Heft 
(1.1.2019) 06
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Aktiv im Sinne der Selbstorganisation sind amphiphile Polymere, also solche, die sowohl über wasserliebende(hydrophile) als auch was­serabweisende(hydrophobe) Bestandteile verfü­gen. Bringt man sie in eine Flüssigkeit, schirmen die wasserliebenden Bestandteile die anderen Molekülteile gegen das Wasser ab. Es entsteht eine tröpfchenförmige Schutzhülle, die, ähnlich wie eine Seife, Fett oder Öl aufnehmen kann. Dieses Selbstorganisationsprinzip der Natur kann zum Beispiel in Prägeformen zur Herstel­lung nanostrukturierter Halbleitermaterialen oder in Mikrocontainern für Medikamente genutzt werden.

Letztere werden nicht nur aus synthetischen Polymeren hergestellt. Dazu eignen sich auch natürliche Polymere, wie beispielsweise das aus Chitin gewonnene Chitosan. Chitosan beschleu­nigt die Wundheilung und fördert die Regene­rierung von Knochengewebe.

Nicht zuletzt die Polymerelektronik ist ein aktuelles Forschungsgebiet im Rahmen der Wei­chen Materie. Während Leuchtdioden, die auf Halbleiterpolymeren basieren, bereits am Markt eingeführt werden, ist bei Transistoren, Solarzel­len und Lasern noch einiges an Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu leisten.

Es sind keineswegs nur Wissenschaftler der Uni Potsdam, die zur Erforschung der Weichen Materie in der Region beitragen. Einen ganz wesentlichen Anteil daran haben das Max­Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächen­forschung(MPI-KG) und das Fraunhofer-Insti­tut für Angewandte Polymerforschung(1AP). Am IAP werden sowohl natürliche als auch syn­thetische Polymere untersucht. Herstellungsver­fahren sollen ebenso verbessert werden wie die Material- und Funktionseigenschaften der Poly­mere. Auch die Nutzung von Polymermateria­

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Am Fraunhofer-Institut für Angewandte Poly­merforschung in Golm werden sowohl natürli­che als auch synthetische

Polymere untersucht.

lien für Hochtechnologieanwendungen steht auf dem Programm des IAP.

Das MPI-KG widmet sich der Synthese und Charakterisierung von Kolloiden, Strukturen im Nano- und Mikrometerbereich, die aus verschie­densten Materialien aufgebaut sein können. Erforscht werden neue Methoden der Herstel­lung und Verarbeitung solcher Kolloide sowie allgemeine Gesetzmäßigkeiten, die der Struktur­bildung und Selbstorganisation solcher Systeme zugrunde liegen.

Auch Studierende haben die Möglichkeit, mit dem hochaktuellen ForschungsgebietSoft Mat­ter in Berührung zu kommen. Physiker können sich seit dem vergangenen Semester für die Ver­tiefungsrichtungSoft Matter entscheiden. Gemeinsam mit den drei Berliner Universitäten bietet die Uni Potsdam auch den Master-Stu­diengang Polymer Science an. Für Studierende mit einem Abschluss in Physik, Biologie oder Chemie organisiert das MPI-KG die Internatio­nal Max Planck Research School on Biomimetic Systems, die in Zusammenarbeit mit der Uni­versität Potsdam und in Kooperation mit weite­ren wissenschaftlichen Einrichtungen der Region durchgeführt wird.

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Interessierte finden weitere Informationen zu den Einrichtungen und Studiengängen im Inter­net. Hier die Adressen:

Universität Potsdam: http: //www.uni-potsdam.de

Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung: http://www.iap.fhg.de

Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung: http: //www.mpikg-golm.mpg.de/

Master-Studiengang Polymer-Science: http://pmmo8.physik.hu-berlin.de/ps/pshome.htm

International Max Planck Research School on Biomimetic Systems: http: //www.IMPRS.org

Am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenz­flächenforschung wid­

men sich Wissenschaftler neuen Methoden der Herstellung und Verar­beitung von Kolloiden und den damit zusammenhängenden Problemen.

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