Heft 
(2019) 107
Seite
151
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Fontane-Bibliographik im digitalen Zeitalter  Trilcke 151 Abb. 7 zeigt, wie groß jeweils der prozentuale Anteil der Sekundärliteratur zu den acht resonanzstärksten Werkgruppen an der Sekundärliteratur zu sämtlichen Werkgruppen ist; auch diese Kurven wurden geglättet, diesmal mittels moving average(MA). Zu Beginn der öffentlichen Rezeption von Fontanes Publikationstätigkeit, der mit vereinzelten Rezensionen der Ge­dichtsammlung Männer und Helden in den frühen 1850er-Jahren anzu­setzen ist, entfallen entsprechend 100% der öffentlichen Resonanz auf die Lyrik. Es folgen mit Blick auf die Lebenszeit Fontanes die Phase des Rei­sewerks, der Wanderungen, der kriegshistorischen Arbeiten und schließ­lich, ab Ende der 1870er-Jahre, die Phase des Romanciers. In der frühen postumen Rezeption verliert der Romancier dann zunächst rasant seine dominante Position: Erst im Laufe der 1920er Jahre entwickelt sich das ­Romanwerk sukzessive wieder zu jener die öffentliche Resonanz des Au­tors dominierenden Facette, die es auch in seinem letzten Lebensjahrzehnt war; in den vergangenen etwa vier Jahrzehnten entfallen schließlich durchgängig über 50 Prozent der Publikationen auf das Erzählwerk. Quantitative Rezeption der einzelnen fiktionalen Erzählwerke Daten 4: Sekundärliteratur zu einzelnen erzählerischen Werken (Kat. 33) Dank der differenzierten Erfassung in der Fontane-Bibliographie ist es möglich, die resonanzgeschichtlich dominante Werkgruppe der fiktiona­len Erzähltexte noch genauer zu betrachten. In insgesamt 18 Unterkatego­rien zur Kategorie 33 versammelt die Bibliographie die Sekundärliteratur »Zu einzelnen erzählerischen Werken«, untergliedert jeweils noch einmal in die(vornehmlich journalistischen)»Rezensionen« und die(vornehmlich wissenschaftlichen)»Untersuchungen und Darstellungen«, im Folgenden kurz ›Forschungsbeiträge‹. Auf der Grundlage dieser Kategorisierungen lässt sich die quantitative Resonanzgeschichte werkspezifisch weiter aus­differenzieren. Abb. 8 führt differenziert nach ›Rezensionen‹ und ›Forschungsbeiträ­gen‹ die absoluten Zahlen für die 16 zu Lebzeiten publizierten monogra­phischen Erzählwerke auf(im Folgenden der Einfachheit halber als ›Roma­ne‹ bezeichnet). Die Verteilung der forschenden Aufmerksamkeit folgt Abb. 7: Prozentualer Anteil der Publikationen zu einzelnen Werkgruppen an den Sekundärpublikationen zu sämtlichen Werkgruppen Fontanes, 1850 bis 2017, moving average pro Jahr