Heft 
(1906) 47
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Museums, die nach dem grundlegenden Gedanken getroffen wurde, daß der mit der Besichtigung bei den Rohstoffen beginnende Besucher von Schritt zu Schritt zu den Halb- bis zu den Ganzfabrikaten ge-

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Ludwig Ganghofers Geburtshaus in Kaufbeuren.

Entworfen von Xaver Abt.

leitet wird. Es wird noch Jahre dauern, ehe die Überfülle des schon vorhandenen, vorläufig in fünfzig Sälen des alten Bayrischen National­museums unterge­brach len Materials in den: prächtigen Bau Gabriels von Seidl geborgen werden kann.

Unsere Bilder sind noch Zukunftsmusik, aber auch das Wachsen und Werden solchen Werkes zu sehen, ist eine Freude, die die Münchner nun an erster Stelle genießen.

Gine Gedenktafel für Ludwig Gang­hofer inKaüföeuren.

(ZurnebenstehendenAb- bildung.) Den Lesern der Gartenlaube" bringt diese Wiedergabe der kürzlich enthüllten Ge­denktafel für Ludwig Ganghofer die wohl- bekannten Züge eines alten Freundes. Sie kennen Ganghofer nicht nur aus seinen frischen und liebenswürdigen Erzählungen, sondern sind auf diesen Blättern auch dem Bild des unermüdlichen Jägers schon wiederholt be­gegnet. Die vom Bild­hauer Xaver Abt

modellierte Gedenktafel wurde am Geburtshaus des Dichters in Kausbeuren (Bayern) angebracht. Seine Vaterstadt stiftete sie an seinem 50. Geburtstag ihm zur verdienten Ehrung, seinen vielen Freunden sicher zu herzlicher Freude.

Grundsteinlegung zur Gustav-Adolf-Kapelle öei Lühen. (Zur nebenstehenden Abbildung.) Auf dem blutgetränkten Schlachtfeld bei Lützen soll sich zum Gedächtnis an den Schwedenkönig Gustav Adolf eine Kapelle erheben, deren feierliche Grund­steinlegung am 6. November vollzogen wurde, im Anschluß an die herkömmliche Jahresfeier beim sogenannten Schwedenstein. Dies Erinnerungsmal an den protestantischen Heldenkönig, der Blut und Leben für die große Sache ließ, ist der Freigebigkeit des ehemaligen Konsuls Ekmann in Stockholm zu danken. Der Baustil der Kapelle, die mit der Front auf den Schwedenstein gerichtet sein wird, soll die Übergangsformen von der Gotik zu der Renaissance zeigen. Ihre Höhe wird etwa vierzehn Meter betragen, der gotische Turm sich aber in doppelter Höhe erheben. Über dem steinernen Altar sollen Gemälde angebracht werden, darunter ein Bildnis Gustav Adolfs. Die Grundsteinlegungsurkunden wurden in deutscher und schwedischer Sprache ver­lesen und unter dem Grundstein niedergelegt.

Keiße Kastanien. (Zu dem Bild Seite 989.)

O wie langweilig ist der Schulweg im Monat November! Nässe und Kälte ringsum, keine Unterhaltung, nicht einmal ein paar Hunde zu ärgern oder Tauben zu verscheuchen. Es wäre unerträglich, hätte sich nicht an der Ecke der Kastanienmann wieder aufgetan, der Edle, der nicht einmal einen Nickel beansprucht, sondern um Kupferpfennige schon ein paar seiner köstlichen, süßen, knusprigen und heißen Maronen verabfolgt.

Ja kochend heißen! . . Wer sie unbesehen in den Mund steckt, wird ihn schleunigst weit auf­reißen wie der hoffnungsvolle Bengel hier, der trotz der verbrannten Zunge noch lackt und die allgemeine Schadenfreude als selbstverständliche

Folge seiner Naschmäuligkeit hinnimmt. Er ist eben noch Neuling, und auch beim Genuß heißer Kastanien geht nichts über die Erfahrung, wie sie sein älterer, weise lächelnder Freund offenbar bereits zur Genüge besitzt, für den er im wahren Sinne des alten Sprichwortesdie Kastanien aus dem Feuer geholt" hat.

Sechs Matter aktägyptischer Denkmale von ^' Z, K. Akörich, Breslau, Langewort. (Zu dem Bild Seite 992 ^ ^ z und 993.) Was früher nur wenigen Unternehmenden und

W Begürerren möglich war, eine Reise in das alte Wunder- land Ägypten, das gehört heute zum höheren Touristentum. Ju Kairo stehen Hotels mit jedem denkbaren Komfort, > nach den Pyramiden ergießt sich allmorgendlich ein viel-

sprachiger Fremdensirom, und die Nilreise, die früher eine wochenlange Fahrt auf langsam gleitender Barke erforderte, wird jetzt in schnellen Dampfern in kurzer Zeit zurückgelegt. Aber unverändert und unveränderlich ragen an den Ufern die uralten Stationen auf: die Riesentempel.der alten Stadt Theben, Luxor und Karnak, die Memnonkolosse, die hohen Pylone von Edfu und vieles andere. Und weiter oberhalb, hinter den ersten Katarakten, deren Wasser schäumend und sprudelnd zwischen einer Reihe von Granitklippen durch­schießen, erhebt sich aus dem seeartig ausgebreiteten Nil ein palmentragendes Friedenseiland mit Tempeln und Säulengängen: die Insel Philä. Hier wirkt der Zauber des südlichen Frühlings mit der Architektur und dem Hintergrund der Landschaft zum unvergeßlichen Eindruck zusammen. So wird es für viele, die dort im stillen Ent­zücken gestanden haben, eine Freude sein, zu erfahren, daß jetzt eine künstlerisch vollendete Radierung jenes Bildes von Philä erschienen ist. Ihr Schöpfer hat den Gesamt­eindruck und die eigentümliche Stimmung in einer durch die Photographie niemals zu erreichenden Wirkung wieder­gegeben. Der Nilspiegel im Hintergrund mit den paar stillen Segelbarken, das serne Wüstengebirge als Rahmen dazu, erwecken das Gefühl der Geborgenheit vor dem ganzen Treiben der Welt draußen. Im Vordergrund erhebt sich der allbekannteKiosk", ein offenes Tempelchen, einst dem Dienst der Isis geweiht, der überhaupt die ganze Insel heilig war. Denn hier hatte sie die von dem mörderischen Typhon verstreuten Glieder ihres Gemals Osiris, nachdem sie sie wieder gesammelt hatte, zur Erde bestattet, und das Osirisgrab wurde ein großes Heiligtum. Wunderbar frisch heben sich die scharfgemeißelten Lotoskapitäle auch heute noch vom blauen Himmel ab: die Zeit hat diesen Tempeln wenig anzuhaben vermocht. Aber was sie verschonte, das wird die fortschreitende Erwerbstätigkeit der Menschen ver­nichten : schon ist in Assuan nächst den Katarakten das große Stauwehr angelegt, das die jährliche Überschwemmung zum bleibenden Wasservorrat

ausnutzt und den größten Teil des Jahres den Wasser­spiegel um Philä so hoch emporhebt, daß die Insel unzugänglich wird. Wie lange mögen dabei ihre Tempel noch erhalten bleiben?! . . . Unser Künstler hat sie zur Zeit der Ebbe dar­gestellt, wo annähernd der alte Eindruck zu gewinnen ist. Außer diesem von uns hier wiedergegebenen Blatt sind noch fünf andere, gleich vollendete er­schienen: der Felsen­tempel von Abu Simbel mit den sitzenden Ramses- koloffen, die Sphinx im Pyramidenfeld von Gizeh, der große Luxortempel mit seinen riesenhaften Säulen, die Mem­nonkolosse im Feld von Theben und das Tal der Königs­gräber zwischen düste­ren Felsentoren. Diese sämtlichen Blätter sind Meisterwerke und wer­den durch ihre hervor­ragend eSchönh eit weite

Grundsteinlegung zur Gustav-Adolf-Kapelle bei Lützen. Verbreitung erlangen.

Ernst r»tacy >o ln er m. o.H.in r5elpz^g. Verantwortlicher L/tedarteur: Or. Hermann Tischler; für den Anzecge^teil verantwortlich:

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Franz Boernek beide in Berlin.