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den Kaiser aus seiner Ruhe zu reißen, bevor er den Gegenstand selber von Grund aus kennt. Hier kann nur Wandel durch den Kaiser selber geschaffen werden. Auf seine große Gnade vertraue ich, daß er von seiner Höhe auch auf mich Gebeugten und Gemüts - Gedrückten herniederschaut, meine Unschuld einsehen und mich aus meiner Gefangenschaft frei ausgehen lassen wird."
Außerdem richtete der Raw eine zehn Druckseiten umfassende Jmmediat - Eingabe an den Kaiser, in der jedes Wort den Geist tiefinnigster Gottesfurcht und rückhaltloser Ergebenheit und Treue für den Kaiser atmet. Kunstvoll hat der Verfasser es verstanden, in seine Eingabe aga- dische und kabbalistische Partien einzustreuen und sie so volkstümlich zu behandeln, daß sie auch dem jeder Fachwissenschaft baren ntchtjüdischen Leser leicht verständlich sind. Diese Bittschrift hat nach Avigdors eigenen Worten tiefen Eindruck bei Kaiser Paul I. hinterlassen. Dieser günstige Eindruck wurde noch erhöht durch einen Bericht des Gouverneurs Severin, den er am 15. November, also fünf Tage nach der Gefangennahme des Raw dem Kaiser erstattete. Es heißt darin:
„Ich erachte mich verpflichtet, Ew. Majestät mitzuteilen, daß ich durch sorgfältige Nachforschungen und Untersuchungen in die die Geheimnisse der Lebensführung und Bräuche derKarlinerPartei nnd der „Ge-