Modellsteuerung
mit dem Personalcomputer
E-Learning im Institut für Arbeitslehre und Technik
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Neustart im wahren. Wortsinne: Wenn die Bordelektronik abstürzt, bewegt sich nichts mehr.
„E-Learning“ als Oberbegriff für Bildungsmöglichkeiten unter Nutzung elektronischer Hilfsmittel umfasst im weitesten Sinne auch den Elektronikeinsatz zum Messen, Steuern, Regeln und Prüfen bei der Wissensaneignung über naturwissenschaftlich-technische Sachverhalte durch die experimentelle beziehungsweise die Modellmethode.
odell-E-Learning-Projekte wurden von M Prof. Dr. Hans-Joachim Laabs und seinen Mitarbeitern im Bereich Informationsumsetzende Systeme des Instituts für Arbeitslehre und Technik entwickelt. In Form einer Buchpublikation des Paetec-Verlages mit beigefügter CD-Rom sollen sie demnächst Lehrern, Lehramtsstudierenden und anderen Interessenten zugänglich gemacht werden. Waschmaschinen mit ihrer elektronischen Temperatur- und Drehzahlregelung, moderne Kraftfahrzeuge mit Bordcomputern, Kameras mit automatischer Schärfeeinstellung, Videorecorder mit Show-view-Programmierung— überall trifft man im täglichen Leben auf Beispiele rechnergestützten Messens, Prüfens, Steuerns und Regelns. Die Lehrer der Unterrichtsfächer Arbeitslehre der Sekundarstufe I und Technik der Sekundarstufe II sehen sich mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, ihren Schülern wenigstens die Grundzüge hochentwickelter Steuer- und Regelungstechnik anschaulich und einprägsam zu vermitteln. Wie das zu gesche
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hen hat, erfahren sie im Rahmen von universitären Ausbildungsmodulen über technische Systeme und über didaktisch-methodische Möglichkeiten entsprechender Wissensvermittlung an ihre Schüler. Eine wirksame Methode, gleichermaßen für Lehramtsstudierende und Schüler, ist die Arbeit mit Modellen unterschiedlicher technischer Systeme im Aneignungsprozess.
Solche technischen Anlagen im Kleinformat wurden im Bereich Informationsumsetzende Systeme zum Teil mit Studierenden gemeinsam entwickelt. Sie bestehen in der Regel aus einem Funktionsmodell im engeren Sinne, zum Beispiel einer handlichen Verkehrsleiteinrichtung, einem so genannten Interface, elektronische Box als Schnittstelle zum PC, und dem Computer selbst.
Ein aus didaktischer Sicht besonders anschauliches Beispiel ist das Modell eines Niedrigenergiehauses. Mit ihm können Lehrerstudenten und Schüler beispielsweise die Wärmeisolationseigenschaften unterschiedlicher Dämmstoffe, wie Holz, Glasfasern, Roggenplatten, Lehm, Verbundstoffe, untersuchen. Am Hausmodell angebrachte Sensoren, so genannte Thermistoren, erfassen Außen- und Innentemperaturwerte des heizbaren Hauses als Änderungen des elektrischen Widerstandes und geben die Signale zunächst zum Interface. In diesem am Institut selbst entwickelten Gerät werden sie verstärkt und von analog in digital umgewandelt.
Foto: unicom-picture.de
Uni Aktuell
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So an den Computer weiter geleitet, ist dieser nun in der Lage, aus der Außen-Innen-Temperatur- Differenz die Wärmeleitzahlen zu berechnen.
Die dazugehörige Software entstand in Zusammenarbeit mit Informatikstudenten, und sie ermöglicht nicht nur die Wärmeleitzahlermittlung, sondern beispielsweise auch Zweipunktregelungen. So kann im Energiehausmodell ein Widerstandsheizblock automatisch so ein- und ausgeschaltet werden, dass im Hausinneren ständig eine vorgegebene Soll-Zimmertemperatur eingehalten wird.
Die Software-CD enthält sämtliche Quelltexte, Hinweise und Arbeitsblätter, Bauanleitungen, Programme, Treiber und so weiter. Für Informatiker gibt es Anregungen zur Weiterentwicklung der Software in Bezug auf Anwendungsmöglichkeiten für neue Modelle.
Aber zunächst einmal wird das Buch selbst neben ausführlichen Darstellungen zu vier Kernmodellen vielfältige Modellvorschläge enthalten. Neben dem Energiehaus werden Bauanleitungen oder zumindest Anregungen gegeben für einen Styropor-Schaumstoffschneider, der per Computersteuerung mittels eines Schmelzdrahtes zuvor einprogrammierte Figuren schneiden kann. Ein„Plotter“ wird beschrieben, also ein computergesteuertes Gerät zur grafischen Darstellung von Zeichnungen, Schriften.
Anregungen gibt es für den Bau eines„Sonnenfinders“ zur Ermittlung des optimalen Standorts einer Solaranlage. Verkehrsleiteinrichtungen und das Modell eines Gewächshauses mit Computersteuerung von Temperatur und Feuchtigkeit sind weitere Beispiele.
Schon allein beim Modellbau finden die Schüler Zugang zur Technik, eignen sich entsprechendes Wissen und technische Fähigkeiten an. Im Umgang mit den elektronischen Messgeräten„e-learnen“ sie darüber hinaus die Grundlagen heutiger Automatisierungstechnik. Und dabei ist es gar nicht schlimm, wenn im Lernprozess Fehler unterlaufen. Schließlich gibt es zwischen Computer und selbstgebautem Modell das für alle PC-Betriebssysteme geeignete Interface. Es verstärkt und wandelt nicht nur Signale, sondern schützt die Anlage auch vor Kurzschlüssen und Fehlbedienungen aller Art.
Portal 11-12/02