Heft 
(1.1.2025) 119
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Theodor Fontane an Paul Schlenther| Möller | 47 aterstück durchzusehen. Er habe eine Anzahl von Längen gestrichen, der Direktor habe ihm dafür gedankt, als er aber es unternehmen wollte, die­sem Dank noch einen gewissen Nachdruck zu geben, habe er ihm die Thür gewiesen. Jeder Kritiker, der auf sich halte, müsse so verfahren, je­denfalls würde er, wenn er anders gehandelt hätte und dies zu Ohren sei­ner Redaktion gekommen wäre, sofort aus seiner Stellung entlassen wor­den sein. Der Kritiker sei früher ›Kunstrichter‹ genannt worden und müsse den unbefangenen Standpunkt eines Richters unter allen Umstän­den bewahren. 80 Das Verfahren endete mit einem Vergleich. Kerr verhöhnte in seinem Brief aus Berlin vom 25. Dezember 1897 seine Verfahrensgegner. 81 Fontane emp­fand Schlenthers Aussage vor Gericht als eine»Herzenserquickung«. In dem Punkt waren sie sich einig. 80 Prozeß Tappert-Lackowitz wider Kerr(Kempner). In: Vossische Zeitung, Nr. 599, 22. De ­zember 1897, Abend-Ausgabe, 1 Beilage, S.[2–3] und Nr. 600, 23. Dezember 1897, Morgen-Ausgabe, 1. Beilage, S.[1–2], das Zitat am Schluss des Beitrages in Nr. 600, S.[2]. 81 Alfred Kerr: Wo liegt Berlin? Briefe aus der Reichshauptstadt 1895–1900. Hrsg. von Günther Rühle. Berlin: Aufbau-Verlag 1978, S. 345–346.