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loren geht und der ganze Zapfen zerfetzt wird. Von Lärchen- und Fichtenzapfen beißt es die Schuppen ab und wirft schließlich die Spindel des Zapfens zu Boden. Frische, noch grüne Zapfen benagt es anders als reife. Eicheln, Bucheln, Hainbuchensamen verzehrt es sehr gerne, ebenso die grünen Gallen der Fichtengallenlaus und deren in den Gallenkammern sitzenden Larven. An Fichten und Weißtannen beißt es die Triebe ab, um die Knospen auszufressen. Die am Boden liegenden Zweige wurden lange Zeit falsch gedeutet, und es gibt heute noch Leute, welche sich nicht überzeugen lassen wollen, daß die Fichte nicht freiwillig Hunderte von Trieben abwerfe, wenn sie im nächsten Jahr eine reiche Aapfenernte tragen werde. Dieses Tun und Treiben des Eichhörnchens ist in der Regel von geringer Bedeutung für den forstlichen Betrieb. Schädlich wird es aber, wenn es die Rinde der Kiefer und Fichte in langen, schmalen Streifen abnagt, weil dann die Stämme eingehen. Das Blei des Forstschutzbeamten setzt dann seinem Treiben ein Ziel.
Die Vogelwelt der märkischen Heide.
„Heide" oder „Heede" nennt der Märker seinen Wald. Derselbe ist meist Nadelwald, doch findet der Wanderer auch prachtvolle ausgedehnte Laubwaldungen, häufig auch Laub- und Nadelhölzer gemischt, daneben aber auf den ärmsten Böden Kiefern, denen man ansieht, wie sie mit Mühe dem schlechten Boden die zum Leben nötigen Stoffe kaum abgewinnen können. Weite Blößen erstrecken sich zwischen den einzeln oder in horsten stehenden Kufseln.
Jedes der eben kurz charakterisierten Waldbilder hat seine eigenartige Avifauna. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, daß die Vögel sich streng an diese Waldgebiete halten. Vst trifft man die eine oder andere Art, die man im Laubwald erwartete, im Mischbestand, oder Spezies, welche den reinen Kiefernbestand als Lieblingsaufenthalt wählen, finden sich ausnahmsweise im Laubholz.
Zn diesem letzteren nisten mit Vorliebe der schwarze Milan (lllälus ater) und der Wespenbussard (Lnteo vospsrtiuus). Auf dem Herbstzuge von seiner nordischen Heimat kommend, rastet auch der Bergfink (bä-inAilla montikriuKilla) meist nur für kurze Zeit in hiesigen Buchenbeständen, deren Eckern seine Lieblingsnahrung bilden. Zn den Birkenhorsten, die häufig sich im märkischen Walde finden, treibt sich zurWinterszeit der Birkenzeisig umher HVoantlä« liuaria); die nahverwandte Art, der Lrlenzeisig sObrpsomitri« spinn«), kann oft in großen Scharen beobachtet werden. Er versteht nicht nur den Erlensamen geschickt aus den verholzten Kätzchen hervorzuholen, sondern liest ihn auch eifrig fammelnd vom Boden auf. Zn Buchenstangenorten trifft man auch den kleinen Fliegenschnäpper (lVlnscneapa parva), und der Trauerfliegenfänger läßt im Laubwald wie im hark sein schönes Lied erschallen. Laub- und Nadelholzmischwald lieben gar viele Vögel; da ruft der Kleiber (81tta eassia) sein lautes „pink", da rutscht der Baumläufer an den Stämmen umher, um plötzlich in einem Spalt der Rinde, der aufgerissenen Astgabel einer Akazie zu verschwinden. hier hat er sein Nest, in dem bei der ersten Brut 7—9, bei der zweiten H—5 Eier bebrütet werden. Dieselben tragen auf weißer Grundfarbe zahlreiche