Heft 
(1.1.2025) 119
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Schleswigs Ostern 1848 politisch gelesen| Fischer | 171 hat. Insoweit wird die angegebene zeitliche Abfolge von Entstehung, Beför ­derung und Druck auch durch Lepels eigene Aussage wenigstens im Ansatz bestätigt. Das Gedicht, das Fontane inzwischen(Ende Juli 1851) entweder in Abschrift oder im Druck vorgelegen haben muss, hat folgenden Wortlaut: Der Deutsche schlug den Dänen Bei Schleswig an der Schlei, Er riß ihm aus den Zähnen Den Raub und wurde frei. Aufs Neue ward derselbe Uralte Feind verjagt, Der bis zum Strand der Elbe Das blühende Land geplagt. Das Land, das Helden zeugte, Und wuchs in Kriegsgefahr, Seit Herzog Adolf beugte Den König Waldemar. Aufschwoll der alte Hader Und gährte[sic!] schwer und bang, Bis nun des Zornes Ader Aufs Neue blutend sprang. Und wieder ist ein Schlagen Auf diesen Höhen erdröhnt, Die schon seit grauen Tagen Des Heldentritts gewöhnt. Es ward am Osterfeste Das Land vom Feinde frei Und wußt, daß dies der beste Der heiligen Dienste sei. Bei diesem Fest erbebte Der alten Helden Gruft, Ihr Geisterzug durchschwebte Die kampferschütterte Luft. Es zog ein freudig Rauschen Wohl über Trift und Saat, Als still, uns zu belauschen, Die graue Schaar genaht.