110. erfahrung bey dem Engel ſeyn muſſe; erhellet ferner aus dem folgenden, was er von M. erzehlt. Dieſer habe nemlich durch die Cavateriſche Aufforderung bewogen, allem geiſtigen Genuß auf ganze Jahre, allem ſinnlichen Genuß aber von 1769 bis an ſein 1786 erfolgtes Ende ſtandhaft entſagt!— Man verſuche es einmal, deu Inhalt und Sinn dieſer Worte ſich zur deutlichen Vorſtellung zu bringen; und frage ſich dann ſelbſt, ob es wol eine gröffere Ungereimtheit geben koͤnne, als diejenige iſt, die uns hier die Weisheit des H. Prof. Engels aufgetiſcht hat?— Der Menſch ſoll ein, aus einem Geiſte und aus einem Cdrper beſtehendes Weſen ſeyn. Das Denken wird ſeinem Geiſte, und das ſinnliche Gefühl feinem Coͤrper zugeſchrieben.— Hätte nun M. ſich blos allen ſinnlichen Genuß verſagt; fo hätte er doch nur blos die eine Halfte, aus der er beſtand, nemlich den Coͤrper, als Selbſtmoͤrder an ſich ertöͤdtet! Freylich würde es dabey immer noch unbegreiflich bleiben, wie er in dem unmittelbahrſten Act des Selbſtmordes, ſiebzehn volle Jahr habe zubringen und begriffen ſeyn koͤnnen? da der ganze Begrif der gaͤnz lichen Verſagung alles
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Der entlarvte Moses Mendelssohn oder völlige Aufklärung des rätselhaften Todverdrusses des M. Mendelssohn über die Bekanntmachung des Lessingschen Atheismus von Jacobi / Johann Heinrich August Schulze
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