Heft 
(2024) 31
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Lange& Köppen: Daten zur Biologie und Ökologie einer Mäusebussardpopulation

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2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

Brutpaare allg.

BPm

--- Juv. Gesamt

Abb. 4: Jährliche Brutbestände und Anzahlen geschlüpfter Jungvögel des Mäusebussards im UG Fehrbellin im Zeit­raum 2010 bis 2020, BPm= Brutpaare mit wenigstens einem flüggen Jungvogel. Abszissenbezeichnung M= große Mäusebestände, M= geringe oder keine Mäusebestände.

Annual breeding populations and numbers of juvenile Common Buzzards in the Fehrbellin study from 2010 to 2020 Legend: BPm= breeding pairs with at least one fledged juvenile bird. Abscissa designation M= large mouse populations, M= low or no mouse populations.

3.2 Material

In den Jahren 2010 bis 2020 sowie in den Jahren zuvor wurden im UG insgesamt 351 Mäusebus­sarde in den in Tab. 1 dargestellten Altersklassen individuell markiert.

Von den markierten Vögeln konnten im o. g. Zeitraum insgesamt 167 Rückmeldungen durch Ringablesungen und Kontrollfänge sowie durch Meldungen toter oder lebender Ringträger in und außerhalb des UG gewonnen werden( Tab. 2).

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4.1

Ergebnisse

Brutbestände und Reproduktion

Die Zahl näher kontrollierter Brutpaare, d. h. von Brutpaaren mit Angaben zum Bruterfolg(= Brut­paare allgemein, BPa), erreichte den Maximalwert von 30 im Jahr 2014 und mit zehn den Minimal­wert im Jahr 2017. In den dazwischenliegenden Jahren lag die Zahl der BPa jeweils bei ziemlich genau 20( Abb. 4).

Im Mittel der elf Jahre 2010 bis 2020 wurden 23,45 BPa im UG festgestellt, was einer mittle­ren Siedlungsdichte in diesem Zeitraum von 58,6 BP/ 100 km² entspricht. Nur in den Jahren 2019 und 2020 blieben jeweils lediglich ein BP( von 21 bzw. 18 BPa) ganz ohne Junge, d. h. jeweils nur ca. 5%. In allen anderen Jahren lag dieser Anteil zwi­

schen 10 und 30% im Jahr 2012 sogar bei 50%, d. h. nur in der Hälfte der 2012 kontrollierten Horste wurden Jungvögel erbrütet. Sehr große jahrweise Unterschiede wies entsprechend auch die Gesamt­zahl produzierter flügger Jungvögel auf. Spitzen­jahre mit 62 bzw. 64 waren 2014 und 2015, die schlechtesten Jahre 2012 und 2017 mit 15 bzw. 12 flüggen Jungvögeln insgesamt( Abb. 4).

In den hochproduktiven Jahren lagen die An­zahlen flügge gewordener Jungvögel je Horst zu großen Anteilen bei zwei und drei, und nur in die­sen Jahren wurden nennenswerte Anteile von Vie­rerbruten wie auch die einzige Fünferbrut( 2015) flügge. In den wenig produktiven Jahren wurden fast ausschließlich ein bzw. zwei flügge Jungvögel in den Horsten gefunden( Abb. 5).

2012 hatten 20 BP mit der Brut begonnen, wo­von zehn ganz ohne Junge blieben. Unter den zehn erfolgreichen Paaren brachten sechs lediglich ei­nen Jungvogel zum Ausfliegen und vier Paare zwei Jungvögel( Abb. 5).

Diese Befunde spiegeln sich in der Dynamik der populationsbezogenen Reproduktionskenn­ziffern( Abb. 7). Die BRGR schwankte zwischen maximal 2,82 und 2,87 in 2014 und 2015 und mi­nimal 1,6 im Jahr 2012. Als Mittelwerte über den Zeitraum 2010 bis 2020 ergeben sich eine BRGR von 2,38 und eine FPFZ von 1,87.

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