Heft 
(1.1.2019) 06
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Foto: Fritze

Personalia

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Der Entsorger

Nahaufnahme: Ulf Lepszy ist der Umweltschutzbeauftragte

der Universität Potsdam

In seinem Büro steht ein Karton, in dem er alte Tonerkartuschen solange sammelt, bis die Menge lohnt, auf den Weg der Verwertung gebracht zu werden. Einst wurde er scherzhaft derdiplomier­te Müllfahrer genannt, weil ihn ein dreijähriges Studium unter anderem dazu befähigte, diejeni­gen Stoffe zu transportieren, die alle schnellstens los sein möchten und bei denen eigentlich jeder froh ist, dass sich jemand darum kümmert. Denn nicht selten sind sie gefährlich.

If Lepszy kümmert sich um die sachge­

| rechte Entsorgung aller toxischen und hoch brennbaren Stoffe an der Univer­

sität Potsdam. Durch den Umgang mit Gefahr­stoffen und Sonderabfall ist Lepszy gleich ein mehrfach Beauftragter: für Gefahrengut, Gefah­renstoffe, für Umwelt- und für Strahlenschutz. In diesem Jahr fuhr er erstmals radioaktiven Müll durch die Landeshauptstadt. Bevor der gebürtige Potsdamer, der in der Wendezeit an

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der Technischen Universität Zittau/Löbau ein damals zukunftsträchtiges Diplom als Umwelt­wirt erlangte, im Jahre 1996 an die Universität kam, war er bei einem Potsdamer Umweltser­vice tätig. Er selbst bezeichnet dies alsbeste Schule für seine jetzige Tätigkeit. Lepszy, der verheiratet ist und eine Tochter hat, weiß, dass Umweltschutz erst mit der richtigen inneren Einstellung praktikabel wird. Und leider fehlen auch hier nötige Gelder, um zum Beispiel das duale System dem Brandschutz, der Hygiene und der Ergonomie entsprechend in die einzel­nen Häuser zu bekommen. Er war dabei, als die Liegenschaften der ehemaligen Roten Armee in Wünsdorf oder weite Teile der Bitterfelder Che­mieanlagen entsorgt wurden. Inzwischen hat er nicht nur ein Auge auf Ressourcen schonende Maßnahmen, sondern auch darauf, dass die Chemikalien der Uni ordnungsgemäß gelagert und transportiert werden, sowohl auf den inter­nen Transportwegen als auch auf denen zur

Da, wo Kohlenwasserstoff dran steht, muss auch Koh­lenwasserstoff drin sein. Ulf Lepszy kontrolliert ein­

mal pro Woche die Flaschen seiner Löschanlage.

Sondermüllverbrennungsanlage. Das betrifft ebenso Verpackungen, Asbestplatten oder Batte­rien. Oft im neuen Chemiegebäude unterwegs, achtet er darauf, dass gefährliche Abfälle ord­nungsgemäß im Lager für Sonderabfall landen und nicht im Abwaschbecken. Bei ihm, der begeisterter Hobbyfotograf und Radfahrer ist und gerne am Computer designed, verschmel­zen Arbeits- und Umweltschutz. Er bemüht sich um umweltfreundliche Beschaffung und koor­diniert in enger Absprache mit der Sicherheits­ingenieurin beziehungsweise mit Potsdams Feu­erwehr Fragen des Arbeits- und Brandschutzes. Die Chemie jedenfalls scheint zu stimmen. Auf seinem Schreibtisch beispielsweise liegen Flucht- und Rettungspläne für die einzelnen Universitätsstandorte, so bunt und mühevoll detailverliebt erstellt wie eine Schatzkarte aus einem Computerspiel. Er schreibt betriebliche Abfallbilanzen, Gefahrengutberichte, Beschaf­fungsanträge und hält umweltbewusstseinsför­dernde, aber auch gefahrenstoffrechtliche Vorle­sungen vor Mitarbeitern und Studierenden, die im weitesten Sinne mit Chemikalien zu tun haben. Lepszy ist eben auch ein Aufklärer. tp

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