32 DC zeugt; und fezte alfo die atheiftifche Denkungsart des Leßing, auf das Regiſter der Schwachheiten deſſelben. 2) M. hatte den blinden Glauben der Welt auf ſeiner Seite. 3) Leßing war todt! — und die Todten koͤnnen ſich nicht mehr vertheidigen; ſondern muſſen die Lebendigen mit ſich mas chen laſſen, was dieſe wollen.—— Mendelſ. hatte alſo zu der Zeit gar keinen Grund, zu fuͤrchten, daß ihm das Leßingſche Anſehen beym Publico, fo gros es auch immer ſeyn mochte, in Ruͤckſicht auf ſeine eigenen im Jeruſalem gemachten Behauptungen gefährlich ſeyn Konnte!— Vielmehr ſchien ihm die Gelegenheit gar nicht unrecht zu kommen, durch Huͤlfe aller der groſſen Vortheile, die er vor dem todten Leßing und über denſelben jezt voraus hatte, dieſem eins anhaͤngen; den ihm ſchon faſt zu gros gewordenen Glanz des Leſſingſchen Nahmens etwas minder glänzend machen; und durch einen, über den vom Publico fo angebeteten, für ſich ſelbſt aber ſtumm gewordenen Leßing, fo leicht zu gewinnenden Sieg, ſich ſelbſt vielleicht den Weg zu der Würde und dem Anſehen des Erſten aller Philoſophen in der Achtung des Publicums bahnen zu koͤnnen.— Daher war
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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
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