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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
Entstehung
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männer von der franzöſiſchen Hauptſtadt aus nach Berlin und Wien, um mit ihrer Arbeit, die anfänglich und ſo lange noch in Preußen und Oeſterreich die Polizei regelrecht funktionirte, ſelbſtverſtändlich nur eine Troglodytenarbeit ſein, dann aber, nach Lahmlegung der ſtaatlichen Gewalt, ganz offen und in der frechſten Weiſe betrieben werden konnte, zu beginnen. Man gebrauchte ſeitens der fremd­ländiſchen Agitatoren anfänglich die Liſt, das maſſenhafte Einſtrömen in Berlin und Wien dadurch unbemerkbar zu machen, daß man kurz vor beiden Städten die Eiſenbahn verließ und zu Fuß das Ziel zu erreichen ſuchte. Mir liegt ein Zeitungsbericht aus Berlin vor vom Februar 1849, alſo aus einer Zeit, in der Hinckeldey bereits ſtark aufge­räumt hatte mit allen gefährlichen oder doch verdächtigen Elementen der Hauptſtadt und die Fremdenkontrolle wieder ſcharf gehandhabt wurde, der deutlich genug das vorſtehend Geſagte beſtätigt. In dieſem Falle, 1849 handelte es ſich um eine neue Schilderhebung, da die im Vorjahr be­werkſtelligte doch das eigentliche Ziel, nämlich die Befreiung Polens, verfehlt hatte.

Jener Zeitungsbericht lautet wörtlich: Montag, 19. Februar 1849. Das Zuſtrömen verdächtiger Fremden, namentlich Polen, nach Berlin dauert ununterbrochen fort. Dieſelben befolgen die Taktik, daß ſie auf den Eiſenbahnen bis auf eine oder zwei Stationen von der Stadt entfernt fahren und ſich zu Fuß in die Thore einſchleichen. Am letzten Montag paſſirten durch ein einziges Thor 51 ſolcher Fremden.

In der preußiſchen Provinz Poſen, ſowie im öſterreichiſchen Kronland Galizien hatte man die für Paris geplante und

v. Varchmin, Mehr Licht! 4