Heft 
(1878) 03
Seite
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Der Schwede, er war gefürchtet ringsum Mie der leibhaftige Böse;

So manche Mallsahrt ward dort gethan,

Daß Gott uns von ihm erlöse!

Da sanken in Asche der lhäuser genug Uud mancher Laum sank zu Loden,

Lis unser Eisen ihr Eisen schlug

So mancher sank zu den Todten!

Ich aber war ihrer Art zu hart,

Sie hämmerten manche Stunde;

Es trägt mein Stamm aus dein Schwedenkrieg Loch heut seine klaffende Munde.

1,4. Winternacht.

Z70S.

9er Mond erglänzt in eisiger Pracht, verschneit sind Lerg und lfalde,

Und glitzernd liegt die Minternacht lieber dein einsamen Maldc.

Tief zieht in: Schnee des Mildes Spur Und mancher Stamm ist gebrochen Unter der weißen Riesenlast In stürmenden Minterwochcn.

Doch drüben im Kirchlein zu Iörgensried,

Da gläuzen die Fenster, die alten;

Da ziehen mit leuchtenden Fackeln empor viel dunkle fromme Gestalten.

vom Kirchlein zu Iörgensried, da schallt Das mittcrnächt'ge Geläute Dahin durch den stillen, den glitzernden Mald, Denn Meihnacht ist cs ja heute.

Doch ihre viele sind heute fern

Uud weun cs beginnt zu tageu,

Daun wird mit Sense und Morgenstern Die Sendlinger Schlacht geschlagen.

Zerfallen.

Z806.

(Zwei Männer gingen den Pfad vorbei,

Da hört' ich die beiden klagen:

Das alte tausendjährige Reich,

So ist cs wirklich zerschlagen.

Und wie ein morscher Lau zerfällt,

So ist cs in Schutt zerfallen;

Es gibt kein Deutschland, kein Vaterland mehr,

Es gibt nur fremde Vasallen!"

Und über die weiten Mipsel hin Trugen dies Mort die Minde:

Es gibt kein Deutschland, kein Vaterland mehr!" Du arme deutsche Linde!

Da ist mir's wie Schauer tief und leis Durch die alten Glieder geflossen;

Ich sah es ja gründen, dies deutsche Reich,

Sah Kaiser Karl den Großen.

Es gibt kein Deutschland, kein Vaterland mehr,

Und nur in Träumen und Sagen Lebt sie noch fort, die alte Mähr

Mir wollen sie hüten und tragen.

Ich aber bin welk und vermodert dann In jenen fernen Tagen;

Es blitzte so oft über meinem lfaupt G hätt' mich ein Llitz erschlagen!

Lis einst ein anderes starkes Geschlecht Der alten Größe gedenket,

Und wieder gründet das alte Recht Und neue Größe uns schenket.

f6. Auferstehung.

Z87Z.

9er Sonntagmorgcn war blau uud klar, Melch wuudcrsames Geläute!

Es wogt das Volk in jauchzender Schar,

In allen Zügen lacht Freude.

Und jeder trägt sein Feierkleid,

Die wallenden Fahnen wehen,

Sie kommen von nah, sie kommen von weit; Sag' an, was ist geschehen?

Der Sonntagmorgcn ist blau und klar,

Es rauschen die Mälder im Minde,

Und aufgerichtet ist ein Altar Unter der grünenden Linde.

Uud dort wird heute in: freien Feld Das Siegesfest gehalten,

Uoch lebe der Kaiser und hoch das Reich!

So rnfen die Jungen und Alten.

Und Gloekenschall und Trompetenschall,

Das ist hier jubelnd erklungen,

Und die hier stehen sie haben im Llut Das Vaterland wieder errungen!

Die alte Linde sie schauert leis Uud all ihre Mipsel beben:

Gern Hab' ich gelebt nm diesen Tag Mein tansendjähriges Leben!

1Z. Wandergruß.

9a wacht' ich auf aus denn tiefen Schlaf, Schon kamen die blauen Schatten,

Der Uinimel war klar und leise fiel Der Than auf die blumigen Matten.

Auch meine Mimper sie war bethaut, Ich fühlte mein Uerz erbeben,

Als hätt' ich zn tiefst hinabgeschaut In deutsches Leid und Leben.

Das Abendgclänte von fern verklang,

Das Licht des Tages ward müde,

Loch in den Zweigen die Drossel sang, Ringsum lag Segen und Friede.

So stand ich dort auf dein alten Steig Mit seinem Gestein, dem grauen,

Und dämmernd sah ich durch das Gezweig Den Tegrinsee, den blauen.

Gott mög' dich schützen, inein Vaterland! Mie Saateil vor Sturm und Minde. Ich wand're dahin am Maldesrand,

Ifab' Dank, du getreue Linde!

XIV. Jahrgang. 3. d.*