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Bäumen oder Baumgruppen, horsten, vor, oder sie töten, wenn sie sich auf ganze Bestände erstrecken, die Bäume nicht. BHan muß aber stets beachten, daß diese Begriffe keine absoluten, sondern nur relative sind, denn in verschiedenen Fällen kann ein und dasselbe Insekt bald sehr schädlich, bald nur merklich schädlich sein. So ist z. B. der Kieferntriebwickler flortrlx buoliuuu), wenn seine Raupe fast alle Triebe einer Kiefernschonung befallen und im Innern ausgefressen hat, sehr schädlich ; tritt sie nicht in so starkem Maße auf, so wird man sie als merklich schädlich bezeichnen. Ist auf einer Kultur von mehreren Hektar Größe nur hier oder dort ein Trieb befallen, so sinkt der sehr schädliche Feind in die Gruppe der unmerklich schädlichen zurück, denn das Zurückbleiben einer oder der anderen Kiefer hat in der Waldwirtschaft keine Bedeutung. Auch auf die von einem Schädling befallene Holzart kommt es an, denn dasselbe Insekt kann einer Holzart sehr schädlich einer anderen nur merklich schädlich sein. Die Nonne z. B. tötet durch Kahlfraß die Fichte, während die Kiefer den Angriff fast in allen Fällen überwindet. Abgesehen von der Holzart ist deren Alter, Gesundheitszustand, Standort, ferner die Jahreszeit, in welcher der Angriff erfolgt, sowie die Witterung von großer Bedeutung.
Der forstliche Wirtschaftsbetrieb wird oft genug von Insekten gestört, indem sie als Kulturverderber oder Bestandsverderber auftreten oder als beide zugleich. Kulturverderber sind die Drahtwürmer, die Kiefernsaateule f^ssrotis vsstiAiulis), der große braune Rüsselkäfer (Bylobius udietis), sowie der Engerling des Maikäfers. Als Bestandsverderber seien der Kiefernspinner iOastropacbu plni) und der Kiefernspanner (bllckoms piuiariu) genannt. Der bisher ins Auge gefaßte Schaden ist in physiologischer Beziehung bedeutungsvoll, denn die befallenen Waldgewächse kränkeln, verkümmern und gehen ein, oder er ist in technischer Hinsicht merkbar, wenn das beschädigte Holz in seinem Gebrauchswert herabgesetzt wird. Gin in Brandenburg häufiger Borkenkäfer (KoKtriebns tjueutuch, der „gestreifte", genannt nach der aus Hellen und dunkeln Längsstreifen bestechenden Zeichnung seiner Flügeldecken, nagt Gänge, welche schwarz werden, tief in das Holz der Kiefer, das dadurch für gewisse Zwecke, nicht zuletzt für die Zellulosefabrikation, entwertet wird.
Die Statistik, welche von der Staatsforstverwaltung bezüglich der Schädlinge geführt wird, ist keine zoologisch-biologische, sondern eine solche der zur Bekämpfung verausgabten Kosten. Dieselben liegen mir vor für die Jahre sß 02 —fßOS. Sie geben ein interessantes Bild von der Einwirkung der meist vom Laien übersehenen kleinen Waldbewohner.
I. Käfer.
Die beiden Maikäferarten (Ltslolontba vulgaris und blppooastuni) kommen in der Provinz vor. Ihre Flugjahre sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern örtlich oft in ganz engen Grenzen verschieden. Es waren Flugjahre im Bezirk Frankfurt: 1902 im Revier Driesen, Hammerheide, Lubiathfließ und Hochzeit; IHOZ im Revier Lagow, Zielenzig, Hammerheide, Driesen, Hochzeit, Wildenow; fyO-s im Revier La- gow, Zielenzig, Reppen, hohenwalde, Lichtefleck, Massin, Hammerheide, Lubiath-
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