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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
Entstehung
Seite
98
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58 CE einzige Erfahrung, Flıger geworden; als er ſchon war, da er aus Mutterleibe kam? Und, wenn die Empfindung der Neue, allemal eine Wirkung der nachfolgenden beſſeren Erkeunt­niß, in ſolchen Faͤllen iſt, wo uns dis Erkennt­niß auch zugleich lehrt: wie wir kuͤnftig bey ähne lichen Vorfallenheiten heſſer handeln können; als wir vorher gehandelt haben! ſo iſt alſo bey dem M.(weil er nie in feinem ganzen Leben etwas bereuet haben ſoll) auch nie in der ganzen Folge ſei­nes Lebens eine geſcheutere und vernuͤnf­tigere Handlungsart zu finden geweſen; als diejenige war, in der er ſich in feinem Rnas benalter zeigte? M. iſt alſo im ſtrengſten Verſtande ein gebohrner Weiſe geweſen? Und, wenn wir ſchon von einem ſolchen gebohr­nen Weiſen, und uberhaupt von einer vollende­ten Vollkommenheit, gar keinen Begrif haben; ei­ne ſolche Vollkommenheit auch der menſchlichen Natur gerade zu wiederſpricht, und mit ihrem ganz zen Weſen ſtreitend iſt; noch mehr, wenn ſchon ſelbſt der erhabenſte Seraph, in der Erkennt­niß, nur wachſen kann; mithin einer nachfolgen­

den Reue über viele feiner vorhergehenden Hands, | lun­