Heft 
(1.1.2025) 119
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332 | Fontane Blätter 119| Rezensionen Sophia Wege: Metaphysischer Realismus. Arthur Schopenhauers Willens­philosophie im Erzählwerk Theodor Fontanes. Berlin, Boston: De Gruyter 2023(Schriften der Theodor Fontane Gesellschaft, 15). XVI/709 S. 139,95 Wer das Buch zur Hand nimmt, hat es mit einem ambitioniert voluminösem , mehr als kiloschweren Opus Magnum und Lektürepensum zu tun einer von der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Witten­berg angenommenen und als herausragende Forschungsleistung in den Schriften der Fontane Gesellschaft publizierten Habilitationsschrift. Gleich eingangs überrascht ein erstes Lese- und Verstehensparadoxon: Entgegen vielleicht zu befürchtender immenser Lektüredauer und-an­strengung wird die Studie mit einem pointiert zugespitzten Schopenhau­er-Zitat als Buchmotto(»Einleitung«, S. 1; als Buchfazit nochmals S. 620) von bildhaft-lapidarer Brisanz und Provokanz eröffnet:»Jeder Roman ist ein Guckkasten, darin man die Spasmen und Konvulsionen des geängsteten menschlichen Herzens betrachtet. Die Welt als Wille und Vorstellung « . Ähn­lich diesem Kontrast von thesenhaft-sentenziösem Kurz-Motto und opulen­tem Buchumfang(709 S.) präsentiert sich, nicht minder paradox und provo ­kant, auch der Buchtitel selbst, ein semantisch mehrschichtiger Doppeltitel: Arthur Schopenhauers Willensphilosophie im Erzählwerk Theodor Fontanes . M e taphysischer Realismus. So präsentieren Buchtitel und Buchmotto als Quintessenz des Ganzen in nuce schon auf den ersten Blick nichts weniger als den Forschungsertrag selbst, wie ihn die Verfasserin im Zeichen meta­physisch-realistischer Fontane-Interpretation(im Fazit-Kapitel S. 620) for­schungsprospektiv bilanziert:»Die Gesamtheit der in den Werkanalysen herausgearbeiteten willensphilosophischen Elemente konstituiert eine Po­etik, für die ich die Bezeichnung Metaphysischer Realismus vorschlage.« Sehr ausführlich zunächst erschließt ein umfängliches»Inhaltsver­zeichnis«(7 Seiten) Schritt für Schritt das weitverzweigte Forschungslaby­rinth wechselnder Themen- und Untersuchungskomplexe vom»Aufbau der Arbeit«(Kap. 1) und»Biographische[m] Kontext und Notate[n] Fontane ­scher Schopenhauer-Rezeption«(Kap. 2) über»philosophische Spuren« im Erzählwerk und»Forschungsüberblick«(Kap. 3), Schopenhauers»Willens­metaphysik im Überblick«(Kap. 4),»Methodik«(Kap. 5) und»Anordnung der Werkanalysen«(Kap. 6) bis hin zu den genau spezifizierten»Werkanaly ­sen« sämtlicher Romane, Erzählungen, Fragmente Fontanes(Kap. 7–22; S. 203–617). Dazu kommt die Diskussion und Bilanzierung der Programma ­tik»Metaphysischer Realismus«(Kap. 23) mit abschließendem Literatur­verzeichnis zur Fontane- und Schopenhauer-Forschung. Schon dieser ­Überblick zeigt: Mit der systematischen Untersuchung von Rezeption und Bedeutung der Metaphysik Schopenhauers in Fontanes Erzählwerk un­ternimmt die Verfasserin den Versuch, ein bedeutsam wichtiges, in bisheri-