Abb. 60. Paulikirche. Portal und Profile vom Langhauſe.
hauſes geſtaltete man anfänglich ziemlich flach, um
Formen der bauchigen Spitzbögen, der Kreiſe und Paßformen wichen den ſtarren, übermäßig ſpitzigen und eckigen der Spätzeit(Taf. 26), doch
gewann das Stabwerk an Fein
heit der Querſchnitte. Die Fenſter der Südſeite wurden wegen des Kreuzgangdaches entſprechend höher begonnen. Die Hauptgeſimsglieder wurden knapper an die Traufe hinangeſchoben. Im vierten Joch von Oſten erhielt das Schiff auf der Nordſeite ein zweiteiliges Portal(Abb. 60) von größeren Abmeſſungen, deſſen reich profilierter Spitzbogen von einem krabbenbeſetzten Wimperg überragt wird. Die Kämpferkapitelle zeigen dieſelbe Bildung wie die Kreuzgangkonſolen.
Die Weſtmauer, mit der das Langhaus nun endgültig geſchloſſen wurde, erhielt im Mittelſchiff ein Portal, das aber in neuerer Zeit vermauert wurde, und darüber in jedem Schiff ein hohes Fenſter. Die unteren geputzten Fenſter der Seitenſchiffe entſtammen der Wiederherſtellung der Kirche im 19. Jahrhundert. Die beiden Giebel des Langſeinen Dachfirſt mit dem des
Chores, deſſen Dach wohl daraufhin ſchon recht ſteil(im Verhältnis 1: 2) angelegt
worden war, in gleiche Höhe zu bringen.
Es war dies wohl der einzige Mißgriff bei dem Kirchenbau, der ſich ſonſt durch eine bemerkenswerte Sicherheit in den äſthetiſchen Löſungen, wie durch die Leichtigkeit, mit der konſtruktive Schwierigkeiten überwunden werden, auszeichnet. Man erkannte indeſſen bald die ſtumpfe gedrückte Wirkung, die eine ſolche Anordnung hervorbringen