Heft 
(2024) 31
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Schriftenschau

STROHMAIER, B.( 2023): Photovoltaik- Freiflä­chenanlagen und Vogelschutz in Österreich Konflikt oder Synergie? BirdLife Österreich , 66 S. Im Internet verfügbar unter: https: // www. researchgate.net/publication/370119316_Photo­voltaik- Freiflachenanlagen_und_Vogelschutz_in_ Osterreich -Konflikt_oder_Synergie

BirdLife Österreich hat eine Literaturrecherche zum Einfluss von Photovoltaikanlagen auf Brutvö­gel durchgeführt. Ausgewertet wurden detaillier­te Erfassungen, teilweise inklusive Vergleiche der Brutvogelvorkommen vor und nach Errichtung der Anlagen, von elf Photovoltaik- Freiflächenan­lagen, von denen sich immerhin acht in Branden­ burg befinden. Da die Originaluntersuchungen überwiegend nicht publiziert sind, sondern sonst kaum zugänglichen Gutachten und Monitoringbe­richten entnommen wurden, ist diese Zusammen­stellung eine wertvolle Informationsquelle auch für Vogelkundler und Naturschützer hierzulande.

BirdLife

OSTERREICH

Otis 31( 2024)

Photovoltaik- Freiflächenanlagen und Vogelschutz in Österreich - Konflikt oder Synergie?

Wien , April 2023 Version 2.0

Gefördert durch:

Bundesministerium Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie

Klar wird: einige Arten können in den Solarfel­dern leben und Kompensationsflächen können tatsächlich wirken und wertvolle Arten anziehen. Wie das zu bewerten ist, dürfte vor allem vom Aus­gangszustand vor dem Bau der Anlage abhängen. Auf wertvollen Heideflächen werden Photovolta­ikanlagen eher zur Wertminderung führen, auf intensiv genutztem Ackerland können sie bei guter Gestaltung die Artenvielfalt fördern. Welchen Ein­fluss die exakte Anlagengestaltung( Größe, Höhe, Abstände der Module) hat, ist erst in Ansätzen klar. Bei zukünftigen Untersuchungen müssten diese Faktoren stärker beachtet werden.

Von den acht Brandenburger Anlagen wur­den sieben auf Sonderstandorten wie ehemaligen Truppenübungsplätzen, Flughäfen oder in Berg­baufolgelandschaft errichtet, nur eine auf Acker­land. Das schränkt die Übertragbarkeit auf aktuelle Durchschnittsprojekte sicherlich ein. Trotzdem bieten die Untersuchungen wertvolle Hinweise. Besondere wertgebende Arten der offenen Heide­flächen wie Turteltaube, Wiedehopf und Ziegen­melker verschwanden aus den Anlagenflächen, doch wurden teilweise breite, als Kompensations­flächen angelegte und gepflegte Randstreifen von diesen und anderen Arten besiedelt und dort kam es zu Bestandszunahmen. In den Solarmodulflä­chen selbst brüteten einige Arten wie Feldlerche, Braunkehlchen, Grauammer und Schwarzkehl­chen. Die Ergebnisse in den einzelnen Anlagen Wolfgang Mädlow waren nicht einheitlich, vermutlich spielen hier Faktoren wie die Breite von vegetationsfreien We­gen zwischen den Modulfeldern, der Abstand der Modulreihen und die Höhe der Modulbauten eine Rolle. Überlagert werden die Ergebnisse von der Vegetationsentwicklung, insbesondere von der Vegetationsbedeckung und der Sukzession.