Heft 
(2024) 31
Seite
84
Einzelbild herunterladen

84

Schriftenschau

BERGMANN , H.-H. ( 2024): Das große Buch der Vogelfedern. Die Singvögel Mitteleuropas . Au­la- Verlag Wiesbaden , ISBN 978-3-89104-851-1, 296 S., 78,00.

Dieses Buch firmiert als dritte, komplett neu bear­beitete Auflage des Buches Die Federn der Vögel Mitteleuropas" desselben Autors. Es ist doppelt so groß wie der Vorgänger, aber nicht einmal halb so dick enthält aber eben auch nicht mehr alle mit­teleuropäischen Arten, sondern nur die Singvögel.

-

Die recht knapp gehaltene Einführung geht auf Flügelmorphologie, Federstruktur und Mau­ser ein. Der Hauptteil behandelt alle regelmäßig vorkommenden Arten auf jeweils einer Doppel­seite. Der Text ähnelt der vorherigen Auflage und beschreibt die Federmerkmale. Außerdem bringt er kurze Angaben zum Vorkommen der Arten, zur Mauser und zu Verwechslungsmöglichkeiten. Beigegeben sind jeweils Fotos der Art und eines geöffneten Flügels.

Die wesentliche Neuerung sind die Federta­feln, die jeweils eine ganze Seite umfassen. Anders als im Vorläuferwerk werden hier nicht nur aus­gewählte Federn abgebildet, sondern die gesamte Großgefiedergarnitur- also alle Hand- und Arm­schwingen( mit den dazugehörigen großen Deck­federn) und die Schwanzfedern, dazu ausgewählte Federn des Kleingefieders. Damit ist es viel leich­ter, Federn exakt zuzuordnen. Bei den meisten Arten sind die Federn in natürlicher Größe abge­bildet, bei größeren Arten verkleinert( der Maß­stab ist angegeben). Damit liegt ein umfassendes Federbestimmungswerk vor, mit einem Nachteil: Pro Art gibt es eine Abbildung, das heißt die inne­rartliche Variation etwa zwischen Jung- und Alt­vögeln oder den Geschlechtern wird nur im Text, nicht aber in den Bildern wiedergegeben. Sonst hätte das Buch allerdings auch zwei- oder drei Mal so dick sein müssen.

Die Abbildungen sind sehr gut, allerdings sind die Federn- da offenbar abfotografiert- mit Schattenwurf wiedergegeben. Wer die Federn nicht kennt, kann sich davon irritieren lassen, denn das sieht manchmal exakt wie ein grauer Federsaum aus. Das war in der Vorgängerversion

Hans- Heiner Bergmanni

Otis 31( 2024)

DAS GROSSE BUCH DER

VOGELFEDERN

Die Singvögel Mitteleuropas

AULA

besser gelöst. Auch die Ausleuchtung der Federn scheint mir damals etwas besser gewesen sein. So konnte man etwa bei den Krähenvögeln sehr gut sehen, welche Federn an welchen Stellen Metall­glanz aufweisen, während im neuen Buch alle Fe­dern weitgehend schwarz wirken.

Ein sehr großer Vorteil der Neubarbeitung ist neben dem vollständigen Federsatz die Tatsache, dass Text und Federtafel nebeneinander stehen. Davor waren die Federabbildungen in einem se­paraten Teil zu finden, was lästiges Blättern nötig machte.

Federfans finden in diesem Buch große Voll­ständigkeit. Wer die früheren Auflagen hat, wird sich überlegen müssen, ob die zusätzliche An­schaffung lohnt. Immerhin ist der Preis um über 50% gestiegen bei reduziertem Spektrum der behandelten Arten.

-

Wolfgang Mädlow