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Deutschland.
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sten Grade unlogisch, da sie die Offiziere mit Gewalt und gegen ihren Willen, seien diese gut oder schlecht, mindestens eine Zeit von dreißig Jahren in der Armee festhält, um sie dann gegen ihren Willen aus derselben zu stoßen, gleichviel ob der Zustand ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte dies bedingt oder nicht. Wenn wir ohne Wahl alle zur Ofsizierscarritzre zn.assen, ist es nur logisch, auch den Austritt ans der Armee in jeder Weise zu erleichtern. Dies geschieht ans Furcht davor, daß die besser situierten Offiziere uns nicht den Stuhl vor die Thur setzen, also aus Furcht vor «Jndisciplin.» Wirksam ist thatsüchlich die «Altersgrenze» nur für die Unterofsiziers- existenzen, die die längere Dienstzeit nur des geringen Geldvorteils wegen über sich ergehen lassen und so das' für ihre Ausbildung hingegebene Kapital dem Staate wieder einbringen. Aber darin liegt der Fehler der Berechnung: es ist doch besser für den Staat, er verliert die Früchte der Erziehung bei einzelnen Offizieren, als daß sie gegen den Nutzen der Armee und den Willen ihrer Vorgesetzten im Dienst bleiben." So äußert sich jene französische Quelle. Den Beweis für die Wahrheit des Gesagten liefern alljährlich die Herbstmnnöver, in denen doch immerhin eine größere Anzahl älterer Offiziere, auch trotz der nicht erreichteil Altersgrenze, zeigen, daß sie nicht mehr felddicnstfähig sind. Hat die Errichtung dieser „Grenze" keine Vorteile, so hat sie oft geradezu Nachteile für die Armee, wie das Beispiel Moltkes in drastischer Weise zeigt: Dieser, der 1866 und 1870 seine größten Erfolge erzielte, ist bekanntlich 1800 geboren; er wäre also an: 20. Oktober 4865 seiner Rang- stcllnng und der Altersgrenze entsprechend aus der aktiven Armee entfernt worden.
Geklagt wird von französischen Offizieren über die zwar geschmackvolle aber teure Kleidung: besonders teuer seien die Käppis und ihre goldenen Streifen und die an Rockärmeln und Kopfbedeckungen befindlichen Sontaches; und hart erscheint es, wenigstens ohne Kulanz, daß bei Todesfällen das Gehalt nur bis zum Todestag bezahlt wird. Überhaupt sind auch die Gagen der französischeil Offiziere nicht glänzend zu nennen. So erhält ein Marschall 79 Frank 50 E. pro Tag, ein Divisionär 52 Frank 40 C., ein Eolvnel 25 Frank 80 C-, ein Lons Kieiileiiaiit hat ein monatliches Gehalt von 208 Frank. Servisklassen nach den verschiedenen Garnisonen, wie bei uns, existieren nicht. Der Verfasser der „dienen Bilder ans dem französischen Soldatenleben" berechnet im krassesten Widerspruch hierzu die lausenden Ausgaben desselben im Monat wie folgt:
Ein sehr einfach möbliertes Zimmer 55 Frank,
Pension.80
Bursche.. . . l5 „
Wäsche, Licht, Heizung .... 5,0
160 Frank.
Rest für den Unglücklichen zum Bestreiten seiner Kleidung und sonstiger Luxusausgaben bilden dann 48 Frank. In Deutschland erhält der Snbalternvfsizier ein geringes Gehalt, damit nicht jeder die Militärcarriore ergreifen kann, aber vom Hanptmanil aufwärts ist das Gehalt ausreichend; in Frankreich, wo auch der ärmste Sohn der Republik ans den Offizier Anspruch hat, sind die Lientenantsgehülter höher als bei uns. Der gemeinsame Ofsiziertisch findet in anderer Weise als bei uns, streng nach Chargen getrennt, damit die Disciplin nicht leide, in besonders gemieteten einfachen und schmucklosen Lokalen, statt. In keiner Armee stehen die Offiziere nach den Graden so geschieden da, wie dies in der französischen der Fall ist. Dort nimmt jede Charge für sich geschieden in besonderen Pensionen ihre Mahlzeit ein. Ebenso wird ein höchst einfaches Diner eingenommen, zwei Gerichte und eine halbe Flasche Wein. Wie der Franzose überhaupt in seinen Bedürfnissen mäßig ist, so lebt auch der Offizier müßig im Essen und Trinken. Darauf scheint auch die Jahresrente von 1200 Frank, welche entsprechend unserer Kaution von dem französischen Offizier, der heiratet, nach gewiesen werden muß, berechnet zu sein, die durch ein neueres Gesetz jetzt allerdings ans 2400 Frank erhöht
wurde, ohne daß der Staat jedoch die Sicherstellung des Kapitals hierzu übernimmt.
Was wir bisher über den Ersatz, die Zusammensetzung und die materielle Lage des Offiziers gesagt haben, läßt es erklärlich erscheinen, daß seine Stellung in der Gesellschaft keine bevorzugte ist; ja man kann wohl sagen, in Frankreich gehört das Ofsiziereorps überhaupt nicht zur Gesellschaft. Einzelne wenige Offiziere, durch Namen und Empfehlungen begünstigt, werden von den Civilkreisen zum Verkehr herangezogen, erscheinen dort aber bezeichnenderweise im Gewände des Bürgers. Werden einerseits in Frankreich okkoior« ooiuptalckas, OxGo- i'io», ck'lnckülloinont, (l'rulmmmtratioo, 6<>nti'oIoui'8 (15umm8, MeM cko oniMjuo oto. zu den Offizieren gerechnet, so sind andererseits die Vertreter der alten Adelsgeschlechtcr nach und nach ganz ans dem Ofsiziereorps verschwunden. Besonders drängen sich, seitdem die Generale Thibandin und Bonlanger durch Versetzung vieler Regimenter und Veränderung der Ofsi- ziercorps derselben die rohalistischen und imperialistischen, aber immerhin feudalen, Elemente ans ihnen verdrängt haben, die demokratischen Elemente in den Vordergrund. Die schon er wähnten Skizzen über die französische Armee erzählen, daß selbst Gallifet, einst der Löwe des Tnilerienparketts, unter Gam- betta nmsattelte: „Nicht ich habe die Partei des Kaisers, sondern der Kaiser hat uns verlassen," war seine Entschuldigung.
In den großen Garnisonen gehört es zu den Ausnahmen, Offiziere in den Gesellschaften zu sehen, nur bei den wenigen offiziellen Festen der Spitzen der Eivilbehördcn er scheinen sie in ooigxmo; in den kleineren Garnisonen gehören zur «oolonio,» bei uns Hautevolee, nur die Spitzen der Ofsi- ziercorps. Da die feineren Familien in Frankreich einerseits öffentliche Bälle nie besuchen, andererseits bei ihrer bekannten Sparsamkeit selbst nicht größere Feste geben, wird es den jüngeren Offizieren schwer, ja beinahe unmöglich gemacht, sich in diese Familien einznführen. (Tch»,s; felgt.)
Gedichte in Prosa.
Voll
Ht'cr KcrrrlGn-
I.
/^^ie Winternacht lag groß und still über Skandinavien.
Der Himmel war voller Sterne und die Länder schliefen.
Der Blond ging ans. Er funkelte ans der Spitze des Snlitelma und ans den weißen Höfen drunten in Schonen. Die Schatten waren lang und glitten nach Osten, leise und nnmerklich, wie Gedanken, die noch nicht Worte gefunden : und die Sterne flimmerten so stark, daß ein lebendiges Wesen, Hütte es eins gegeben, in der tiefen Stille gehört Hütte, wie sie zitterten.
Aber es war kein lebendiges Wesen sichtbar in dieser Nacht; alles schlief, in Wald und Feld, in Dörfern und Städten, draußen und drinnen.
Da erhob sich plötzlich eine Gestalt ans den Wäldern Kolmordens, höher als die höchste Fichte und breiter über den Schultern als der Rücken des Kiölen: sie warf ihren Dchatten über das Land wie einen ungeheuren Tranerschleier, und er war so lang, daß er Stockholm einhüllte und hinabfiel in den Bottnischen Busen.
Aber die Gestalt war schief und ihre Angen waren schell und schielten wie der Blick des Missethäters, und als sie ihr
* Unter diesem Titel bringen wir eine Fortsetzung von „Ofeys Weisen," welche in den ersten Nummern dieses Blattes so allgemeines Entzücken erregten. Ter junge schwedische Dichter, der sich gegenwärtig in Berlin niedergelassen hat, änderte die Überschrift seiner Dichtungen für die deutsche Übersetzung, weil der Name Osey in seiner nationalen Bedeutung für uns so gut wie unübersetzbar ist. Er bedeutet etwa so viel wie „Hans, der das Fürchten nicht gelernt hat." D. N.