PUTZ 4/00
Sport
Maskuliner Uni-Mittwoch
Beim Mitarbeitersport sind Männer unter sich
Oh diese wunderbaren Fernsehbilder: Joschka Fischer, Außenminister und Marathonmann, joggt auf historischem Boden vor den Pyramiden von Giseh. Auf dem langen Weg zu sich selbst wie immer mit dabei: ein halbes Dutzend verschwitzter Bodyguards. Ein eingelaufener Haufen, ein Männerbund en miniature: konspirativ, souverän und zielstrebig, Staub und Hitze kämpferisch trotzend, meissionarisch und natürlich europäisch bis zum letzten Schweißtropfen. Männer, einmal nicht in den Sand gesetzt. Für den Bereich Hochschulsport muss dieses großartig inszenierte mediale Gruppenbild, wohlgemerkt ohne Dame, von immenser Wirkung und Ausstrahlung gewesen sein.
Denn schon geraume Zeit wusste man dort um die lang unterdrückten Sehnsüchte der Hochschulmänner nach einem ähnlichen Gemeinschaftserlebnis: einer vorneweg, die anderen hinterher, am Ende aber stehen alle zusammen. Schon lange befürchtete man schwere Verletzungen und beobachtete an der Uni die wachsende Frustration des sich in Abstiegssorgen befindenden starken Geschlechts. Die anfangs respektvolle Bewunderung für die physische und harmonische Vervollkommnung der Frauen beim sportlichen Treiben schien sich immer mehr in neidvolle Agonie zu transformieren. Die überaus ungünstige Auslegung der Vorteilsregel tat dabei ihr übriges. Wie da also Schlimmeres verhindern? Fairplay, wenn's denn sein muss. Nur endlich raus aus dem gesellschaftlichen Abseits der unterdrückten Körper, der Langzeitgesperrten und verhinderten Muskelspiele. Langsamer, aber stetiger Aufbau, so lautete die Devise. Hinein ins libidinöse„Ran an den Mann“ zwischen Bodystretching und Kabinenkeilerei. Massagen, Mannschaften und geselli‚ges Duschen für alle, Gleichstellung jetzt!
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Der Hochschulsport, taktisch darin geübt, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, erhörte die rebellischen Rufe und reagierte prompt. Schon ab Sommersemester können einmal pro Woche mitarbeitende UNI-Männer endlich wieder sich selbst und ihren Meister suchen, ganz nach dem Vorbild des ausdauernden Außenministers. Da der Wille zwecks günstiger Entfaltung unbedingte Kontinuität benötigt, ist ab jetzt jeder Mitt
woch zwischen 16.30 und 17.30 Uhr Herrentag für Spaßathleten und Breitensportler, für Mehrkämpfer und Einzelspieler, für Siegertypen und ewige Verlierer. Ein— und Auswechslunen erfolgen nach dem Prinzip „Einer für alle und alle für Einen.“ Die Neue Golmer Sporthalle darf also ganz in diesem Sinne Spiel- und Kampfarena sein. Prellball(Fitness) statt Frauen. Und wo man für wenige Zeit im Kampfgetümmel
Foto: Frank Horvat
alles Weibliche(und Weibische) aus seinen Gedanken tilgt, sich also schlicht und einfach mal entspannt, da entsteht vor den Augen das Bild des im Schwitzkasten erröteten Kollegen automatisch. Aber selbst der in seiner Notlage hätte dann noch ein Augenzwinkern übrig für alle Fraunenbeauftragten. Schließlich war die Rehabilitierung der Verbannten der Zuschauertribüne längst überfälLig. Thomas Pösl/PÖK
Tage des Hochschulsports
Und wieder ist es soweit: Zum Studienjahresabschluss organisiert das Zentrum für Hochschulsport die Tage des Hochschulsports an der Uni Potsdam. Auch in diesem Jahr ist der Sport Teil des Hochschulsommerfestes (siehe dazu auch Beitrag auf S. 19).
Stattfinden wird das Sportfest am 13.(ab 14.00 Uhr) und 14. Juni 2000 auf dem Sportgelände am Neuen Palais. Das Zentrum für Hochschulsport erwartet auch in diesem Jahr zahlreiche Meldungen für die Turniere um die Pokale im Volleyball, Kleinfeldfußball und Streetball. Betätigungsmöglichkeiten gibt es darüber hinaus im Dart, Kricket, Badminton oder bei Aerobic- Einlagen. Für die Kinder steht als „Spielwiese“ eine Hopseburg zur: Verfügung. Ebenso
gehören zahlreiche Präsentationen, etwa von Fahrradläden oder auch der DAK, zum Rahmenprogramm. Auch an das leibliche Wohl ist gedacht.
Bei den Tagen des Hochschulsports sicher wieder stark vertreten: der Volleyball an der Uni.
Foto: Tribukeit
Dafür sorgen die Imbissangebote des Cafe Walch, der Biergarten der Kindl-Brauerei oder die Waffelbäckerei unter Regie von Rektorengattin Christiane Loschelder. Zahlreiche Vorführungen unterschiedlicher Sportgruppen aus dem Hochschulsport und des WUniversitätssportvereins (USV) runden das Programm ab. Mit dabei ist ebenfalls wieder die Kinderband„Benno und seine Weiber“, die ganz sicher gute Stimmung aufkommen lässt. Anmelden können sich Teilnehmer an den Wettbewerben noch bis:zum 29. Mai. Die entsprechenden Eintragungen erfolgen im Sekretariat des Zentrums für Hochschulsport, Haus 5, Komplex Am Neuen Palais. Jürgen Rabe/ Zentrum für Hochschulsport