PUTZ 7/99
Das Letzte
Golmer Rauchzeichen
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So mancher ist für die Uni Potsdam Feuer und Flamme, sie selbst hat einige Probleme damit. Daß nicht immer, wo Rauch ist, tatsächlich auch Feuer sein muß, zeigte sich im letzten Jahr während des Zwischenfalls zur Eröffnung des akademischen Jahres im Audimax.
Im Frühjahr dieses Jahres nun sah man wieder Rauchzeichen aufsteigen, diesmal am Golmer Himmel. Und dieses Mal gehörte auch ein richtiges Feuer dazu. Allerdings schrieb man
den 1. April, ein ungünstiges|
Datum also für Leute, die tatsächlich ausgebrochene Brände am Telefon verkünden müssen. Die Irritation bei der Si
Zeichnung: Süring
cherheitsingenieurin der Uni, Helga Krieger, blieb also auch nicht aus, war aber angemessen kurz. Nachdem der Schwelbrand eines Mietkopierers im Institut für Psychologie als unumstößliche Wahrheit anerkannt werden mußte, wurde in heller Aufregung die Feuerwehr alarmiert. Nun sind Feuerwehren zwar. immun gegen jegliche Art von Aprilscherzen, so natürlich auch die freiwilligen Brandhüter aus den umliegenden Landkreisen Töplitz, Geltow und Golm. Doch eiligst vorgefahren vor den qualmenden Kopierer, taten sich wider Erwarten frappierende Defizite im Umgang mit dem Feuer
auf. Scheinbar ein wenig aus der Übung gekommen, fiel die Orientierung auf unbekanntem Terrain sichtlich schwer, und so manch Freiwilliger stand da buchstäblich auf dem Schlauch. So waren zum Beispiel erst nach einer langen Dreiviertelstunde die entsprechenden Atemschutzmasken sowie eine lange Leiter besorgt. In den tränenden Augen der heldenhaften Feuerwehrmänner mußte der brennende Kasten inzwischen als flammendes Inferno und der Einsatz als nicht unbedingt gelückt erscheinen. Eine durch einen Keil verklemmte Flurtür tat für die Rauchentwicklung ıhr übriges, nicht zuletzt für die Folgeschäden im Umfang von 40.000 DM. Dank des psycholo| gischen Beistandes aber vor Ort konnte nach aufopferungsvollem Kampf der Sieg gegen Hitze, Qualm und freche Schaulustige endlich errungen und das tückische Objekt zur fachmännischen Untersuchung ins Landeskriminalamt abtransportiert werden.
Auch da also, wie schon beim falschen Alarm im letzten Jahr, ist Gefahr im Verzug, und Handeln tut not, erkannte die Sicherheitsingenieurin. Ungewöhnliche Vorkommpnisse erforderten adäquate Maßnahmen. Da Weiterbildung heutzutage
in aller Munde sei, dürfe diese auch vor den betreffenden Feuerwehren des Landkreises nicht haltmachen. Um den wahren Charakter der Truppe schließlich zu demonstrieren, drückten also Anfang September köpferauchend und hochmotiviert die Brandschützer die Vorlesungsbänke der Golmer Uni. Freiwillig versteht sich, in Uniform und den blitzenden Silberhelm akkurat auf dem Pult, denn das errungene Wissen gelangte danach prompt in einer praktischen Übung zur Gefahrenabwehr bei einem ChemikaLienunfall zur Anwendung. Mit Erfolg und bei bester Laune, wie verlautet wurde. Im sicheren Gefühl, die Gegebenheiten des Geländes sondiert zu haben und im Selbstbewußtsein gestärkt, harren nun die Land
- wehren der Brände, die da hof
fentlich nicht kommen.
Die Ingenieurin für Sicherheit der Uni Potsdam ist derweil ein beliebter Vortragsgast. Vor anderen Sicherheitsfachkräften deutscher Universitäten warnt ste„kriegerisch“ und mit flammender Rede vor dem allgegenwärtigen Brandherd auf den Fluren und in den Zimmern deutscher Lernfabriken. Wie zu hören war, fing ein Großteil der Zuhörerschaft dabei regelrecht Feuer. Thomas Pösl
Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Herr Kollege Ewers,
mit Interesse las ich.im„Tagesspiegel“ vom 29. September 1999 Ihre Positionen zur Berliner Hochschulplanung. Die nun öffentlich gewordene Kampfstimmung zwischen den Berliner Universitäten und Fachhochschulen habe ich mit einigem Mitgefühl zur Kenntnis genommen, zeigt sie doch, daß es den Berliner Politikern gelungen ist, die Mittelverteilungsprobleme in den Kreis der Berliner Rektoren und Präsidenten zu verlagern.
Besonders interessant und schlüssig ist, daß Sie das Gerede von zu vielen Universitäten in Berlin beklagen. Allerdings
reden Sie im weiteren, bezogen auf die Region BerlinBrandenburg, dann selbst der angeblichen Universitätsinflation Wort.
Aber Sie haben ja wahrscheinlich Recht,; verehrter‘. Herr Ewers, geographisch ist Berlin die Mitte Brandenburgs. Außerhalb der Metropole Berlins sollten allein landwirtschaftliche Betriebe und Erholungsgebiete liegen. Ein Golfplatz in Golm wäre strukturpolitisch und aus Gründen der Finanzierbarkeit angemessener gewesen, als sich auf die Brandenburger Idee zu versteifen, einen Wissenschaftspark zu pla
nen. Zudem hätte eine solche Lösung strapazierten Universitätspräsidenten eine gute Erholungsmöglichkeit geboten.
Doch Spaß beiseite, die Konzentration hervorragender naturwissenschaftlicher Forschungskapazitäten und die Anzahl gemeinsamer Berufungen in Golm und auf dem Telegraphenberg suchen bereits jetzt ihresgleichen im Bundesgebiet. Auch die Bautätigkeit in Golm ist in großen Schritten vorangegangen. Max-PlanckInstitute haben ihre Arbeit aufgenommen, Fraunhofer zieht in den nächsten Wochen in die bezugsfertigen Gebäude ein. Die Universität Potsdam wird im nächsten Jahr ihr erstes Gebäude beziehen können. Die Kooperationen zwischen den universitären und außeruniver
sitären Einrichtungen funktionieren bereits heute.
Kürzlich las ich in Ihrer Hochschulzeitung, daß Sie und Ihre Universitätsleitung Adlershof besichtigt haben— auch um Potentiale für die TU Berlin „zu entdecken“.«Ich: möchte Sie daher auch ganz herzlich nach Potsdam einladen, um Ihnen den entstehenden Wissenschaftspark Golm und seine Potentiale für die Universität Potsdam zu zeigen. Sie sollten sich ein bißchen Zeit dafür reservieren, denn selbst ein trainierter- Golfer, lieber+Herr Ewers, dürfte für die, Begehung dieses„kleinen“ Parks mehr als nur ein paar wenige Minuten benötigen.
Mit herzlichen Grüßen, Ihr Wolfgang Loschelder