IC 15 „ichſten Verſtande der Worte, darüber aus der Haut gefahren ſeyn ſolll!!,
Schreckſeiner Gemelne geliebten Mannes ſowol, als auch des Orts, mit allen ihren kleinſten lächerlichen Umſtänden dem Publico vorlegte. Jeder vernünftiger Leſer empfand einen gerechten Unwillen über dieſe grobe Unbedachtſamkeit: und manche Nes cenſenten machten dem Moriz die bittern Vorwürfe, daß, wenn er dergleichen ungewaſchenes Zeug ſchreiben wolte; er ſich nur an die Irr⸗ und Tollhäuſer wenden dürfte, wo er Stoff genug dazu finden würde, ohne daß er nöthig hätte, einen noch lebenden rechtſchaffenen Mann, deſſen Familie, und ſelbſt den Ort, wo er lebt, um eines vorübergehenden
rankheitanfalls willen, der jedem andern Menſchen auch begegnen kann, dem Spottgelächter der Unverſtändigen Preis zu geben; und daß es zweifelhaft ſey, welches von beiden, ob, die verworrene Predigt des Präpoſitus? oder, die Unbeſonnenheit des Moriz, fe in der Art, wie er gethan, öffentlich in den Druck zu geben? von einer gröſſeren Verirrung des menſchlichen Verſtandes zeuge, und als ein würdigerer Beytrag zur Er fahrungsſeelen kunde gelten könne? — Aber vielleicht haben alle dieſe Leſer und Recenſenten dennoch dem Moriz unrecht gethan! Vielleicht iſt jener Aufſaz, in feinem Sinn und nach feiner Sprachlehre, eine figürliche Lobrede, die er dem Präpoſitus halten wolte? Wenigſtens kann doch das keiner beurtheilen oder ablengnen; ſo lange uns die geographiſche Charte von dem Gebiethe des unerhört figürlichen fehlt, in welchem der Moriz lebt und ſchwebt?— Solte aber ja einer meiner Leſer durchaus ſo neugierig ſeyn, doch wenigſtens etwas von dieſem unbekannten Reiche wiſſen zu wollen; ſo will ich ihm wol einen kleinen Fußſteig dahin, dadurch nachweiſen, wenn ich ihm ſage: daß der Herr Profeſſor Moriz, eigentlich ſeines Zei— chens, kein Gelehrter von Profeßion, ſondern ehemals ein Hutmacher ⸗Geſell geweſen ſeyn ſoll.