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Während des Geſprächs mit ihm und feiner ſehr leutſeligen Gemahlin fand ich zunächſt Gelegenheit, den Zweck meiner Reiſe nach Oeſterreich zu erörtern und ſodann von den Hoffnungen zu ſprechen, die ich an dieſelbe knüpfte. General v. Neumann ſchüttelte dazu ungläubig ſein ehrwürdiges Haupt, verſicherte mich aber ſeines Raths und Beiſtandes, falls jene Hoffnungen ſich nicht erfüllen ſollten.— Nun, er hat ſein mir gegebenes Verſprechen in der Folge auch einlöſen können, der alte brave und menſchenfreundliche Herr! Ich habe ihn in den 50er Jahren in ſeiner „Breiteſtraße“, im Königlichen Marſtallgebäude, gelegenen Wohnung zu Oefterem beſuchen, ihm mein ſchweres Leid klagen dürfen. An ſeinem Wollen, meine Geſchicke— es handelte ſich für mich, wie ich nicht unerwähnt laſſen will, um nachträgliche Erlangung einer Penſion— zum Beſſern zu wenden, hat es nie gefehlt; aber er hat erfahren müſſen, daß auch fein Einfluß nicht gewachſen war dem einer anderen, feiner Zeit viel genannten Perſönlichkeit in hoher militäriſcher Stellung. Gott habe meinen treuen Gönner ſelig!—
Begreiflicher Weiſe lenkte ſich die Unterhaltung zwiſchen dem General v. Neumann und mir alsdann auch auf die Berliner Märzereigniſſe 1848 hin, die damals erſt vier Jahre hinter uns lagen, demnach noch lebendig in unſerer Erinnerung hafteten. Auf meine Frage, wer den Befehl zur Zurückziehung des Militärs aus dem Kampf ertheilt hätte? antwortete General v. Neumann anolog dem vorerwähnten Originalbefehl vom 19 März und fügte noch hinzu, daß die geſammte Umgebung des Königs, nicht ausgenommen diejenigen, die ſich bis dahin mit größter