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Schützenfisch.
Steinen wersen schon verschiedene Affen, wie zum Beispiel die Paviane. Einige Jnselten boinbardieren deir Gegner mit ihren giftigen und atzenden Saften, und felbst unter den ansv einend so stumpfsinnigen Fi chen gibt
es vortreffliche Schützen, die in Treffsicherheit mit guten Jägern wohl sich messen können. In südlichen Ländern, auf Java und in Siam, von Mauritius bis nach Polynesien, findet man diese eigenartigen Wasserbewohner. Am bekanntesten ist der Schützenfisch (Toxores jneul ator) geworden. Er erreicht eine Länge von etwa zwanzig Zentimetern; seine Farbe ist grünlichgrau , oben dunkler, unten Heller ins Silberfarbene hinüberspielend; von diesem Grunde heben sich dunklere Streifen ab. Wie unsere Abbildung zeigt, ist der Unterkiefer länger als der Oberkiefer; ist das Maul geschlossen, so bleibt zwischen den beiden eine kleine Öffnung, und durch diese kann der Fijch einen Wassertropfen hervor pritzen, der 1/2 Meter und selbst 90 Zentimeter über die Wasseroberfläche springt. Dieser Tropfen ist das Geschoß des Wasserbewohners, und sein Wild sind allerlei Jnselten, die sich über dem Wasser aufhallen.
Da sitzt auf einem Schilfstengel etwa einen Fuß hoch über der Wasseroberfläche eine Fliege. Der Schützenfisch erblickt sie, er schwimmt näher heran, bleibt stehen, fixiert einen Augenblick das Insekt mit seinen großen Augen, und nun schnellt der Tropfen empor, der die Fliege so trifft, daß sie ins Wasser herunterfällt und von dem heran- stürzenden Fischlein verschlungen wird. Die Treffsicherheit des Schützenfisches ist erstaunlich. Seit langer Zeit hält man ihn in Java in Glasbehältern oder Aquarien, füttert ihn mit Insekten, die an hohen Stäbchen über dem Aquarium leicht befestigt werden. Immer wieder erfreut er den Besitzer durch seine kunstgerechte Jagd. Ähnlich verschafft sich seine Beute der Spritzfisch (Obolinon rostratnZ); auch er erreicht eine Länge von fünfzehn bis fünfundzwanzig Zentimetern; seine Grundfarbe ist ein schönes Zitronengelb mit dunkelbraunen Streifen und Flecken.
Sein Maul zeigt eine rüsselförmige Gestalt. In unseren Aquarien sind die Schützenfische bis jetzt nur die allerseltensten Gäste. Da eine Nachzucht noch nicht gelungen ist, müssen sie immer wieder von neuem eingeführt werden. Diese Einfuhr gestaltet sich aber recht kostspielig, weil die Fische sich bei dem Transport empfindlich zeigen und leicht zugrunde gehen.
Hin neues „Looping tye Loop".' (Zu dem nebenstehenden Bilde.) Immer neue, immer gefährlichere Kunststücke denkt der Artist sich aus, um die Menge zu fesseln, denn er kennt sein Publikum, er weiß, daß es nicht nur staunen, nur bewundern, sondern daß es auch einen gewissen an- ^
genehmen Grusel dabei empfinden will: 8
den Nervenschauer der drohenden Gefahr.
Auf dieses Gefühl ist auch das hier abgebildete Kunststück, eine Variation des
bekannten „Looping the Loop", berechnet. Der Radfahrer rollt von Punkt ^ ausgehend, wird bei L in die Luft geschleudert und dreht sich durch einen Federdruck um sich selbst, um mit den drei Rädern des oberen Rahmens den Bogen O-D zu durchlaufen. Bei bk fällt er wie anfangs auf sein Zweirad zurück und beendet die tolllühne Fahrt.
HffentL'iche Krankenküchen. Die Bereitung von Speisen für Kranke und Genesende ist eine Kunst, die erlernt sein will. Sie ist nicht allen sonst tüchtigen Hausfrauen der bemittelteren Stände geläufig, und recht schlimm ist es damit in den breiteren Volksschichten bestellt. Sind doch die Frauen und Töchter unserer Arbeiter selbst in der gewöhnlichen Hausküche so wenig bewandert! Tritt nun in einem Haushalt, dem
Spritzfisch.
Ein neues „Looping the Loop
sie vorstehen, ein Krankheitsfall ein, so sind sie nur selten imstande, eine Kost zu bereiten, die dem Leidenden wirklich belommt. Dadurch wird die Heilung wesentlich erschwert und die Stärkung Genesender mitunter unmöglich gemacht.
Um diesem Notstand abzu- Ir - helfen, hat Frau A. von Rath " in Berlin vor Jahresfrist f " -
eine öffentliche Krankenlüche W
ins Leben gerufen. Die Anstalt liefert eine kleine Por- W tion Mittagsesfen für 25 Pfennig und eine große für 50 Pfennig. Leichter Erkrankte, wie Magenleidende 8 und Rekonvaleszenten, können in dem Vorraum der Krankenküche, die für 20 bis 30 Personell Platz bietet, bekö- stigt werden. Kranken, die an das Zimmer gebunden sind, werden die Speisen ins Haus geliefert. Der Transport geschieht in Termophorgefäßen, so daß das Essen in warmem Zustande am Bestimmungsorte anlangt. Um die Verteilung rascher besorgen zu können, hat der Verein einige Dreiradwagen angeschafft und für entfernter wohnende Abnehmer Abholestellen errichte:. Die bisherige Tätigkeit der öffentlichen Kranlenküche hat sich sehr nutzbringend erwiesen. Verschiedene wohltätige Vereine haben sie
in Anspruch genommen, indem sie ihren Pfleglingen Speifemarken verabreichen. Eine Anstalt, die im großer: betrieben wird, ist in der Lage, eine den Kranken wirklich bekömmliche und nahrhafte Kost billiger zu bereiten, als dies dem Minderbemittelten überhaupt möglich ist. Das alles spricht für den hohen Wert öffentlicher Krankenküchen, und es wäre dringend zu wünschen, daß sie an möglichst vielen Orten Verbreitung finden.
Der Kompaß im Weltverkehr. Vor 700 Jahren, Anno 1205. verfaßte ein französischer Dichter ein bissiges Gedicht, das aller Stände Laster mit scharfer Feder brandmarkt. Vom Kaiser bis zum Soldaten, vom Mönch bis zum Papst schilderte der geistvolle Verfasser, Guiot aus Provins, die Mißstände seiner Zeit. Aus diesen Versen erfahren wir manch zeitgenössisches Wissen, weil Guiot gern in Gleichnissen redet. An einer Stelle sagt er:
„Unfern Heilgen Vater gern Wünsch ich mir wie jenen Stern Der nie sich rührt."
Damit meint er den Nordstern, denn er bleibt in den europäischen Breiten, scheinbar unbeweglich, sichtbar, während die anderen um ihn kreisen und auf- und untergehen. Nach ihm richten sich die Schiffer bei ihrer Fahrt, Guiot hatte es selbst auf seinen Reisen zu Meere gesehen. Aber noch ein anderes war ihm im Mittelmeer aufgefallen, und davon gibt er zum erstenmal Kunde. Es ist das wunderbare, heute allerdings gewöhnliche Hilfsmittel der Seefahrer, der Kompaß. Damals war es nur ein Behelf, wenn der Nordstern nicht zu sehen war. Der Dichter erzählt ganz eingehend, wie der Steuermann die Nadel, die auf einem Holzsplitter in einem Wassergefüß schwamm, jedesmal vor dem Gebrauch magnetisch machte. Er preist dies Instrument als Retter in finsteren Nächten. Scheinbar islls eine wissensfreudige Einschaltung eines vielgereisten Mannes, doch die Schlußworte, daß die Hoffnung, so den rettenden Nordstern zu finden, wenn man ihn auch nicht sehe, „ein unfehlbares Mittel", wie er es nennt, zielen wieder auf den Papst hin. Seitdem bleibt der Seekompaß in Europa bekannt. Einen Amalfitaner Lotsen Flavio Gioja, den niemand kennt, um 1300 als den Erfinder dieses wichtigsten Hilfsmittels für den Weltverkehr auf dem offenen Meer anzunehmen, ist darum unhaltbar, weil in der Zeit nach Guiot 22 Gelehrte den Kompaß in ihren Werken erwähnen, ehe Flavio Gioja gelebt haben soll. Darum kam auch ein geplantes Denkmal für Gioja nicht zustande.
M. Rot L Cie., Paris, Phot.
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