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aus. Auf Gedränge, n die Re- r sich her Pf in diente, schrie 'locke zum ' Konduk- si: „Alles ver Bahn- wallenden -druck im len davon m Perron er Mann, 'fer stand, umen die und kam
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Das junge Mädchen zog sein Taschentuch, fuhr sich damit über die Stirn und hielt es dann vor den Mund.
„Die Herrschaften haben auch zwei Töchter. Sehr hübsche kleine Mädchen. Hm, hm! Richtig, zwei Töchterchen. Entschuldigen Sie, Fräulein, aber wollen Sie vielleicht als Gouvernante nach Rotenhof?"
Auf der dem Frager zugewandten Wange der jungen Dame erschien ein allerliebstes Grübchen. Sie zog das Taschentuch vom Gesicht und lachte hell auf.
Herr Sirius fand, daß er noch nie ein so silberhelles Lachen gehört und nie ein paar weißere Zähnchen gesehen habe.
„Ganz richtig, Herr Inspektor, ich will als Gouvernante nach Rotenhof."
„O, ich gratulire Ihnen von Herzen. Sie werden sich dort gefallen, mein Fräulein. Die Frau Gräfin ist zwar ein bischen mdelsstolz — Sie wissen bei den Tschernomoren (Spitzname für -den Adel) geht es ganz ohne Stolz selten ab, — aber doch nicht allzusehr und der Graf ist es gar nicht. O nicht im mindesten. Mein, es ist ein sehr anständiges Haus."
,H Das Fräulein wurde durch diese Unterhaltung offenbar auf f5das höchste belustigt.
( „Ein sehr anständiges Haus," fuhr der Inspektor fort. -„Ich muß Ihnen sagen, daß ich grundsätzlich nie einen Edel- ..mann zuerst anrede — wer etwas auf sich hält, sollte das überhaupt nicht thun — man kann ihnen doch nie ganz trauen, .Mein — aber mit dem Grafen mache ich eine Ausnahme. Herr iGras, sage ich, wenn er augefahren kommt, Ihr Diener! Und ler: Moien, Sirius! Und ich: Sie haben noch fünf Minuten 'Zeit, Herr Graf, oder zehn Minuten, oder fünfzehn, je nachdem. Dann sagt er: Na, viel zu thun? Oder: Verdammt schlechtes Wetter heute! Oder: Na, heute wärmt einmal das Sonnchen. Ja, wir stehen auf ganz gleichem Fuße miteinander. Sehen Sie, Fräulein, gegen die anderen Barone bin ich grob, sobald ich es irgend sein kann — Sie wissen — von Standes- wegen, — man muß etwas auf sich halten — aber gegen den Rotenhofschen nie. Der Rotenhoffche ist eben „unser Graf". Aber was ich sagen wollte: Haben Sie schon einmal konditio-
Name mein Fräulein?"
Der Ausdruck „konditionirt" machte der Heiterkeit des leg aver. ^ ^m^ Mädchens ein Ende. Sie erröthete bis an die Schläfen.
Nicht? Nun, dann erlauben Sie mir wohl, daß ich Ihnen
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E'-(einige Rathschläge ertheile. Sie müssen nämlich wissen, daß
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Aich zwei Jahre Medizin ftndirt habe und dann fllbst mehrere ^Jahre hindurch bei Tschernomoren Hauslehrer gewesen bin. !ÄAlso: begehren Sie gleich anfangs recht auf. Zum Beispiel: l, dachte ^man stellt Ihnen zwei Lichte hin. Sagen Sie, daß Sie kurz- nnt ver- -Mistig sgixn und verlangen Sie drei. Oder Sie haben sich junge ^Jhre Fettstiefelu schmutzig geinacht — na zum Kuckuck, Damen ''-tragen übrigens keine Fettstiefel. Oder nein — doch — oder sie hatte Mx Diener gießt Ihnen, wenn Besuch da ist und Wein ge
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Mrunken wird, keinen ein,
., ., das thun die Halluuken manchmal,
, gebaut, W— nun dann stehen Sie auf und gehen auf Ihr Zimmer. ^ bUpach^Sie stehen auf und gehen auf Ihr Zimmer. Jetzt kommt der hl adelig aber mein Gott — was haben Sie, Fräulein?"
^ stb zu Das junge Mädchen hatte ihr Gesicht in das Tuch ge-
^ouueu,.» und schluchzte still in dasselbe hinein. O Gott! Sie war , Kuckuck, Begriff, in ein Verhaltniß zu treten, in Bezug auf das
man ihr solche Rathschläge geben konnte! teuhos? ^ Lustiges Peitschenknallen und ein rasch vorn Strome .«heran rollendes Wägelchen machten der peinlichen Scene ein Z Müde. Der auf das äußerste erschreckte Herr Sirius war froh, versichern zu können, daß das eine Rotenhofsche Equipage sei. ^Das junge Mädchen fuhr sich mit dem Tuch über das Gesicht, -^schluchzte noch ein paar Mal und eilte daun, ohne irgend auf > Pie Entschuldigungen des Inspektors zu achten, durch das Bahn- chofsgebäude ins Freie.
„Sind Sie der Kutscher aus Rotenhof?"
„Der Kutscher nicht, gnädiges Fräulein, aber der Stallknecht." „Einerlei — sollten Sie mich hier abholen?"
„Ja, gnädiges Fräulein. Nehmen Sie es mir nicht übel, >daß ich zu spät komme — aber ich wurde auf der Fähre auf- . gehalten."
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„Schön. Können Sie meine Sachen alle mitnehmen? Es sind zwei Kisten und ein Koffer."
„Die Sachen werden morgen abgeholt werden."
„Gut."
Das junge Mädchen wies die Hilfe des Inspektors zurück und stieg rasch in den Wagen, ja es war so undankbar, daß es den Gruß des Herrn nicht einmal erwiderte. Dieser schien ihr das übrigens nicht übel zu nehmen. Er blickte dem Wagen lange nach und murmelte: „Hätten dem armen Dinge doch
auch einen Jagdwagen, entgegen schicken können. Aber das ist wieder so ein tschernomorischer Tick. Für uns bürgerliches Pack ist ein Einspänner gut genug. Armes Mädel, so jung schon unter die Tschernomoren gehen zu müssen."
Herr Sirius setzte sich nachdenklich auf eine Bank und dachte darüber nach, daß wenn das hübsche Mädchen einmal Frau Sirius werden sollte, sie nicht mehr nöthig haben würde, unter den Tschernomoren zu Hausen. „Ich muß den Grafen warm halten," murmelte er, als seine Schwester ihn zum Abendessen rief.
IV.
Das junge Mädchen fuhr unterdessen iu raschem Tempo der Fähre zu. Als sie diese erreichte, war die Sonne schon uutergegangen, aber der Himmel war noch in lila Glut getaucht und ihr Wiederschein im Wasser ließ auch den Strom wie dunkles Lila erscheinen. Auf den Flößen, die bereits zur Nachtruhe am Ufer befestigt waren, flammten schon die Nachtfeuer auf und von dem nahen Campbellshof erklangen jene unbestimmten verworrenen Töne: menschliche Ruse, Gebrüll der Rinder, Blöken der Schafe, Hundegebell, welche auf dem Lande andeuten, daß des Tages Arbeit eben im Begriff ist, der Ruhe der Nacht Platz zu machen. Der breite Strom, die ganze Seenerie waren wie geschaffen, die aufgeregten Nerven des jungen Mädchens zu beruhigen. Sie stieg aus und ging langsam auf der Fähre auf und ab. Jakob betrachtete sie aufmerksam. „Was für ein blutjunges Ding," dachte er. „Die Arme, sie hat gewiß Heimweh, sie hat geweint, man muß sie zerstreuen."
„Das ist Campbellshof," sagte er, indem er mit dem Peitschenstil stromaufwärts wies. „Da wohnen die gnädigen Eltern von unserer gnädigen Frau."
Das Fräulein nickte.
„Das da sind Flöße."
„Ja wohl!"
„Können Sie den Stein da am anderen Ufer sehen, gnädiges Fräulein? Sehen Sie — da — hinter dem Floß mit der großen Hütte."
„Was ist's mit ihm?"
„Nun, gegenüber diesem Stein wurde im Winter iu der Nacht ein Jude todtgeschlagen."
„Wirklich! Aber warum denn?"
„Nun natürlich, um ihn zu berauben. Sie hatten: ihm den Bauch aufgeschlitzt mit einem Messer, und die Eingeweide hingen heraus — na, ich sage, man hätte sie in einen Korb füllen können."
„Schrecklich! Hat man die Mörder entdeckt?"
Jakob schmunzelte über das ganze Gesicht. Seine Absicht gelang.
„Ja wohl," erwiderte er. „Es waren drei Russen - - Sektirer natürlich — sie haben die Kaake gekriegt und sind nach Sibirien geschickt worden."
„Entsetzlich. Ist die Gegend hier so unsicher?"
„Das kann man nicht behaupten. Wem haben sie in diesem Winter den Bart nach oben gekehrt? Da war die Müllerin unter Gruntenhof und der Krebswirth und dann verschiedene Juden natürlich. Aber werden das gnädige Fräuleinchen nicht lieber Ihr Tuch umnehmen? Es zieht hier auf dem Fluße."
Das Fräulein lehnte dankend ab, aber Jakob drang so lange und so väterlich in sie, bis sie nachgab. „Wie heißen Sie?"
„Ich? Jakob Wäldmann."
„Sind Sie verheirathet?"
„Jawohl. Ich habe eine Tochter, die gerade so alt ist
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