Heft 
(2024) 31
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Otis 31( 2024)

On average over the eleven years, 23.5 HPa were recorded, which corresponds to a mean set­tlement density of 58.6 BP/ 100 km², albeit with a wide fluctuation range( 10 to 40 HPa/ year), which is probably due to fluctuating Common Vole populations or their fluctuating availability due to different land usage/ management. With equally significant annual differences, the mean reproduction rate( FPZF= mean number of fledged young birds in the BPa) was 1.87, and the mean brood size( BRGR= mean number of fledged young birds in the BPm) was 2.38. Based on ring readings of marked young and adult birds, several individuals showed territory fidelity over several years, in one case even breeding site fidelity over 16 years. Due to the small amount of data available, statements on mortality can only be made anecdotally. However, the young bird cohorts had very different probabilities of surviving to the 2nd or 3rd calendar year. There does not appear to be any correlation between this phenomenon and the regional hard winters. The initially rough picture of the seasonal migrations of the marked buzzards to wintering grounds up to 400 km to the west fits in well with the space- time behaviour described for the eastern German population of the species.

Ulrich Köppen, Ulrich.koeppen@gmx.de , Henry Lange, henry-lange@web.de

Einleitung

Seit 2001 wird vom Erstautor dieses Artikels der Greifvogelbestand auf einer Kontrollfläche bei Fehrbellin im Kreis Ostprignitz- Ruppin ( im Folgenden UG ) erfasst und dokumentiert. Da­bei fielen von Beginn an alljährlich hohe Brut­paardichten des Mäusebussards Buteo buteo auf, so dass sich weitergehende Untersuchun­gen an dieser Art anboten. Ab 2003 erfolgte im Rahmen der regelmäßigen Kontrollgänge die Beringung der Jungvögel mit Metallringen der Vogelwarte Hiddensee. Im Jahr 2010 startete dann in Abstimmung mit der Vogelschutzwarte Bran­denburg und der Beringungszentrale Hiddensee das Farbberingungsprogramm Mäusebussard in einer Niedermoorlandschaft im Landkreis Ostprignitz- Ruppin ", welches die zusätzliche in­dividuelle Markierung sämtlicher erreichbarer Nestlinge, Brutvögel und aller weiteren gefange­nen Mäusebussarde mit fernablesbaren Kennrin­gen einschloss wie auch die ganzjährige intensive Kontrolle aller anzutreffenden Mäusebussarde auf vorhandene Markierungen. Neben den Daten zu Brutbiologie, Bestandsdynamik und Reprodukti­on der lokalen Population wurden so auch Infor­mationen über die Gebietstreue, die Sterblichkeit und die saisonalen Wanderungen der hier brüten­den und erbrüteten Mäusebussarde wie auch der Gastvögel gewonnen.

Ziel dieser umfassenden Datensammlung ist die nähere Beschreibung von Biologie und Ökolo­gie einer Mäusebussardpopulation als zentralem Bestandteil der Greifvogelzönose einer branden­burgischen Niedermoorlandschaft. Daraus sollen

Erkenntnisse gewonnen werden über die Bedeu­tung dieses Landschaftstyps für den regionalen Natur- bzw. Artenschutz sowie Anregungen für adäquate Pflege- bzw. Nutzungskonzepte unter den aktuellen Rahmenbedingungen landwirt­schaftlicher Flächennutzung.

Vergleichswerte zu populationsökologischen Aspekten von Mäusebussardbeständen liegen u. a. aus dem Stadtgebiet von Berlin ( DIETRICH& OTTO 2011), aus der intensiv genutzten Ackerlandschaft in Vorpommern( FRANKE& FRANKE, 2006), aus Mitteldeutschland ( u. a. NICOLAI 2006) und aus zahlreichen Untersuchungen mit kleinerem Flä­chenbezug in Brandenburg im Rahmen des Moni­torings Greifvögel und Eulen Europas ( MAMMEN & THÜMMLER 2007) vor.

Im Folgenden werden in einer ersten Ergeb­nismitteilung neben der Beschreibung des Unter­suchungsgebiets und der Erfassungsmethoden die Resultate zu den Komplexen Bestandsdynamik, Reproduktion, Gebietstreue und Raum- Zeit- Ver­halten während der Untersuchungsjahre 2010 bis 2020 vorgestellt und diskutiert. Die Fortführung des Projekts über mindestens weitere zehn Jahre soll die Datenzeitreihen zu den o. g. Phänomenen fortsetzen und damit die Datenbasis für kausale Deutungen bzgl. wichtiger populationsdynami­scher Faktoren liefern.

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Das Untersuchungsgebiet

Das UG befindet sich im Landkreis Ostprignitz­Ruppin, knapp 60 km nordwestlich der Hauptstadt Berlin und umfasst einen ca. 40,2 km² großen Landschaftsausschnitt, dessen zentraler Punkt