Heft 
(1878) 03
Seite
43
Einzelbild herunterladen

43

:rl>oten. VI, 7»,

ls Fiebers Kopfweh! eigentlich Zimmer! l Körper mgen be-! ne höchst Trinken!"': rs einem

;ern, diej^ sich fürch- innibaleii ner gleich c so viel U)alb der n Btuster fgabe ge- Merrscheii stellen zu andes gc- is ist ein

Beginne )en treuen am ihres !portirten,

: hinfällig teil! damit t Mitteln und das r er nicht en stehen- ch Westen e Ceutral- ingolausesl

käste aus- e anderen vane und rganjikasee

hatte ein > englis den näher en Haupt ke Araber rr besitze^

' von ihrn Theil des >er Uuter- Aarten ge­iles etwas ch Süd oft rn, Hintere b Ströme, , t reich m>r

xbeitsamenh

leben, wst- Ungefähr p, er glaubt, ^ ner wahrz zusührt, haben sies>E

schtes

15 Jahre vor Cameron, war in jenem Theile Afrikas eine Flinte ein hochgeschätztes Erbstück für einen Häuptling und der glückliche ^Besitzer weit und breit berühmt jetzt konnte fast jedes Dorf tch'chon die Hälfte seiner Männer mit Musketen bewaffnen. Man .sieht also, wo unsere alten Stein- und Perkussionsgewehre .bleiben und erkennt, wie allmählich der Einfluß Europas auch ßnn Jnnerafrika sich ausbreitet.

Im Mai 1874 brach Cameron von Udschidschi wieder sauf, fuhr über den Taganjikasee und erreichte 180 englische Weilen westlich von demselben den großen Marktort Nyaugwö am mächtigen Lualabaflnsse. Hier wollte er womöglich Kähne zu miethen oder zu kaufen suchen, um den Fluß, welcher mit dem Cougo im Zusammenhänge steht, bis zum Meere hinabzufahreu. Allein alle dahin gerichteten Bemühungen schlugen fehl und so mußte der Reisende sich denn auf die Erforschung des um­liegenden Landes der Manjuema beschränken. Dieses Volk, in vielen Beziehungen verschieden von seinen Nachbarn und auf einer verhältnißmäßig hohen Stufe stehend, baut förmliche Städte, bei denen die Häuser in straßenförmigen Reihen stehen, welche von einem Platze im Centrnm strahlenförmig auslausen. Mitten auf den breiten Straßen stehen Versammlungshütten, Palmbäume und Kornspeicher, Sie erzeugen Kupfer und schmelzen Eisen in höchst geschickt gebauten Oefen aus, sind gute Schmiede, treiben Handel und haben manche vortreffliche Eigen­schaften dabei sind sie aber unzweifelhaft die ekelhaftesten Menschenfresser.Sie verzehren," schreibt Cameron,nicht nur die in der Schlacht getödteten Feinde, sondern auch die Leute, die an einer Krankheit gestorben sind. Die zum Verspeisen bestimmten Leichname werden in den Fluß gelegt, so lange darin gelassen, bis sie fast zu faulen beginnen und dann ohne alle weitere Zubereitung verschlungen. Auch sonst fressen sie jede Art von Aas, daher ihre Ausdünstung unbeschreiblich widrig und ekelhaft ist. Man gab mir einen Gesang zum besten, ^welcher den Genuß des Menschenfleischessens schilderte; es hieß darin: Mannsfleisch schmecke gut, Weiberfleisch aber schmecke schlecht und würde nur aus Noth gegessen, sei indessen immerhin auch nicht zu verachten, wenn man kein Mannsfleisch bekommen könne."

Bei seinen Kreuz- und Querzügen in der Umgebung Nyangwös lernte auch Camerondie schönsten Weiber, die er je in Afrika gesehen" kennen. Es waren dies die Frauen eines Häuptlings mit Namen Russuna, die den ersten weißen Mann, der in ihr Land gekommen war, natürlich voller Neugierde an­staunten. Sie saßen in dichtem Kreise um ihn herum, ließen sich Bilder von ihm zeigen und wurden in kurzer Zeit so zu­traulich, daß sie die Enden der Beinkleider und Aermel seines Morgenanzugs umstülpten, um zu sehen, ob nicht am Ende nur sein Gesicht weiß sei. Ja, ihre Neugierde steigerte sich zuletzt dermaßen, daß Cameron zu fürchten begann, sie möchten ihn (ganz auskleiden, und um dem vorzubeugen, warf er einige Perlen ans, nach denen die schwarzen Damen nun haschten. Als ihr Herr- Gemahl, Russuna, unsere Reisenden besuchte, brachte er einen geschnitzten Stuhl mit, auf den er sich setzte, während er den Schoß einer seiner Frauen als Fußbank benutzte.

Da Cameron es absolut nicht erreichen konnte, seinen Weg auf dem Lnalaba oder entlang diesem Flusse nach Westen ver­folgen zu dürfen, so mußte er seine Schritte nach Südwesten wenden und gelangte hier im Oktober 1874 in das Land Urna, von dem barbarischen Könige Kasongo regiert wurde. (Dieser Fürst, eine höchst niederträchtige Erscheinung in dem Buche, hielt Cameron bis zum Juni des folgenden Jahres zurück, um ihn möglichst auszupressen. Er befand sich nun ans einem Boden, den noch nie ein Weißer betreten hatte, und konnte Beobachtungen in Hülle und Fülle machen. Aber sein Herz bebte vor all den Scheußlichkeiten, die er hier mit ansehen mußte. Die Strafen, welche Kasongo verhängte, be­standen nur in Tod oder Verstümmelung. Die Nase, ein Finger, eine Lippe, ein halbes oder ein ganze Ohr wurden wegen eines

- Europäer 4 einem von '

id StanleYi Dicksten Fehltritts abgeschnitten, ernstere Vergehen wurden mit dem Verluste der Hände, Zehen oder des Lebens geahndet. Kasongo maßte sich göttliche Macht und Ehren an und gab vor, - Zeit um 'Hviele Tage keine Speise zu sich zu nehmen, ohne daß er Hunger

empfinde; ja er behauptete, als Gott sei er erhaben über das Bedürfnis; zu essen, und er esse, trinke und rauche nur, weil es ihm Vergnügen mache. Neben den Frauen seines Harems nahm er jede Frau für sich in Anspruch, die ihm auf Reisen wohlgefiel. Wurde ihm ein Knabe geboren, so schenkte er der Mutter ein Affensell, in dem sie dann das Kind trug und damit besaß sie das Recht, Lebensmittel, Kleidung, alles, was ! sie zu ihrem Unterhalte brauchte, von jedem, der nicht aus königlichem Geblüte war, sich auzueiguen. !

Was für barbarische Zustände in diesem Lande Urna überhaupt herrschen, erkennt man aus der Schilderung eines Häuptlingsbegräbnisses. Man leitet einen Fluß ab, gräbt eine breite und tiefe Grube in sein Bett und bedeckt den Boden mit lebenden Frauen. Ans deren Rücken wird der mit seinen Schätzen beladene todte Häuptling gesetzt und dann Erde dar- i über geschaufelt. Wenn dies geschehen ist, wird eine Anzahl ! männlicher Sklaven, manchmal vierzig oder fünfzig, geschlachtet ! und mit ihrem Blute das Grab besprengt; hierauf läßt man den Fluß wieder in sein Bett zurückströmen.

Cameron war hier wie eine Art Menageriethier gehalten, das sich zeigen und seine Künste produziren mußte. Alle schad- z haften Flinten wurden ihm zur Reparatur gebracht; war jemand !

krank, so wollte er von ihm kurirt sein, ja selbst chirurgische !

Operationen mußte er vornehmen. Und nicht zufrieden damit, ihn zum Büchsenschmied und Chirurg zu machen, verlangte man auch, er solle Seife sieden, was er nach manchem ver­geblichen Versuche auch zu Stande brachte.

Einen interessanten Ausflug durfte der Reisende von Kasango aus nach dem Mohryasee machen, in dem auf Pfahl­bauten ein eigenthümliches Volk wohnen sollte. Und so war es auch in der That; er fand drei Pfahldörfer in demselben, die ganz so angelegt sind, wie wir uns die längst verschwundenen Pfahlbauten der Schweizerseen jetzt konstruiren. Die Bewohner- Haben mit ihren Hühnern und Ziegen keine andere Behausung als diese Hütten und verkehren mit ihren 25 Fuß langen Kähnen, die aus einem Baumstamme gehauen sind, mit dem Lande.

Die Zeit, während welcher Cameron von Kasongo zurück- gehalten wurde, benutzte er zur Anfertigung einer Karte des Landes, er schoß Vögel, flickte seine Strümpfe und Kleider und hielt geduldig die Besuche der zahlreichen Frauen Kasongos aus. Unterdessen machte er die Bekanntschaft eines schwarzen portugiesischen Unterthanen namens Alvez aus Bihö, der in Kasongas Lande eine Sklaveukarawanc auf die niederträchtigste Art -zusammenbrachte. Diesem Menschen mußte sich Cameron, wollte er nach Westen gelangen, anschließen, wofür er eine ganz ungeheure Summe in Wechseln auf Beuguela geben mußte.

Um Alvez hatte sich eine förmliche Räuberbande versammelt, unter der ein gewisser Coimbra, ein Mulatte, der Sohn des portugiesischen Majors Coimbra in Biho und einer Schwarzen, der Hauptganner war. Sein Aeußeres und seine Tracht ent­sprachen ganz seinem Charakter. Ein breitkrämpiger Hut, so schmutzig, durchschwitzt und zerrissen, so zerknittert und abge­schabt, daß ihn ein Lumpensammler als zu schlecht hätte liegen lassen, krönte das Haupt dieser würdigen Persönlichkeit. Eben so schmutzig war sein Hemd, und sein um die Hüften gebundener Rock aus Grastuch hing bis auf den Boden herab. Das Haar war kurz und verworren, das fast bartlose Gesicht, so weit es nicht von Koth bedeckt, war von schmutziggelber Farbe. Selbst wenn er nicht immer halb betrunken gewesen wäre, hätte doch sein blutunterlaufenes Auge die Geschichte seiner Ausschweifungen erzählt. Mit einem Wort: seine ganze Erscheinung verrietst den. wüsten, gewaltthätigen, erbarmungslosen Räuber.

Und in solcher Gesellschaft -mußte Cameron seine Reise vollenden. Im Juni 1875 gestattete endlich Kasongo den Auf­bruch nach Westen, und nun hatte bis znm November 1876 . der Reisende fortwährend Gelegenheit, zu sehen, wie seine Marschgeuossen Dörfer stürmten und niederbrannten, die Ein- j geborenen mordeten oder zu Sklaven machten nnd Schandthaten aller Art vollführten.

Ueberhanpt sind die schwärzesten Seiten in Camerons