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nämlich 2011, 2014 und 2015, in denen die Zahl der Reviergründungen im Frühjahr bei 28, 33 und sogar 40( Mittelwert: 33,66) lag( Abb. 8). Sie werden im Folgenden Gunstjahre genannt. In allen anderen Jahren schwankte die Zahl der zu Beginn der Brutsaison besetzten Reviere nur unwesentlich um die 20. In den Gunstjahren wurden im Mittel 27,0 BPa gegenüber dem Mittelwert gesamt von 21,09, s= 5,26, ermittelt. Und auch die BPm- Zahlen lagen in den drei Gunstjahren mit im Mittel 20,33 über dem Mittelwert aller Jahre von 15,8( s= 5,43). An den Mittelwertvergleichen der Reproduktionskennziffern( Abb. 7) wird allerdings auch deutlich, dass der„ Vorsprung“ der Gunstjahre gegenüber den Gesamtmittelwerten im Verlauf der Brutsaison
abnimmt. Insbesondere bei der populationsdynamisch bedeutsamen Kennziffer BPm sind es nur noch fünf Paare über dem Gesamtmittelwert. Für die Ermittlung der Ursachen für die jahrspezifisch so unterschiedlichen Reproduktionsleistungen der zu Beginn der Saison revierhaltenden Paare liefern diese Daten wichtige Hinweise. In den Gunstjahren 2011, 2014 und 2015, mit offenbar günstigen Bedingungen zur Zeit der Revierbesetzung, erreichten nur 57,1%, 66,66% und 57,5% der Revierpaare den Status BPm. In Jahren mit nur durchschnittlichen Anzahlen revierhaltender Paare am Saisonbeginn,
Otis 31( 2024)
z. B. 2010, 2018, 2019 und 2020 waren 90,9, 75,9, 80,0 und 70,8% von ihnen erfolgreich, d. h. erreichten den Status BPm. Aus den im Jahr 2017 zu Beginn der Brutsaison besetzten 20 Revieren gingen dagegen lediglich zehn BPm hervor.
4.3 Gebietstreue
Von den 34 Mäusebussarden, die in den Jahren 2010 bis 2019 im adulten bzw. subadulten Alter im Untersuchungsgebiet markiert worden waren, konnten bis einschließlich 2020 insgesamt 14 später wieder im UG kontrolliert werden( Tab. 3). Darunter befanden sich acht Ringvögel, die auch in einer oder mehreren nachfolgenden Brutsaisons im UG nachgewiesen werden konnten, die übrigen sechs nur in nachfolgenden Wintern. Brutgebietstreue konnte zweifelsfrei bei zwei Ringvögeln über jeweils drei Jahre und in einem weiteren Fall sogar über 16 Jahre festgestellt werden.
Die 322 im Untersuchungsgebiet im Zeitraum 2010 bis 2019 nestjung beringten Mäusebussarde erbrachten zwischen 2011 und 2020 insgesamt 59 Rückmeldungen von 39 Individuen, darunter zehn Totfunde und 49 Lebendnachweise durch Ringablesungen. Letztere wurden ausschließlich innerhalb des Untersuchungsgebiet getätigt( Tab. 4).
Tab. 3: Beringungs- und Kontrolldaten von im UG Fehrbellin älter als diesjährig markierten und später im UG kontrollierten Mäusebussarden; Beringungen sind dem jeweiligen Quartal im Jahr zugeordnet: Geschlecht und Alter bei Beringung( F= Weibchen, M= Männchen, imm= immatur, ad= adult, 2KJ= 2. Kalenderjahr); Lebendkontrollen im UG : grüne Punkte.
Ringing and monitoring data of Common Buzzards marked earlier than this year and later monitored in the Fehrbellin study area; ringings are assigned to the respective quarter of the year: Sex and age at ringing ( F= female, M= male, imm= immature, ad= adult, 2KJ= 2nd calendar year); live checks in the study area: green dots.
2004
2019
2020
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2KJ
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2KJ
ad F
imm.
adF
F
adM
adF
adM
adM
2KJ
ad F
ad F
ad F
ad
M
ad
M
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