Teil eines Werkes 
Bd. 2, Teil 3 (1912) Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg / unter der Schriftl. des Theodor Goecke bearb. von Paul Eichholz. Mit Einl. von Willy Spatz und Friedrich Solger
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen

Stadt Brandenburg .

Abb. 60. Paulikirche. Portal und Profile vom Langhauſe.

hauſes geſtaltete man anfänglich ziemlich flach, um

Formen der bauchigen Spitz­bögen, der Kreiſe und Paß­formen wichen den ſtarren, übermäßig ſpitzigen und eckigen der Spätzeit(Taf. 26), doch

gewann das Stabwerk an Fein­

heit der Querſchnitte. Die Fenſter der Südſeite wurden wegen des Kreuzgangdaches entſprechend höher begonnen. Die Hauptgeſimsglieder wur­den knapper an die Traufe hinangeſchoben. Im vierten Joch von Oſten erhielt das Schiff auf der Nordſeite ein zweiteiliges Portal(Abb. 60) von größeren Abmeſſungen, deſſen reich profilierter Spitz­bogen von einem krabben­beſetzten Wimperg überragt wird. Die Kämpferkapitelle zeigen dieſelbe Bildung wie die Kreuzgangkonſolen.

Die Weſtmauer, mit der das Langhaus nun endgültig geſchloſſen wurde, erhielt im Mittelſchiff ein Portal, das aber in neuerer Zeit vermau­ert wurde, und darüber in jedem Schiff ein hohes Fenſter. Die unteren geputzten Fenſter der Seitenſchiffe entſtammen der Wiederherſtellung der Kirche im 19. Jahrhundert. Die beiden Giebel des Lang­ſeinen Dachfirſt mit dem des

Chores, deſſen Dach wohl daraufhin ſchon recht ſteil(im Verhältnis 1: 2) angelegt

worden war, in gleiche Höhe zu bringen.

Es war dies wohl der einzige Mißgriff bei dem Kirchenbau, der ſich ſonſt durch eine bemerkenswerte Sicherheit in den äſthetiſchen Löſungen, wie durch die Leichtigkeit, mit der konſtruktive Schwierigkeiten überwunden werden, auszeichnet. Man erkannte indeſſen bald die ſtumpfe gedrückte Wirkung, die eine ſolche Anordnung hervorbringen