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die Entwicklung des Nachtigallenbestandes in den vergangenen zwei Dekaden.
Schon 1965/66 wurde eine Erfassung in Pots dam durchgeführt( GÜNTHER 1983), welche sehr hilfreich zur längerfristigen Einordnung der Bestandsentwicklung war und teilweise in die Auswertungen einfloss.
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Methode
Die vier hier betrachteten Erfassungen wurden als Revierkartierungen durchgeführt, wobei die Methodik bezüglich des Zeitraumes leicht differierte. Gemäß der Methodenstandards von SÜDBECK et al.( 2005) sollte die Erfassung von Ende April bis Ende Mai erfolgen. Abweichend dazu war die Vorgabe für die Erfasserinnen und Erfasser 2003 und 2010 ein Zeitraum vom 04. bis 18.05. In den Jahren 2015 und 2021 dagegen wurden die ersten Begehungen schon Ende April durchgeführt.
Gerechtfertigt erscheint dieser frühe Beginn der Kartierungen durch Argumente aus verschiedenen Literaturquellen. BÖHNER et al.( 1993) geben das Eintreffen der Nachtigall im Berliner Raum in der letzten April- Dekade an. Ende April/ Anfang Mai ist dann schon eine hohe Gesangsaktivität zu verzeichnen, die in der gesamten ersten Maihälfte anhält.
Schon GNIELKA wies 1967 darauf hin, dass das Durchzugsgeschehen am Rande der nördlichen Verbreitungsgrenze der Nachtigall nur noch marginal ist, weshalb trotz des frühen Erfassungsbeginns jeder Sänger, unabhängig davon, ob er nur einmal oder mehrmals registriert werden konnte, als Revier gewertet wurde.
Im Abstand von mindestens einer Woche wurden möglichst früh am Morgen bzw. in der
Otis 31( 2024)
Abenddämmerung alle singenden männlichen Nachtigallen bei mindestens zwei Begehungen kartiert und in bereitgestellte Karten eingetragen. Auch die Erfassung über die WEB- Applikation ornitho.de war möglich und ausdrücklich erwünscht.
Da 2021 nicht alle Gebiete lückenlos erfasst werden konnten, wurde 2023 eine Nacherfassung durchgeführt. Es handelt sich hierbei um das Gebiet 19, Schlaatz. Ist im Folgenden von der Kartierung 2021 die Rede, so inkludiert dies immer auch die Nachkartierung von 2023.
Die Erfassung von 1965/66 kann nur bedingt zu Vergleichszwecken konsultiert werden, da weder der konkrete Erfassungszeitraum bekannt ist, noch die kartierte Fläche rekonstruiert werden kann. Ein Reviernachweis wurde damals erst nach drei positiven Kontrollgängen gewertet( GÜNTHER 1983).
Eine Zusammenstellung der Methodik der einzelnen Kampagnen sowie Details zur Anzahl der Zählgebiete und beteiligten Personen zeigt Tab. 1.
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Erfassungsgebiet
Bei allen vier Zählungen von 2003 bis 2021 wurde jeweils eine leider nicht identische Fläche mit einer Größe zwischen 50 und 60 km² des Potsdamer Stadtgebietes erfasst( Tab. 3).
Die ersten drei hier ausgewerteten Kartierungen von 2003, 2010 und 2015 fanden im Kerngebiet der Stadt Potsdam statt, wobei es sich um eine weitgehend zusammenhängende Fläche handelte. Im Jahr 2021 wurden zwar fünf neue Flächen in ländlichen Bereichen der Potsdamer Peripherie erstmalig gezählt( Fahrland , Marquardt , Schlangenbruch, Golmer Luch Nord und Süd), es fehlen
Tab. 1: Übersicht der angewandten Erfassungsmethodik, der Zählgebiete sowie der beteiligten Personen der Pots damer Nachtigallenkartierungen von 1965 bis 2021. Quellen: blaue Zahlen: GÜNTHER( 1983), schwarze Zahlen: Fachgruppe Ornithologie des KV Potsdam.
Overview of the survey methodology used, the census areas and those involved in the Potsdam nightingale mapping from 1965 to 2021( E 4- E 5= end of April- end of May) Sources: blue figures: GÜNTHER( 1983), black numbers: FG Ornithology Potsdam.
1965
1966
2003
2010
2015
2021
Kartierte Fläche( km²)
?
?
51
58
58
60
Zählgebiete
24
24
24
25
28
26
Kontrollen
3
3
2
2
3
3
Zeitraum
?
?
04.- 18.05. 04.- 18.05. E 4- E 5
E 4- E 5
Personen
?
?
19
28
26
21
Revierbewertung je Sängernachweis
3x
3x
1-2x
1-2x
1-2x
1-2x