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(1.1.2019) 10
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Neum: Die erste Hürde gibt es sehr früh, noch bevor das eigentliche Studium beginnt. Ich meine das Sprachproblem. Hier bietet die Uni­versität Potsdam einen Service, den es bei wei­tem nicht an allen Hochschulen gibt. Das Spra­chenzentrum führt Deutschkurse durch, die den Hochschulzugang ermöglichen. Unser eigenes, ausgefeiltes Betreuungsprogramm sichert dann Unterstützung bei allen prakti­schen Fragen. Zudem gibt es Potsdamer Studie­rende, die sich um die Neuen kümmern. Jeder Student, der das möchte, kann sich beispiels­weise einen Tandempartner wünschen und wird dann von diesem begleitet. Ein Pilotprojekt ist weiterhin der so genannte Integrationstutor, der den Start ins Studium mit erleichtern soll. Auch das Gastfamilienprogramm ist dazu ange­tan, beim Einleben zu helfen.

Nicht immer gelingt es sicher, die trotz aller Bemühungen vorhandene Isolierung der auslän­dischen Studierenden aufzubrechen. Sehen Sie dies als wirkliches Problem?

Neum: Ja, es ist ein großes Problem, mit dem auch wir zu kämpfen haben. Deshalb öffneten wir schon vor Jahren unsere Veranstaltungen auch für Deutsche, damit gerade von Seiten der deutschen Kommilitonen mehr Hilfe kommt. Gemeinsam mit dem AStA und auch mit dem Studentenwerk suchen wir aber nach immer neuen Möglichkeiten, damit die ausländischen Studies nicht allein sind.

Das Miteinander kann keine Einbahnschiene sein...

Neum: Richtig. Es ist ein Geben und ein Neh­men. Gut laufen zum Beispiel das Cafe Him­melein und die lokale Erasmus-Initiative, wo ja beide Seiten zusammenarbeiten. Dennoch würde ich mir wünschen, dass auch von unse­

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Im Ausland besonders

wichtig: der richtige Durchblick.

Foto: Fritze

ren ausländischen Studierenden mehr Initiati­ven ausgehen würden. Nehmen Sie es als Indiz, dass der AStA-Referent für ausländische Stu­dierende bisher immer aus Deutschland kam. Ein anderes Problem ist für zudem, dass für meine Begriffe zu viele ausländische Studieren­de zwar in Potsdam studieren, aber in Berlin leben. Dort haben Sie ihre kulturellen und auch familiären Wurzeln.

Haben Sie mit den ausländischen Studierenden auch nach Beendigung ihres Studiums noch Kontakt?

Neum: Ja, oft gibt es noch lange danach ganz per­sönliche Beziehungen. Aber wir pflegen diese Kontakte auch institutionell durch unser Alum­ni-Programm. Es ist klein, aber fein. Vor allem geht es uns dabei darum, auch weiter über die Uni Potsdam und die Region zu informieren und natürlich auch darum, ein Feedbackehe­maliger Potsdamer zu erhalten.

Mit dem AAA bemühen Sie sich, den internatio­nalen Gedanken in der Uni zu verbreiten. Wie international ist die Hochschule denn derzeit nach Ihrer Ansicht?

Neum: Pauschal ist das schwer zu beantworten. Ich wünschte mir, sie wäre internationaler. Ich wünschte mir, wir hätten noch mehr interna­tionale Studenten und die Rahmenbedingun­gen wären so, das mehr deutsche Studenten einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt machen könnten. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht angekom­men.

Vielen Dank für das Gespräch.

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In Schwerpunktkursen holen sich die Studieren­den am Studienkolleg das Rüstzeug für die künftige Fachdisziplin.

Geschafft. Jetzt kann es endlich mit dem Hoch­schulstudium losgehen. Die Hürden am Studien­kolleg sind gemeistert.

Foto: Fritze

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