Heft 
(1.1.2019) 04
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MUT, AUSDAUER UND TEAMGEIST GEFRAGT

Jura-Studentinnen beteiligten sich an internationalem Wettbewerb

Potsdam ist die erste Universität aus den neuen Bundesländern, die an einem interna­tionalen Studentenwettbewerb im Völkerrecht nicht nur teilgenommen, sondern auch gezeigt hat, daß sie mit denAltehrwürdigen wie etwa Heidelberg durchaus mithal­ten kann. Denn Susanne Zühlke, Beata Macherska, Christina Nawrocki und Manuela Kraus haben sich im Wintersemester 1994/95 als Tb am der Potsdamer Universität ge­gen die deutsche Konkurrenz würdig geschlagen. Aus diesem Grunde empfing sie kürzlich der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Jörn Eckert.

ZU GAST IN NIEDER­LÄNDISCHEN SCHULEN

Schon seit langer Zeit findet einmal im Jahr diePhilip C. Jessup International Law Moot Court Competition statt, an der Jura­studenten aus der ganzen Welt teilnehmen. Jede Universität kann jeweils im Herbst maximal fünf Studenten anmelden, die dann als Tbam Zusammenarbeiten und für einen Fall, der von der International Law Student Association mit Sitz in Washington gestellt wird, anwaltliche Schriftsätze so­wohl für die Klägerseite als auch für die Beklagten ausarbeiten. Neben den entspre­chenden Sprachkenntnissen sind vor allem Mut, Ausdauer und Tbamgeist gefragt. Der Wettbewerb bietet den Studierenden nicht nur Gelegenheit, den Studienalltag zu un­terbrechen und sich in Vortrags- und Ver­handlungsgeschick zu üben, sondern er ist vor allem eine Begegnungsveranstaltung, auf der völkerrechtsinteressierte Studenten aus ganz Deutschland Zu­sammentreffen, um Erfah­rungen und Ideen auszutau­schen. Zudem genießt er im In- und Ausland hohes Anse­hen, so daß allein die Tbil- nahme die Studenten als be­sonders engagiert und flexi­bel ausweist.

Die diesjährige deutsche Vorausscheidung fand an der FU in Berlin statt. Neben Potsdam nahmen sieben weitere Tbams aus Deutsch­land teil, von denen jenes aus Kiel den ersten Preis und damit die Fahrt in die USA zur Endausscheidung ge­wann. Zuvor war die Vorbereitung in Pots­dam auf Hochtouren gelaufen: Die Schrift­sätze wurden buchstäblich um fünf vor zwölf auf dem Postamt am Bahnhof Zoo ein- geliefert, da verspätete Abgabe die ersten Strafpunkte kostet. Damit war die wissen­schaftliche Arbeit getan, es begann die schauspielerische Ausbildung. Die Proben zur mündlichen Verhandlung, bei denen wissenschaftliche Mitarbeiter der Freien Universität Berlin große Hilfe leisteten, be­standen neben sprachlicher Verbesserung vor allem im Einüben guter Vortrags­technik: bitte etwas lauter sprechen, die Jury anschauen, bitte nicht mit den Händen in der Luft herumfuchteln, lächeln, lächeln, lächeln... (insbesondere bei den schwieri­gen Fragen).

Der Ernstfall ereignete sich dann im Club­haus der FU, das durch seine besondere Atomsphäre durchaus den Eindruck eines echten Gerichtssaales vermittelte. Schon beim Betreten konnte einem da das Herz in die Hose bzw. den Rock fallen, aber wer sich bis hierhin durchgekämpft hatte, über­stand auch den Rest. Die letzte Hürde vor dem Plädoyer war der Gang zum Redner­pult auf frisch gebohnertem Parkett und in neuen Schuhen. Aber nach dem ersten Lä­cheln für die Jury ging dann alles fast wie von selbst. Die Belohnung für die ganze Mühe war die Gelegenheit, vor hochkarä­tigem Publikumals Anwalt zu plädieren, und nicht zuletzt das kalte Büffet, das im Vorraum schon aufgebaut war. Prof. Dr. Eckart Klein, Inhaber des Lehrstuhls für Völker- und Europarecht, sowie die Tbam- betreuerin Irene Schlünder und Co-Coach

Die Jura-Studentinnen Susanne Zühlke, Manuela Kraus, Beata Macherska (von links nach rechts) beteiligten sich gemeinsam mit Christina Nawrocki erfolgreich am internationalen Studenten­wettbewerb im Völkerrecht. Foto: Tribukeit

Craig Smith, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Juristischen Fakultät, hatten ebenso viel Spaß wie die vier Potsdamer Teilneh­merinnen und würden sich freuen, wenn die hiermit begründete Tradition fortgesetzt und im nächsten Jahr wieder ein Tbam ge­bildet würde. Interessenten für den kom­menden Wettbewerb können sich an Prof. Dr. Eckart Klein, Tbl. 977 3516, oder an Ire­ne Schlünder, Tbl. 977 3298, wenden. I.S.

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ln Vorlesungen und Seminaren hatten sich Stu­dierende der Universität Potsdam mit verschie­denen europäischen Schulmodellen und -Syste­men vertraut gemacht. Sie wußten, daß reform­pädagogisches Gedankengut in niederländi­schen Schulen in besonderer Weise Eingang in pädagogisches Handeln gefunden hat und die Ideen Maria Montessoris und Peter Petersens, Schüler in jahrgangsübergreifenden Gruppen zu unterrichten, nicht nur im Primarbereich rea­lisiert wird. Wie aber vollzieht sich eine Unter­richtsstunde, wenn Schüler verschiedenen Al­ters mit- und voneinander lernen, wenn Unter­richtsfreiheit ein charakteristisches Prinzip der Schule ist? Das aus erster Hand zu erfahren, un­mittelbarzu erleben, Gedanken auszutauschen und Anregungen mit nach Hause zu nehmen, war Anliegen einer mehrtägigen Exkursion von Studierenden und Mitarbeitern des Institutes für Grundschulpädagogik in die Niederlande. Sie besuchten Basisschulen, m denen Kinder im Al­ter von 4 bis 13 Jahren unterrichtet werden, in Venlo und ein weiterführendes College in Swalmen. zg./Foto: privat

STUDIENFAHRT NACH MINSK

Der Studentenrat der Universität Potsdam veranstaltet dieses Jahr erstmals in Zusam­menarbeit mit dem Brandenburgischen Bildungs- und Begegnungswerk Potsdam e.V eine Studienfahrt nach Minsk. Die vom 1. bis 9. September 1995 stattfindende Rei­se dient dem Ziel, das gesellschaftliche, politische und soziale Leben in Minsk vier Jahre nach der Auflösung der Sowjetunion kennenlernen zu wollen. Interesse besteht auch am Aufbau dauerhafter Kontakte zu der dort ansässigen Universität. Tbilnahme- preis: zwischen 450 und 500 DM.

Für nähere Auskünfte stehen Jan Martin Witte oder Bertram Welker vom Studen­tenrat der Uni Potsdam (Tel. 0331/977- 1795 oder 1225) zur Verfügung.

BEITRAGSZUSCHUSS FÜR STUDIERENDE

BAföG-Empfänger erhalten ab 1. Juli 1996 zusätzlich zu ihrem Zuschuß für die Krankenver­sicherung einen Pflegeversicherungszuschlag in Höhe von 10 DM bzw. von 15 DM. Zu diesem Zeitpunkt steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung mit Inkrafttreten der sta­tionären Leistungen von bisher 1% auf 1,7%. Der Zuschuß braucht nicht extra beantragt zu werden. Studenten sind im Rahmen der Pflegeabsicherung pflichtversichert, und zwar bei der für sie jeweils zuständigen Krankenkasse oder einem Krankenversicherungsunter­nehmen.

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