Druckschrift 
Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
Seite
178
Einzelbild herunterladen

178

Segen auf Ihnen und Ihrer Zukunft ruhen wird. Vielleicht sind Sie von Gott berufen, in Ihrer heutigen Stellung zu verbleiben, um so andern Glaubensgenossen, die unschuldig verfolgt werden, wie mir rettend zur Seite zu stehen. Pidjon Schewujtm, die Befreiung unschuldig Ein­gekerkerter ist eine so große Liebestat, daß ihr Verdienst allein genügt, um Ihnen den Segen Gottes für alle Zeit zu sichern, den ich aus dankerfülltem Herzen für Sie erflehe. Bewahren Sie mir ein freundliches Angedenken, da uns unser Lebensschicksal wohl niemals wieder zu­sammenführen wird, wie ich Ihnen zusichere, daß Sie der Gegenstand meines täglichen Gebets und meiner heißesten Wünsche für Ihr Wohl alle Zeit meines Lebens bleiben werden."

Bei diesen Worten legte der Raw segr.end die Hände auf das Haupt des Obersten. Dieser küßte darauf die segnenden Hände und sprich mit von Tränen erstickter Stimme:

Ich danke Euch, Rabbi, und werde bestrebt sein, Euer würdiger Schüler zu bleiben/ lelt wohl und vergeßt meiner nicht."

Als der Oberst die Zelle verlassen hatte, trai der Gefängniswärter Jastrebof ein und überreichte dem Rabbi seine Kleider, um sie gegen das Sträflingsgewand zu vertauschen, sowie seine geringen Habseligkeiten, die ihm bet der Ge­fangennahme abgenommen worden waren. Der Rabbi hatte noch einen beträchtlichen Betrag in seinem ledernen Geldbeutel und reichte ihn dem Gefängniswärter hin als Ausdruck dankbarer