16 | Fontane Blätter 119| Materialien de bei uns zu Tisch angesagt. 8 Behalten Sie im Gedächtniß Ihre Sie herzlichst grüßende E. Fontane. H: TFA: C 194 6. Emilie Fontane an Paula Conrad,[Berlin,] 8. Februar 1891, Sonntag d. 8. Fbr. 91. Liebstes Herz. Da ist Ihr Quälgeist schon wieder einmal. Wir haben versäumt uns Billet’s zu Hedda Gabler zu besorgen. Nun könnte mein Mann an Blumenthal 9 schreiben, aber er verpflichtet sich ihm nicht gern; er selbst kann u. will auch Dinstag nicht gehen. Aber ich. Wäre es vielleicht möglich, daß mir die Güte Ihres Herrn Verlobten, natürlich dürfte es ihm keinerlei Mühe machen, zu einem Billete verhülfe? Gern wäre ich selbst gekommen, aber ich mag Ihnen in der jetzigen gedrängten Zeit nicht gern ein freies Stündchen kosten. Die Aufführung von»was ihr wollt« hat mich doch etwas enttäuscht. Ei nen so langweiligen Malvolio sah ich all mein Lebtag nicht 10 u. Krause u. Vollmer 11 outrirten mir zu sehr, beide hätten von ihrer reizenden Partnerin Maß u. Grazie u. Anmuth lernen können. Freilich seltne Gaben, worüber die Endesunterzeichnete auch nicht verfügt. Wie immer in herzlicher Liebe Ihre alte Freundin Emilie Fontane. H: TFA: C 195 8 Shakespeares Was ihr wollt wird laut Berliner Abendpost(vom 2.–5. Februar 1891) am Mittwoch, den 4. Februar 1891, und nicht am Donnerstag im Königlichen Schauspielhaus aufgeführt(Regie: Max Grube). Conrad spielt Maria, vgl. Hoyer, wie Anm. 7, S. 143. Am Donnerstag, 5. Februar 1891, sind bei Fontanes Friedrich und Anna Witte, Karl und Emilie Zöllner und Marie Sternheim zu Gast, vgl. FChronik, 5. Februar 1891. 9 Oskar Blumenthal, Leiter des Lessingtheaters, in dem die Premiere stattfand. 10 Max Grube spielte sowohl Malvolio als auch Shylock, vgl. Tägliche Rundschau, Unterhaltungsbeilage, Nr. 2, 3. Januar 1891, S. 8. Emilie Fontane hat das Stück wohl mehrfach gesehen, vielleicht begleitete sie Theodor Fontane, der das Stück mindestens viermal sah und rezensierte, vgl. FChronik 9. Januar 1874, 24. Januar 1884, 23. Februar 1884, 13. April 1887 u. ö. 11 Arthur Vollmer spielte Junker Christoph, Ernst Krause spielte Tubal und Junker Tobias, vgl. Tägliche Rundschau, Unterhaltungsbeilage, Nr. 2, 3. Januar 1891, S. 7 f.
Heft
(1.1.2025) 119
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