Heft 
(2019) 107
Seite
143
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Fontane-Bibliographik im digitalen Zeitalter  Trilcke 143 Die 20 Medien mit den meisten publizierten Fontane-Texten zeigt Abb. 3. Dominant sind die beiden ›Hausblätter‹, für die Fontane in seiner journa­listischen Laufbahn tätig war, zunächst für die sog. Kreuz-Zeitung( Neue Preussische Zeitung), später, insbesondere als Theaterrezensent, für die sog. Vossische Zeitung( Königlich privilegierte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen), die sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen lie­fern. Dass am Ende dann doch die liberale Vossin vorn liegt, zeigt sich erst dann, wenn man auch Fontanes Texte für deren Sonntags-Beilage berück­sichtigt, die in der Bibliographie gesondert erfasst wurden. Resonanzrhythmen der Fontane-Rezeption Daten 2: Primärliteratur(Kat. 1–18), Sekundärliteratur(Kat. 19–43) Die 5.569 Datensätzen zur Primärliteratur und die 11.104 Datensätzen zur Sekundärliteratur lassen sich auch gemeinsam betrachten. Abb. 4 zeigt, nun für beide Erfassungsbereiche, die Anzahl der Publikationen pro Jahr, beginnend mit dem Jahr der ersten Fontane-Publikation, 1839, und endend mit dem letzten Jahr, das derzeit in der Bibliographie vollständig erfasst wird, dem Jahr 2017. Die Daten erhellen einige Aspekte dessen, was man die Quantitative Re­sonanzgeschichte Fontanes nennen könnte. Charakteristisch für diese ist zunächst deren Verspätung, d.i. die Tatsache, dass die publizistische Reso­nanz auf Fontanes Werke erst am Ende seiner schriftstellerischen Laufbahn das quantitative Niveau seiner eigenen Publikationstätigkeit erreicht, dies sicher auch aufgrund der oben beobachteten Produktivität des journalisti­schen Fontane, zugleich aber auch aufgrund der nur geringen öffentlichen Wahrnehmung Fontanes. So überschreitet die Anzahl der publizierten Se­kundärtexte erst im Jahr 1890 erstmals die Anzahl von Fontanes eigenen Publikationen; Anlass dafür ist insbesondere der 70. Geburtstag Fontanes am 30.12.1889, über den zunächst tagesaktuell berichtet wurde, der vor allem aber in der Berichterstattung über einen Festakt am 4.1.1890 erheb­liche printmediale Resonanz fand. Übertroffen wird diese Resonanz erst wieder im Todesjahr 1898, das tatsächlich für lange Zeit nämlich bis zum 150. Geburtstag im Jahr 1969 das quantitativ resonanzstärkste Jahr ­Fontanes sein sollte. Abb. 3: Anzahl der von Fontane zu Lebzeiten in Zeitungen und Zeitschriften publizierten Texte