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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
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Seite
93
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A) 93 daß wir nemlich, wenn ein Menfch fo wenig Weis heit, Maãßigung und Selbſtbeherrſchung an ſich zeigt, daß er ſich über einen ihm verdrießlichen Vorfall todt aͤrgert! kuͤnftig nicht mehr von ihm ſagen muͤſſen:Der Schlag hahe ihn für Aerger= niß und Bosheit gerührt!, ſondern beſſer: »Ein Engel habe ihn von der Erde hinweg­gekuͤßt. Oder ſoll die leztere Redensart nur ausſchlieſſungsweiſe von dem Juden Mendelſohn gelten und gebraucht werden dürfen?, jene aber fſur den unedleren Troß aller übrigen Menſchen verbleiben; wenn fie ſich in dem Fall einer glei­chen und derſelbigen Todesart mit dem M. befin­den? welche Verblendung und Schwachheit!

Auch mochte ich von Hrn. Zerz wol wiſſen, ob man denn von denjenigen buckligten Menſchen, deren Lebensflamme ſchon vor dem 57ſten Jahre erliſcht, glauben muͤſte: daß ihr früherer Tod, eine Folge ihrer Thorheit, Mangel an Selbſtbe­herrſchung, ihrer Unmaͤßigkeit und ihrer Sees lenangſt geweſen ſey? und was denn M. mit feiner Weisheit, Selbſtbeherrſchung, Maͤßig ˖ keit und Seelenruhe, für eine Figur gegen dieje­

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