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Organische Solarzellen sind noch nicht effizient
Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Polymerelektronik
In der Polymerelektronik gibt es seit einigen Jahren eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Instituten für Chemie(Polymerchemie) und Physik(Experimentalphysik). Dabei geht es unter anderem um die Realisierung großflächiger Leuchtdioden, um die Erzeugung von hochgeordneten Polymerschichten für„organische“ Feldeffekttransistoren sowie
um die Entwicklung organischer Solarzellen.
jel ist es, mit organischen Polymermate
7 rialien in neue zukunftsträchtige Anwendungsfelder wie lichtemittierende Bauelemente, Farbdisplays, elektronische Schaltkreise, Solarzellen und Sensoren vorzudringen. Vor allem die leichte Verarbeitbarkeit, die Möglichkeit, formangepasste, flexible Bauteile herzustellen und die Realisierung großflächiger Bauelemente machen die organischen Materialien für die Elektronik interessant. Organische lichtemittierende Dioden(OLED) werden zurzeit auf dem Markt eingeführt. Ein nächster Schritt ist die Realisierung weiterer Bauelemente, zum Beispiel von Transistoren, die eine„All-PlastikElektronik“ ermöglichen. Neben der integrierten Ansteuerung der OLED werden damit auch andere Anwendungen im Bereich der„Massenfertigung“ interessant, zum Beispiel alle Arten von Chip-Karten. Denkbar sind auch so genannte elektronische Bücher und Papiere, flexible Anzeigen, die auf einfache Weise das Herunterladen von Zeitungen oder Büchern ermöglichen. Wie wichtig bei der Polymerelektronik eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist, zeigt das Beispiel der organischen Solarzellen. Sie basieren auf einer Mischung aus Halbleiterpolymeren und Fullerenen, das sind Kohlenstoffmole
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Organische lichtemittierende Dioden werden zurzeit auf den Markt gebracht. Diese Leuchtdiode basiert auf einem blau emittierenden Halbleiterpolymer.
küle in Form von Fußbällen. Durch Lichteinstrahlung entstehen an den Grenzflächen zwischen beiden Materialien freie Ladungsträger. Diese wandern zu den Elektroden und erzeugen so einen elektrischen Strom. Organische Solarzellen haben heute einen Wirkungsgrad von etwa drei Prozent. Das heißt drei Prozent der einfallenden Lichtenergie wird in verfügbare elektrische Energie umgewandelt. Die verbreiteten Solarzellen auf Silizium-Basis liegen routinemäßig bei Werten über elf Prozent.
Eine Optimierung organischer Solarzellen ist zum einen durch Verbesserung der verwendeten Polymere, zum anderen durch Veränderung der Struktur der Solarzellen möglich. Will man eine effiziente Solarzelle konstruieren, reicht es nämlich nicht aus, Polymer, Kohlenstoff und Elektroden in Schichten übereinander zu stapeln. Vielmehr müssen die Materialien im Nanometerbereich entmischen und dabei eine einander durchdringende Struktur bilden. Dadurch entsteht eine riesige Grenzfläche zwischen dem Polymer und den Fulleren und ermöglicht so eine effiziente Ladungstrennung.
In Potsdam beschäftigt sich der Arbeitskreis Polymerchemie mit der Optimierung der Ausgangsmaterialien, insbesondere auch mit einem Austausch der teuren Fullerene durch andere geeignete Materialien. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Reinheit der bis zu 500 Einheiten langen Polymerketten. Schon Verunreinigungen im Promillebereich können deren Fähigkeit, freie Elektronen zu erzeugen und zu transportieren, stören. Um die Qualität der Materialien möglichst prozessnah überprüfen zu können, besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Experimentalphysik. Dort werden die Materialien zu dünnen Schichten von rund 80 bis 100 Nanometer Dicke verarbeitet, mit Elektroden versehen und die Kenndaten der so entstandenen Solarzelle gemessen. Konzepte zur gezielten Strukturierung der Polymerschicht auf Nanometerskala in der Solarzelle werden in Zusammenarbeit mit der Elektrotechnik an der Uni Wuppertal und dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm erarbeitet.
Ullrich Scherf, Dieter Neher
Dieter Neher bekleidet im Institut für Physik der Universität Potsdam die Professur für Experimentalphysik.
Ullrich Scherf bekleidet im Institut für Chemie der Universität Potsdam die Professur für Polymerchemie.
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