Heft 
(2024) 31
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Otis 31( 2024)

Abb. 1: Alpenbirkenzeisig Acanthis cabaret( links) und Taigabirkenzeisig Acanthis flammea( rechts). Foto: T. Dürr.

Lesser Redpoll Acanthis cabaret( left) and Common Redpoll Acanthis flammea( right).

bei Buckow( Lkr. Havelland) ein vorjähriges Männ­chen auf dem Heimzug beringen. Dieses wurde am 29.08.2023 in seinem norwegischen Brutgebiet in Håland , ebenfalls Region Rogaland , nach 197 Tagen in 869 km nordnordwestlich kontrolliert. Abweichend von diesen eher nördlich gerichteten Funden ist nachfolgender Vogel einzuordnen: Ein am 17.11.2023 ebenfalls bei Buckow beringtes dies­jähriges Männchen wanderte in westsüdwestliche Richtung weiter, wo es nach nur 15 Tagen 670 km entfernt in Belgien , nahe Spiere- Espierres( Region West- Vlaanderen ), kontrolliert wurde. Dieser Vo­gel scheint ostnordöstlicher Herkunft- aus einer Region, für die es bisher keine Herkunftsnachwei­se von in Brandenburg rastenden oder überwin­ternden Vögeln gibt. CEPÁK et al.( 2008) führen für tschechische und slowakische Vögel als maxi­male Entfernung außerbrutzeitlicher Wanderun­gen lediglich 73 km an und verweisen darauf, dass 80% der Vögel in einem Radius von 20 km um den

Brutort überwintern würden. Damit sind Vögel aus dieser Region nur schwerlich in Brandenburg zu erwarten. Allerdings werden mehrere Funde in Sachsen angeführt, die weitergehende Wan­derungen nicht vollends ausschließen. BAIRLEIN et al.( 2014) verweisen auf vermutlich westwärts gerichtete Vertikalwanderungen von Birkenzei­sigen" aus höheren Lagen in Tschechien , z. B. des Riesengebirges und des Böhmerwaldes, bei denen es sich um A. cabaret handeln dürfte. Als weiteste Fundentfernung werden 250 km genannt.

Das relativ starke herbstliche Auftreten von Birkenzeisigen beider Formen an vier intensiver betriebenen Fangplätzen im Herbst 2023 im Lkr. Havelland deutete- bei ausbleibenden kurzfristi­gen Wiederfängen- auf einen Einflug mit aktivem Durchzugsgeschehen hin. Die ersten A. cabaret ( n= 55) wurden in der 1. Novemberdekade gefan­gen. Der Durchzug erreichte seinen Höhepunkt be­reits in der 2. Novemberdekade( 60,0%) und hielt