hochschule ist hinlänglich bekannt und täglich zu erleben. Der Senat der Universität befaßte sich vor wenigen Tagen mit dieser Thematik.
Prof. Dr. Helene Harth, Vorsitzende der im Auftrag des Senates arbeitenden Verkehrskommission, möchte in kurzer Zeit Fortschritte erreichen. Für die Alma mater handelt es sich um ein existentielles Problem, wofür die Wissenschaftlerin u.a. folgende Gründe nennt. Einzelne Studiengänge sind nicht realisierbar, wenn die Studentinnen zum Erreichen der Universitätsstandorte 90 Minuten und mehr benötigen, von jenen aus Berlin Kommenden ganz zu schweigen. Dieser Zustand gefährdet die Vorhaben fakultäts- und fächerübergreifender Studiengänge. Weiterhin ist eine gute Anbindung Voraussetzung dafür, daß in einigen Bereichen Komplettierungen des Potsdamer Studienangebotes mit jenem der Humboldt Universität und der Freien Universität erfolgen können. Deshalb steht dringlich die Lösung folgender Aufgaben an: Verbindung der drei Hochschulstandorte auf dem Schienenweg; Verbesserung der Busverbindung für die drei Standorte; Nutzung bestehender und der Ausbau neuer Radfahrwege; Einbeziehung der Universität in das Verkehrsleitsystem der Stadt; Schaffung von Parkplätzen für Studenten und Mitarbeiter; Reaktivierung des Fußgänger- tunnels am S-Bahnhof Grieb- nitzsee sowie Unterführung am
Nordende des Bahnhofs Golm, um Bahnhof und Wissenschaftspark zu verbinden.
Einig sind sich die Kommissionsmitglieder, daß aus ökologischen, denkmalpflegerischen und anderen Gründen der öffentliche Nah- verkehr bei der Lösung der Probleme zu favorisieren ist. Zu beachten gilt, daß der Komplex am Neuen Palais in derTrinkwasser- schutzzone II liegt und damit die Schaffung weiterer Parkplätze unmöglich ist.
Was ist erreicht worden, und welche Vorhaben müssen verwirklicht werden?
Im Bemühen um eine direkte Schienenverbindung zwischen Griebnitzsee über Wildpark nach Golm wurde zunächst ein zweistündiger Rhythmus zwischen Golm und Stadtbahnhof eingerichtet. Ab Mai 1994 wollte man im Abstand von einer Stunde ein Shuttle „Zwischenschalten“. Trotz des Scheitems dieses Vorhabens aus finanziellen Gründen soll mit der Bahn-AG und der Regionalbahn über einen halbstündigen Takt (Regionalbahn und Shuttle) verhandelt werden. Gegebenenfalls müsse durch Demonstrationen von Mitarbeitern und Studierenden auf deren Anliegen aufmerksam gemacht werden, meint Prof. Harth.
Zur Anbindung der Golmer Linie an den S-Bahnhof Potsdam wurde die Endstation des Busses 606 vom Bassinplatz an den Stadtbahnhof verlegt. Die Linienführung erfolgt jetzt über die Zeppelinstraße und das Neue Palais. Der Busfahrplan ist dem Vorlesungsrhythmus angepaßt. Während der Vorlesungszeit verkehrt der Bus im 20-Minuten- Abstand. Angesichts der zahlreich angesiedelten Forschungseinrichtungen in Golm wäre dieser Zeitabstand auch außerhalb der Vorlesungszeit erforderlich. Eine Verbindung zwischen Griebnitzsee und Park Babelsberg steht noch immer aus.
Auch dieser - eigentlich idyllische - Standort der Universität am Parkplatz Babelsberg ist verkehrsmäßig schlecht zu erreichen. Foto: Tribukeit
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Die Förderung des Radfahrens setzt entsprechende Wege voraus. Inzwischen wird die Potsdamer Lindenallee mit Hilfe eines ABM-Projektes für diese Zwek- ke rekultiviert. Entlang der Maulbeerallee soll gleichfalls ein Radweg entstehen. Weitere müssen „erkämpft“ werden. Eine der Stadt zugeleitete Unterschriftenliste hat das Ziel, dazu beizutragen, den Fußgänger
tunnel zwischen Griebnitzsee und Universitätsgelände zu reaktivieren.
„Ich habe noch keine Stadt erlebt, die ihre Universität so wenig zur Kenntnis nimmt.“ Diese Kritik Prof. Harths erscheint, angesichts der hoffentlich in Kürze wenigstens teilweise gelösten Verkehrsprobleme möglichst bald realitätsfern.
B.E.
URLAUBSZEIT = REISEZEIT
KKH
Da Urlaub der Erholung und Gesundheit dienen sollte, ist eine gute und richtige Vorbereitung notwendig. Dazu enthält der KKH-Urlaubsplaner ein übersichtlich gestaltetes Faltblatt - eine Vielzahl wichtiger Tips. So genügt es beispielsweise nicht, an Paß und Personalausweis zu denken - auch Kopien sollte man mitführen für den Fall, daß die Dokumente abhanden kommen oder gestohlen werden. Weiterhin ist ein Auslandskrankenschein der entsprechenden Krankenkasse zu besorgen. Er ist normalerweise gültig bei Reisen in alle Länder, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Nähere Informationen geben alle Krankenkassen vor Ort.