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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
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sich selbst zerfallener Felsmassen. Sie waren ihmdas sicherste Zeugnis, daß es dem nördlichen Deutschland an Ur­gebirg nicht fehlte.

Es hat lange Zeit gedauert, bis man die nordische Herkunft der norddeutschen Blockmassen erkannte und als ihr eigentliches Ursprungsgebiet Skandinavien , Finland und die russischen Ostseeprovinzen mit Sicherheit feststellen konnte, wenn auch bereits 1775 auf Schweden als die Hei­mat der versteinerungsführenden pommerschen und mecklen­burgischen Geschiebe hingewiesen worden war. Um die Fortführung aus diesen weit entlegenen Gegenden zu erklären, nahm der Berliner Gelehrte Leopold von Buch (1811) die Stoßkraft gewaltiger Wasserfluten!) an, die so heftig gewirkt haben sollten, daß die Blöcke über die Ostsee hinüberflogen, ohne in diese Vertiefung hineinzufallen. Ähnlich waren auch die Ansichten des schwedischen Geologen Sefström (1836), der durch eine Rollsteinsflut die Verbreitung der Geschiebe und die Schrammung auf den anstehenden Felsen in Skan­ dinavien erklären wollte.

Der Erste, der zunächst für die Findlinge seines Heimat­landes einen Transport durch Gletschereis annahm, war der schottische Geologe Playfair(1802). Als er im Jahre 1816 selbst in der Schweiz "gewesen war, erklärte er auch die auf den Abhängen des Jura vorkommenden und aus den Zentralalpen stammenden Blöcke durch den Trans­port auf großen Gletschern, die über den Genfer See und

1 Das durch solche katastrophenartigen Wasserfluten zu­sammengeschwemmte Land nannte man Diluvium, eine Bezeichnung, die aus der Kindheitsgeschichte der Geologie stammt, in der man alle lockeren Ablagerungen auf die Sintflut, das Diluvium, zurück­führte.;

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