Heft 
(1.1.2019) 08
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AUFGABEN

Nr. 8/94-Seite 15

Verkehrsanbindung der Universität Potsdam auch in Zukunft unbefriedigend?

Viele Jahre würden noch ins Land gehen, bis die S-Bahn alle Universitätsstandorte miteinan­der verbindet, also über Pots­dam-Babelsberg hinaus nach Wildpark und Golm verkehrt, war kürzlich der lokalen Presse zu entnehmen.

Die mehr als unzureichende Ver­kehrsanbindung der Hochschule ist hinlänglich bekannt und täg­lich zu erleben. Der Senat der Universität befaßte sich vor wenigen Tagen mit dieser The­matik.

Prof. Dr. Helene Harth, Vorsit­zende der im Auftrag des Sena­tes arbeitenden Verkehrskom­mission, möchte in kurzer Zeit Fortschritte erreichen. Für die Alma mater handelt es sich um ein existentielles Problem, wo­für die Wissenschaftlerin u.a. fol­gende Gründe nennt. Einzelne Studiengänge sind nicht reali­sierbar, wenn die Studentinnen zum Erreichen der Universitäts­standorte 90 Minuten und mehr benötigen, von jenen aus Berlin Kommenden ganz zu schweigen. Dieser Zustand gefährdet die Vorhaben fakultäts- und fächer­übergreifender Studiengänge. Weiterhin ist eine gute Anbin­dung Voraussetzung dafür, daß in einigen Bereichen Komplet­tierungen des Potsdamer Studien­angebotes mit jenem der Hum­boldt Universität und der Freien Universität erfolgen können. Deshalb steht dringlich die Lö­sung folgender Aufgaben an: Verbindung der drei Hoch­schulstandorte auf dem Schie­nenweg; Verbesserung der Busverbindung für die drei Standorte; Nutzung bestehen­der und der Ausbau neuer Radfahrwege; Einbeziehung der Universität in das Ver­kehrsleitsystem der Stadt; Schaffung von Parkplätzen für Studenten und Mitarbeiter; Reaktivierung des Fußgänger- tunnels am S-Bahnhof Grieb- nitzsee sowie Unterführung am

Nordende des Bahnhofs Golm, um Bahnhof und Wissen­schaftspark zu verbinden.

Einig sind sich die Kommissions­mitglieder, daß aus ökologischen, denkmalpflegerischen und ande­ren Gründen der öffentliche Nah- verkehr bei der Lösung der Pro­bleme zu favorisieren ist. Zu be­achten gilt, daß der Komplex am Neuen Palais in derTrinkwasser- schutzzone II liegt und damit die Schaffung weiterer Parkplätze unmöglich ist.

Was ist erreicht worden, und welche Vorhaben müssen ver­wirklicht werden?

Im Bemühen um eine direkte Schienenverbindung zwischen Griebnitzsee über Wildpark nach Golm wurde zunächst ein zwei­stündiger Rhythmus zwischen Golm und Stadtbahnhof einge­richtet. Ab Mai 1994 wollte man im Abstand von einer Stunde ein ShuttleZwischenschalten. Trotz des Scheitems dieses Vorhabens aus finanziellen Gründen soll mit der Bahn-AG und der Regional­bahn über einen halbstündigen Takt (Regionalbahn und Shutt­le) verhandelt werden. Gegebe­nenfalls müsse durch Demon­strationen von Mitarbeitern und Studierenden auf deren Anlie­gen aufmerksam gemacht wer­den, meint Prof. Harth.

Zur Anbindung der Golmer Li­nie an den S-Bahnhof Potsdam wurde die Endstation des Bus­ses 606 vom Bassinplatz an den Stadtbahnhof verlegt. Die Lini­enführung erfolgt jetzt über die Zeppelinstraße und das Neue Palais. Der Busfahrplan ist dem Vorlesungsrhythmus angepaßt. Während der Vorlesungszeit ver­kehrt der Bus im 20-Minuten- Abstand. Angesichts der zahl­reich angesiedelten Forschungs­einrichtungen in Golm wäre die­ser Zeitabstand auch außerhalb der Vorlesungszeit erforderlich. Eine Verbindung zwischen Griebnitzsee und Park Babels­berg steht noch immer aus.

Auch dieser - eigentlich idyllische - Standort der Universität am Parkplatz Babelsberg ist verkehrsmäßig schlecht zu errei­chen. Foto: Tribukeit

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Die Förderung des Radfahrens setzt entsprechende Wege vor­aus. Inzwischen wird die Potsda­mer Lindenallee mit Hilfe eines ABM-Projektes für diese Zwek- ke rekultiviert. Entlang der Maul­beerallee soll gleichfalls ein Radweg entstehen. Weitere müssenerkämpft werden. Eine der Stadt zugeleitete Unter­schriftenliste hat das Ziel, dazu beizutragen, den Fußgänger­

tunnel zwischen Griebnitzsee und Universitätsgelände zu re­aktivieren.

Ich habe noch keine Stadt er­lebt, die ihre Universität so we­nig zur Kenntnis nimmt. Diese Kritik Prof. Harths erscheint, angesichts der hoffentlich in Kürze wenigstens teilweise ge­lösten Verkehrsprobleme mög­lichst bald realitätsfern.

B.E.

URLAUBSZEIT = REISEZEIT

KKH

Da Urlaub der Erholung und Gesundheit dienen sollte, ist eine gute und richtige Vorbereitung notwendig. Dazu ent­hält der KKH-Urlaubsplaner ein übersichtlich gestaltetes Faltblatt - eine Vielzahl wichtiger Tips. So genügt es beispielsweise nicht, an Paß und Personalausweis zu denken - auch Kopien sollte man mitführen für den Fall, daß die Dokumente abhanden kommen oder gestohlen werden. Weiterhin ist ein Auslandskrankenschein der entsprechenden Krankenkasse zu besorgen. Er ist nor­malerweise gültig bei Reisen in alle Länder, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen ge­schlossen hat. Nähere Informationen geben alle Kranken­kassen vor Ort.