Des 91 theilen und Handlungen, wenn man ihren Quellen pſhehologiſch nachſpurt, am Ende von ſolchen Dingen und Urſachen abhangen, die wir nicht in uns ſerer Gewalt haben?— daß demnach der Begrif und der Ruhm der Selbſtbeherrſchung, wenn dadurch das Vermoͤgen verſtanden wird, der bey uns jezt vorhandenen grbſten und uͤberwiegenden Sum̃e deer Motive zu einer gewiſſen Handlungsart nicht folgen zu daͤrfen und zu muͤſſen; ſondern ſich = willkährlich anders und zu demjenigen entſchlieſfen zu konnen, wozu wir jezt die wenigſten(oder wenigere) Motive haben:— daß, ſage ich, dieſer Begrif der Selbſtbeherrſchung, mit Ehren zu melden, eine Chimaͤre ſey?— und daß, wenn alſo M. in allen Richtungen, die er mit ſeinen Entſchlieſſungen und Handlungen nahm, uberall, der bey ihm vorhandenen jedes maligen groͤſten Summe von Motiven folgte, und nothwendig folgen muſte? er damit nichts mehreres that; als was jedes alte Weib ſchon vor der Sundfluth immer gethan hatte? und wie es auch kein Menſch bis an der Welt Ende anders wird machen koͤnnen? ja, wie es die Geſetze der Natur bey allen Veranderungen und Bewegungen aller Geſchöͤpfe ohne eine
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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
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